Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste AGJD macht sich die Medien zu nutze und hat die Facebookgruppe "Aktion Verzicht" gegründet. Meinungen, Ideen, Anregungen und Fastenvorsätze können dort gepostet werden. Auf zu Facebook.
Rückschau 2011
Auch heuer beteiligte sich die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste wieder mit einer Facebook-Aktion am Projekt Aktion Verzicht 2011. Über 370 Mitglieder verzichteten gemeinsam auf Facebook 40 Tage lang auf "etwas andere" Fastenvorschläge. Es wurde immer zwei Tage lang auf Materielles wie z.B. Zigaretten, Alkohol, Fast Food und dann wieder zwei Tage lang auf Emotionales wie z.B. Stress, Ärger, negative Gedanken verzichtet. Besonders die emotionalen Fastenvorschläge fanden großen Anklang, waren aber auch umso schwieriger in ihrer Umsetzung. Gerade mit den emotionalen Fastenvorschlägen wie z. B. Verzicht auf "Raubbau" mit dem eigenen Körper oder Verzicht auf Verurteilungen und Vorurteilen ging es darum, das eigene Bewusstsein zu erweitern. Mit dem Verzicht auf Materielles wie z.B. Computer, Fernseher oder generell auf Strom, sollte den "Facebookfreunden" die eigene Abhängigkeit von der modernen Technik aufgezeigt und eine Sensibilisierung für dieses Thema erfolgen. Wie aus den Rückmeldungen hervorging, waren die Mitglieder unterschiedlich motiviert. Einige zogen das ganze Programm ohne Ausnahme durch, andere haben zeitweise daran teilgenommen und andere gaben auch ganz offen zu, dass ihnen der Verzicht bei gewissen Themen nicht gelungen ist. Aber auch jene, welche die Aktion nur passiv unterstützt haben, fanden "die Impulse gut und hilfreich, um bewusst durch diese Zeit zu gehen". Kommentaren zufolge war diese Aktion "eine super Möglichkeit, sich ein bisschen mit sich selbst zu beschäftigen, um zu verstehen, was die wesentlichen Sachen sind" und um "achtsamer jeden Tag zu leben!"
iBillard
Ein 3-wöchiger Wettkampf – solo oder mit Freunden. Du versenkst Kugeln und sammelst Punkte, indem du dir und anderen Gutes tust.
Expedition V2 — 21 Tage ohne ...
Die "Expedition V2" lädt Schulklassen zum gemeinsamen Mitmachen bei der Aktion Verzicht ein. Die Vorderseite des Arbeitsplakats dient der Sichtbarmachung des Erfolgs, die Rückseite enthält die Anleitung für die Lehrperson zur Durchführung mit ihrer Klasse:
Das Experiment "21 Tage ohne ..." ist eine Herausforderung. Es ist ein mit Anstrengung verbundener, aber lohnender Weg, sich selbst auf die Probe zu stellen und sich auf diese Weise besser kennen zu lernen.
Dieser Selbstversuch ist in gewisser Weise vergleichbar mit dem Erklimmen eines Berges: Der K2 befindet sich im Karakorum und ist mit 8611 m der zweithöchste Berg der Erde. Unter Bergsteiger/ innen gilt er als weit schwieriger zu besteigen als der Mount Everest. Sie müssen, um ihr Ziel zu erreichen, Schwächephasen überwinden und der Versuchung umzukehren widerstehen. Dafür werden sie am Gipfel mit einem seltenen Gefühl von Freiheit und Stolz belohnt. Ebenso ist es zunächst eine Überwindung und ein Härtetest, auf etwas zu verzichten. Der V2 befindet sich in dir selbst, und wer nach 21 Tagen "Expedition Verzicht" den Gipfel erreicht oder ihm nahe kommt, kann auch stolz sein. Du bist ein freier Mensch und kein Sklave von Konsumgewohnheiten!
Heuer gibt es eine zusätzliche Idee, um den Verzicht noch sinnvoller und vielleicht zugleich etwas leichter zu machen: Was in diesen Wochen z.B. durch den Verzicht auf Süßigkeiten oder das Handy eingespart wird (man kann das genau beziffern, aber genauso gut einfach ungefähr schätzen), wird wöchentlich zur Seite gelegt. Mit dem auf diese Weise erzielten "Gewinn" tut man anderen oder auch sich selbst etwas Gutes.
Bauanleitung für Solar-Ballonfahrer
Wie auf dem Arbeitsplakat für die Schulen erwähnt, gibt es Bastelanleitungen für relativ einfach selbst fabrizierbare Ballons. Wir wünschen viel Spaß beim Bauen und guten Flug – oder wie die Profis sagen: gute Fahrt!
Projekt "Gläserne Schule" - eine Verzichtserfahrung
Für Lehrpersonen und Schulklassen der Südtiroler Mittel- und Oberschulen
Die Gläserne Schule ist ein von Rolf Harten entwickeltes suchtpräventives Unterrichtsprogramm. Mit den Lehrpersonen sollen Schülerinnen und Schülern über eigene Konsummuster nachdenken und den Verzicht auf ein Genuss- bzw. Suchtmittel oder eine lieb gewonnene Gewohnheit ausprobieren.
Der Ablauf des Projektes
Die Schülerinnen und Schüler füllen zunächst einen Fragebogen zu ihren Genuss- und Konsumgewohnheiten aus und beschäftigen sich dann im Rahmen des Unterrichtsbausteins "Kontrollierter Konsum durch initiierte Abstinenz" mit dem "Konsumprofil" der Klasse, mit ihren Verhaltensweisen und möglichen Gründen, Wirkungen und Folgen von Sucht.
Die Jugendlichen vereinbaren, worauf sie für zwei Wochen verzichten oder in welchem Bereich sie ihren Konsum einschränken wollen. Die beteiligten Lehrpersonen schließen sich dem Verzicht an. In diesen zwei Wochen gibt es kurze tägliche Reflexionszeiten, um das eigene Verhalten für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen und alternative Handlungsweisen auszuprobieren.
Statements von SchülerInnen
Bei der "Aktion Verzicht" lernen wir, den täglichen Gebrauch von Handy, Computer,
Fernsehen, aber auch von Süßigkeiten zu meiden bzw. einzuschränken. Dabei machen
wir leider die Erfahrung, dass es nicht immer ganz einfach ist, gewohnte Sachen für eine
bestimmte Zeit weniger oder überhaupt nicht mehr zu verwenden. Das Verzichten kostet
uns viel Ausdauer und Überwindungskraft, auch wenn wir oft nur aus Langeweile vor dem
Fernseher oder Computer sitzen. Motivierend und sehr hilfreich sind dabei für uns
Gespräche mit den Klassenkameraden, den Lehrern und den Eltern, aber auch das
Ausfüllen der freien Zeit durch sinnvolle Beschäftigungen, wie Lernen, Freunde treffen,
Bewegung in der frischen Luft.
Klasse 2C 2010/2011, Mittelschule "Josef Mayr-Nusser", Vintl
Die "Aktion Verzicht" verbinden wir mit Durchhaltevermögen, Gemeinschaft und Geduld.
Durch die "Aktion Verzicht" lernen wir, wie schwer es ist, eine bestimmte Zeit ohne eine
liebe Gewohnheit auszukommen. Schon das dritte Jahr versuchen wir heuer, unsere
Vorsätze einzuhalten. Es gelingt zwar nicht immer allen von uns, aber im Allgemeinen sind
wir mit unserer Leistung zufrieden. Auch wenn wir nur 10 SMS an einem Tag weniger
schreiben, so ist jeder kleine Schritt ein guter Anfang. Am Ende der Aktion kann sich jeder
von uns über seinen erzielten Erfolg freuen.
Klasse 3A 2010/2011, Mittelschule "Josef Mayr-Nusser", Vintl
Wir machen im laufenden Schuljahr bereits das dritte Mal bei der "Aktion Verzicht" mit.
Durch diese Aktion versuchen wir immer wieder aufs Neue herauszufinden, wie wir
reagieren, wenn wir eine liebe Gewohnheit auf einmal nicht mehr bzw. weniger oft haben.
So fällt es einigen in unserer Klasse auch schwer, die Zeit des Verzichtes durchzuhalten.
Wir unterstützen und motivieren uns aber gegenseitig, sodass wir nicht aufgeben. Wir
leben nach dem Motto: "Gemeinsam sind wir stark!" Durch die "Aktion Verzicht" tun wir
nicht nur etwas für unsere Gesundheit, sondern auch für das gute Klima in unserer Klasse.
Klasse 3C 2010/2011, Mittelschule "Josef Mayr-Nusser", Vintl
Wir haben uns schon im vergangenen Schuljahr an der "Aktion Verzicht" beteiligt.
Verzichten, was bedeutet das überhaupt? Beim Verzichten reduzieren wir den Verbrauch
von bestimmten Sachen, z. B. Süßigkeiten, Handy, Computer, Fernsehen, usw. für eine
gewisse Zeit. Dabei hilft es uns, wenn wir uns mit anderen Tätigkeiten, die wir vielleicht
nicht so oft und nicht so gerne machen, ablenken. Wir leben daher auch heuer in der
Fastenzeit mit dem Leitsatz: "Weniger ist mehr!" Und das wollen wir als
Klassengemeinschaft wieder alle ehrlich durchziehen, auch wenn es nicht immer ganz
einfach ist.
Klasse 2A 2010/2011, Mittelschule "Josef Mayr-Nusser", Vintl
Behelfe
Weitere Anregungen zur Umsetzung der Aktion Verzicht in Schulen und in der Jugendarbeit gibt es in den entsprechenden Behelfen und Aktionsvorschlägen — Download, Bestellung.
