Zahlen und Fakten zum Verzichten
Aktion Verzicht 2007 (Tirol)
Im Auftrag der Projektträger hat das IMAD-Institut im April 2007 eine Telefonumfrage durchgeführt. Hier einige der Ergebnisse der Repräsentativerhebung der Tiroler Bevölkerung ab dem 15. Lebensjahr:
Bekanntheit der Aktion Verzicht (ohne Hilfestellung)
"Haben Sie schon in irgendeiner Form von der Aktion Verzicht gehört?"
Bei dieser ersten Fragestellung ist noch nicht nachgefragt worden, ob die
Befragten auch wirklich wissen worum es bei dieser Aktion geht, und sie daher
diese Aktion auch wirklich kennen, sondern ob ihnen eine "Aktion Verzicht" etwas sagt.
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 41,7 |
| nein | 58,3 |
2003 lag der Wert für "ja" bei 20,6%.
Bekanntheit der Aktion Verzicht (mit Hilfestellung)
"Im Rahmen der Aktion Verzicht geht es darum, dass Menschen zwischen Aschermittwoch und Ostern – also in der Fastenzeit – auf ein Konsumgut wie Alkohol, Tabak oder Süßigkeiten oder eine Gewohnheit verzichten. Diese Aktion gibt es seit 9 Jahren und wird vom Katholischen Familienverband, der Katholischen Jugend, kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz und dem Land Tirol durchgeführt. Ist Ihnen diese Aktion bekannt bzw. haben Sie von dieser Aktion schon einmal gehört?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 18,9 |
| nein | 81,1 |
Bekanntheit der Aktion Verzicht (gesamt)
Dies ist die Zusammenfassung der Werte der beiden oberen Fragen.
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 52,7 |
| nein | 47,2 |
Teilnahme an der Aktion Verzicht 2007
(Basis: Befragte, denen die Aktion Verzicht bekannt ist)
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| selbst und Familienmitglieder teilgenommen | 11,9 |
| selbst teilgenommen | 6,5 |
| Familienmitglieder teilgenommen | 8,2 |
| niemand teilgenommen | 73,4 |
Eigene Teilnahme an der Aktion Verzicht 2007
(Basis: Befragte, denen die Aktion Verzicht bekannt ist)
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 18,2 |
| nein | 81,8 |
18,2% derer, die die Aktion kennen, haben 2007 mitgemacht. 2003 lag der Wert bei 22,4%.
Die Aktion Verzicht ist 52,7% der Befragten bekannt, somit haben sich insgesamt 9,59% der TirolerInnen
beteiligt. Dieser Wert entspricht etwa den Untersuchungen von 2002 und 2003.
Lt.
Tiroler Landesregierung hatte Tirol 2006 697.435 EinwohnerInnen;
somit haben etwa 66.884 bei der Aktion Verzicht mitgemacht.
Art des Verzichts
"Und worauf haben Sie im Rahmen der Aktion Verzicht verzichtet bzw. was haben Sie reduziert? (Mehrfachantworten möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Süßigkeiten | 72,5 |
| Essen | 29,4 |
| Alkohol | 25,5 |
| Kaffee | 7,8 |
| Konsumverhalten allgemein | 5,9 |
| Fernsehen schauen | 5,9 |
| Auto | 5,9 |
| Fastenopfer in Form einer Spende | 5,9 |
| Computer spielen | 2,0 |
| Radio hören | 2,0 |
| öfter Kirche besucht | 2,0 |
Motive für die Teilnahme
"Welches waren Ihre Motive mitzumachen? (Mehrfachantworten möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Religiöse Motive | 52,9 |
| auf Gewohntes Verzichten | 25,5 |
| bewusster Leben | 25,5 |
| Willensstärke testen | 23,5 |
| Gesundheitliche Motive | 17,6 |
| Alltag verändern | 5,9 |
| Tradtition | 5,9 |
| Aufruf in der Pfarre | 2,0 |
Verzicht in der Fastenzeit unabhängig von Aktion Verzicht
"Unabhängig von der Aktion Verzicht, haben Sie in der Fastenzeit von sich aus auf etwas verzichtet bzw. Ihr Verhalten geändert?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 41,8 |
| nein | 58,2 |
41,8% der TirolerInnen sind 291.528 Menschen.
Zusammen mit den TeilnehmerInnen an der Aktion Verzicht haben somit 51,4% oder 358.412 TirolerInnen in der Fastenzeit
Verzicht geübt.
Im Jahr 2003 lag der Wert bei 41,8%.
Art des Verzichts unabhängig von Aktion Verzicht
"Worauf haben Sie verzichtet bzw. was haben Sie verändert? (Mehrfachantworten möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Süßigkeiten | 45,0 |
| Alkohol | 39,5 |
| Essen | 32,5 |
| Fleisch | 9,5 |
| Tabak | 8,5 |
| Konsumverhalten allgemein | 3,5 |
| Fernsehen schauen | 3,5 |
| Kaffee | 3,0 |
| weniger gearbeitet/mehr Zeit mit Familie verbracht | 2,5 |
| Auto | 2,5 |
| Computer spielen | 1,0 |
| Sudoku Rätsel | 0,5 |
| mehr Sport | 0,5 |
| versucht weniger zu streiten | 0,5 |
Informationsquelle von Aktion Verzicht
"Wie bzw. durch wen haben Sie von der Aktion Verzicht erfahren? (Mehrfachantworten möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Medien | 45,1 |
| Pfarrgemeinde/Pfarrbrief | 43,1 |
| War mir schon von früher bekannt | 31,4 |
| Katholischer Familienverband Tirol | 25,5 |
| Familie, Bekannte, Freunde | 19,6 |
| Schule/Kindergarten | 11,8 |
| Plakat | 9,8 |
| Persönliche Zusendung erhalten | 5,9 |
| Internet | 2,0 |
| Jugendzentren/Jugendgruppe | 2,0 |
Bekanntheit des Plakats der Aktion Verzicht
"Kennen Sie das Plakat der Aktion Verzicht bzw. haben Sie es gesehen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 27,5 |
| nein | 72,5 |
2003 kannten 36,1% das Plakat.
Beurteilung des Plakats
"Hat Sie das Plakat angesprochen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 92,9 |
| nein | 7,1 |
(Achtung: in Zahlen sind das 13 "ja" und 1 "nein".)
Bekanntheit der Webseite zur Aktion Verzicht
"Kennen Sie die Webseite zur Aktion Verzicht?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 2,0 |
| nein | 98,0 |
Bekanntheit weiterer Materialien zur Aktion Verzicht
"Kennen Sie andere Materialien zur Aktion Verzicht? (Mehrfachantwort möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Kindergarten- und Volksschulfalter | 7,8 |
| Impulskarte zum Fastenstraum mit Pickerl | 7,8 |
| Grüner Verzichtschein zum Ankreuzen | 0,0 |
2003 kannten 20,0% den Verzichtschein und 17,6% den Familienfalter.
Einstellungs- und Verhaltensänderung durch Aktion Verzicht
"Hat die Auseinandersetzung mit der Aktion Verzicht oder die Teilnahme daran irgendeine Veränderung Ihrer Einstellung oder Ihres Verhaltens bewirkt? Z.B. in Hinblick auf Ihre Gewohnheiten, Ihr Konsumverhalten, Ihren Umgang mit Menschen oder Ihre Freizeitgestaltung?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 43,1 |
| nein | 49,0 |
| weiß nicht/keine Angabe | 7,8 |
2003 beantworteten 15,1% diese Frage mit "eher ja", 65,4% mit "eher nein" und 19,5% mit "w.n./k.A.".
Projektdaten: N = 527; Grundgesamtheit: Bevölkerung von Tirol ab dem 15. Lebensjahr; Methode: telefonische Befragung, CATI-Labor IMAD; Befragungszeitraum: April 2007; Stichprobenfehler: +/- 4,3%
fun&friends und Aktion Verzicht
"fun&friends" war das SchülermultiplikatorInnenprogramm von kontakt+co. Über jeweils zwei Jahre waren dabei SchülerInnen aus zumeist 8 Tiroler Schulen, die aus der 3./4. Klasse stammen, in ihrer Schule im Sinne des peers-Ansatzes tätig: Gerade im Bereich Sucht ist die Glaubwürdigkeit von anderen Jugendlichen höher als die von Erwachsenen, was Einstellungen und Verhaltensweisen betrifft. Die "peers" werden von kontakt+co ausgebildet und begleitet. Seit 2003 ist Bestandteil des Programms, dass die 3.-Klassler-peers jeweils eine 1. Klasse ihrer Schule bei der Aktion Verzicht begleiten. Üer den Zeitraum von 4 Wochen sind sie einmal wöchentlich bei ihren "Schützlingen" und machen mit ihnen Übungen rund um Verzicht und Sucht gemacht bzw. reflektieren, wie es ihnen allen mit dem Verzichten geht. Am Schluss füllen die SchülerInnen der ersten Klassen einen kleinen Fragebogen aus; die Auswertungen (erfasst sind 298 SchülerInnen aus 11 Schulen) sind sehr erfreulich:
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 73,2 |
| teilweise | 21,7 |
| nein | 5,1 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Süßigkeiten/Schokolade/Knabberzeug | 58,9 |
| Computer/-spielen | 16,8 |
| Fernsehen | 9,5 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 50,4 |
| teilweise | 48,9 |
| nein | 0,7 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Booklet | 40,0 |
| fun&friends-SchülerInnen | 40,4 |
| anderes | 12,5 |
| mehreres | 7,1 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 80,6 |
| nein | 19,4 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 57,7 |
| nein | 42,3 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 92,2 |
| nein | 7,8 |
Die Erstklassler haben das Angebot des Verzichtexperiments gern angenommen und bewerten es im Nachhinein sehr positiv. Am häufigsten wurde - wie für das Alter empfohlen - auf Süßigkeiten verzichtet, die Unterstützung (durch ein "Booklet" und die "peers") wurde positiv erlebt, und am Ende war die Bereitschaft, nächstes Jahr wieder mitzumachen, groß. - Dies entspricht auch den Erfahrungen an Schulen, wo die Aktion Verzicht schon seit mehreren Jahren als Schul-/Klassenprojekt durchgeführt wird.
Aktion Verzicht 2003 (Tirol)
Im Auftrag der Projektträger hat das IMAD-Institut im Mai 2003 eine Telefonumfrage durchgeführt. Hier einige der Ergebnisse der Repräsentativerhebung der Tiroler Bevölkerung ab dem 16. Lebensjahr:
1. Bekanntheit der Aktion Verzicht
"Ist Ihnen die Aktion Verzicht bekannt?"
Bei dieser ersten Fragestellung ist noch nicht nachgefragt worden, ob die
Befragten auch wirklich wissen worum es bei dieser Aktion geht, und sie daher
diese Aktion auch wirklich kennen, sondern ob ihnen eine "Aktion Verzicht" etwas sagt.
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 20,6 |
| nein | 79,4 |
In den Bezirken Landeck (51,6%) und Reutte (40%) steigt die Bekanntheit der Aktion Verzicht 2003. Bei Frauen steigt der Anteil der Bekanntheit auf 24,5% an, und auch bei formal höher Gebildeten ist der Bekanntheitsgrad signifikant höher (31,7%).
2. Bekanntheit der Aktion Verzicht nach Aufklärung
"Im Rahmen der Aktion Verzicht geht es darum, dass Erwachsene und ältere Jugendliche in den sechs Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern -also in der Fastenzeit - auf den Alkohol ganz oder teilweise verzichten. Kinder und Jugendliche, und Erwachsene, die keinen Alkohol trinken, verzichten in dieser Zeit auf Süßigkeiten. Diese Aktion gibt es seit 5 Jahren und wird von der katholischen Jugend, dem Land Tirol, von kontakt+co und vom katholischen Familienverband durchgeführt. Ist Ihnen diese Aktion bekannt bzw. haben Sie von dieser Aktion schon einmal gehört?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 41,0 |
| nein | 59,0 |
Nahezu jeder zweiten Frau (48,2%) ist die Aktion Verzicht bekannt. Signifikant höher ist auch hier der Anteil bei den formal höher Gebildeten.
3. Teilnahme an der Aktion Verzicht 2003
"Haben Sie heuer bei dieser Aktion mitgemacht?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 22,4 |
| nein | 77,6 |
Von allen Befragten, die die Aktion Verzicht kennen, haben 22,4% auch daran
teilgenommen. 77,6% derjenigen welche die Aktion kennen, haben heuer
nicht mitgemacht.
Dieser Werte entsprechen der Erhebung im Mai 2002, d.h. damals wie heute hat
rund jeder 10 Tiroler an dieser Aktion teilgenommen. Betrachtet man nur
diejenigen Personen welche die Aktion auch kennen, so hat mehr als jeder
Fünfte Befragte auch daran teilgenommen.
Verstärkt haben an der Aktion Verzicht Frauen und 26 bis 60 Jährige
teilgenommen. Verstärkt nicht daran teilgenommen haben die bis 25
Jährigen, und die über 60 Jährigen.
3.1 Worauf verzichtet im Rahmen der Aktion
"Und worauf haben sie im Rahmen der Aktion Verzicht verzichtet?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Alkohol | 45,5 |
| Süßigkeiten | 45,5 |
| Zigaretten | 15,9 |
4. Verzicht allgemein in der Fastenzeit
"Unabhängig von der Aktion Verzicht, haben sie in der Fastenzeit von sich aus auf etwas verzichtet bzw. ihr Verhalten verändert?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 32,6 |
| nein | 58,2 |
| an Aktion Verzicht teilgenommen | 9,2 |
Insgesamt haben 41,8% der TirolerInnen in der Fastenzeit von sich aus auf etwas verzichtet. Verzicht üben vermehrt die über 60 Jährigen, allerdings passiert dies bei ihnen verstärkt abseits der Aktion Verzicht.
4.1 Worauf verzichtet in der Fastenzeit
"Worauf haben Sie verzichtet bzw. was haben Sie verändert?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Süßigkeiten | 46,1 |
| Alkohol | 42,2 |
| Fleisch, Essen allgemein | 27,2 |
Männer verzichten verstärkt auf Alkohol, während Frauen weniger Süßigkeiten essen, hier steigt der Anteil sogar auf 65,4%.
5. Informationsquellen
"Woher kennen Sie die Aktion Verzicht bzw. wie haben Sie von dieser Aktion erfahren? (Mehrfachantworten möglich)"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Medien (Presse, Plakate, Transparente, ÖBB-Züge,...) | 61,6 |
| Bin persönlich angesprochen worden (Familie, Bekannte, Freunde) | 19,9 |
| Schule, Jugendzentren, Jugendgruppe | 14,9 |
| Persönliche Zusendung erhalten | 5,5 |
| Arztbesuch | 2,8 |
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| Katholische Zeitung, Pfarrbrief, Kirche, Kirchenblatt | 6,3 |
| allgemein bekannt, von früher schon gekannt | 3,4 |
| Infofolder, Werbetafel, Plakate | 1,5 |
| Kinder, Kindergarten | 1,0 |
6. Plakat der Aktion Verzicht
"Kennen sie das Plakat der Aktion Verzicht bzw. haben sie es gesehen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 36,1 |
| nein | 63,9 |
36% der Befragten, derjenigen welche die Aktion Verzicht 2003 kennen, kennen auch das Plakat. Rund 64% kennen zwar die Aktion Verzicht 2003, nicht aber das Plakat. Das Plakat ist verstärkt formal höher Gebildeten aufgefallen.
"Haben sie die Anregungen auf der Rückseite des Plakates auch verwendet, oder nicht verwendet?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 14,9 |
| nein | 85,1 |
Rund 15%, derjenigen die das Plakat kennen, haben die Anregungen auf der Rückseite des Plakates auch verwendet.
"Und hat ihnen dieses Plakat von der Aufmachung her ganz allgemein eher gut gefallen, oder eher weniger gut gefallen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| eher gut | 59,5 |
| eher weniger gut | 27,0 |
| weiß nicht/keine Angabe | 13,5 |
7. Pass zur Aktion Verzicht
"Kennen sie den Pass zur Aktion Verzicht, das ist dieser rosarote Pass im Führerscheinformat?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 20,0 |
| nein | 80,0 |
"Und haben sie den Pass zur Aktion Verzicht verwendet?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 9,8 |
| nein | 90,2 |
Von den Befragten, die den Pass kennen, hat in der Großteil nicht verwendet. 9,8% gaben an, den Pass auch verwendet zu haben.
"Und hat ihnen diese Idee mit dem Pass ganz allgemein eher gut gefallen, oder eher weniger gut gefallen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| eher gut | 75,6 |
| eher weniger gut | 19,5 |
| weiß nicht/keine Angabe | 4,9 |
8. Familienfalter der Aktion Verzicht
"Kennen sie den Familienfalter der Aktion Verzicht, also den Faltprospekt mit dem Osterstrauch im Inneren des Falters, bzw. haben sie diesen Falter gesehen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 17,6 |
| nein | 82,4 |
"Und haben sie die Anregungen im Familienfalter auch verwendet, oder nicht verwendet?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 30,6 |
| nein | 69,4 |
30,6%, die den Familienfalter kennen, haben die Anregungen im Familienfalter auch verwendet.
"Und hat ihnen der Familienfalter von der Aufmachung her eher gut gefallen, oder eher weniger gut gefallen?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| eher gut | 86,1 |
| eher weniger gut | 11,1 |
| weiß nicht/keine Angabe | 2,8 |
9. Änderung der Einstellung durch Aktion Verzicht
"Hat sich durch die Aktion Verzicht in ihrer Einstellung oder in ihrem Verhalten irgend etwas verändert? ... z.B. im Konsumverhalten, im Kontakt mit anderen Menschen, in der persönlichen Einstellung oder in der Freizeitgestaltung ..."
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| eher ja | 15,1 |
| eher nein | 65,4 |
| weiß nicht/keine Angabe | 19,5 |
Linear hochgerechnet würde es bedeuten, dass sich bei nicht ganz jedem Fünften (18,8%) durch die Aktion Verzicht etwas verändert hat. Vermehrt wird das von Männern, 26 bis 40 Jährigen und Arbeitern und Angestellten angegeben. Vermehrt eher keine Veränderungen in der persönlichen Einstellung, geben die über 60 Jährigen und die formal höher Gebildeten an.
9.1 Änderung der Einstellung durch Aktion Verzicht
"Wenn ja, was hat sich bei Ihnen verändert?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| bewusster Leben, Konsumverhalten ändern, positiv Denken | 40,7 |
| Ernährung, Gesundheit, gesünder Leben | 18,5 |
| Verzicht auf Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten | 14,8 |
| Willenstärke | 11,1 |
| Rücksicht auf andere nehmen, weniger Streiten, mehr Spenden | 11,1 |
| mehr Zeit miteinander verbringen, mehr Kommunikation | 7,4 |
Wenn sich etwas verändert hat, wurde vor allem das Konsumverhalten verändert bzw. bewusster gelebt und positiv gedacht. Außerdem wurde auf die Ernährung bzw. ein gesünderes Leben und die Gesundheit geachtet. Vor allem die Männer und die 26 bis 40 Jährigen geben an, bewusster zu leben.
Projektdaten: N = 500; Grundgesamtheit: Bevölkerung von Tirol ab dem 16. Lebensjahr; Methode: telefonische Befragung, CATI-Labor IMAD; Befragungszeitraum: Mai 2003; Stichprobenfehler: +/- 4,5%
Aktion Verzicht 2002 (Tirol)
Im Auftrag der Projektträger hat das IMAD-Institut im Mai 2002 eine Telefonumfrage durchgeführt. Hier einige der Ergebnisse der Repräsentativerhebung der Tiroler Bevölkerung ab dem 16. Lebensjahr:
1. Bekanntheit der Aktion Verzicht
"Ist Ihnen die Aktion Verzicht bekannt, die von der Katholischen Jugend, dem
Land Tirol, von kontakt+co und dem Katholischen Familienverband
durchgeführt wird?"
Bei dieser ersten Fragestellung ist noch nicht nachgefragt worden, ob die
Befragten auch wirklich wissen worum es bei dieser Aktion geht, und sie daher
diese Aktion auch wirklich kennen, sondern ob ihnen eine Aktion Verzicht, die von der Katholischen Jugend, dem
Land Tirol, von kontakt+co und dem Katholischen Familienverband
durchgeführt wird, bekannt ist.
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 24,0 |
| nein | 76,0 |
24% der befragten TirolerInnen (knapp ein Viertel der TirolerInnen) geben an, dass Ihnen die Aktion Verzicht bekannt ist.
2. Bekanntheit der Aktion Verzicht nach Aufklärung
"Im Rahmen dieser Aktion geht es darum, dass Erwachsene und ältere Jugendliche in den sechs Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern (also in der Fastenzeit) auf den Alkohol ganz oder teilweise verzichten. Kinder und Jugendliche, und Erwachsene, die keinen Alkohol trinken, verzichten in dieser Zeit auf Süßigkeiten. Diese Aktion gibt es seit 4 Jahren und wird von der Kath. Jugend, dem Land Tirol, von kontakt+co und vom Kath. Familienverband durchgeführt. Ist Ihnen diese Aktion bekannt bzw. haben Sie von dieser Aktion schon einmal gehört?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 40,2 |
| nein | 59,8 |
Nachdem die Befragten aufgeklärt wurden, worum es bei dieser Aktion geht
und sie dann gefragt wurden, ob sie diese Aktion Verzicht kennen, bzw. von
dieser Aktion schon einmal gehört haben, haben vier von zehn Befragten
angegeben, diese Aktion Verzicht zu kennen bzw. von ihr gehört zu haben.
Frauen geben häufiger an als die Männer, dass sie diese Aktion kennen bzw.
schon einmal davon gehört haben.
3. Teilnahme an der Aktion Verzicht 2002
"Haben Sie heuer bei dieser Aktion mitgemacht?"
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 9,2 |
| nein bzw. kenne Aktion nicht | 90,8 |
Rund jede(r) zehnte TirolerIn heuer an dieser Aktion teilgemommen.
"Haben Sie heuer bei dieser Aktion mitgemacht?" (Nur diejenigen, die die Aktion kennen)
| Antwort | Prozent |
|---|---|
| ja | 22,9 |
| nein | 77,1 |
Betrachtet man nur all jene Befragten, die diese Aktion kennen, bzw. schon
einmal von ihr gehört zu haben, dann steigt der Anteil derer, die heuer daran
teilgenommen haben auf knapp 23% an. D.h. mehr als jede(r) Fünfte, der/die
diese Aktion kennt hat heuer auch daran teilgenommen.
Hier gibt es keine signifikanten Unterschiede innerhalb der verschiedenen
demografischen Strukturen bezüglich der Teilnahme an dieser Aktion.
4. Verbindung mit Aktion (durch Vorgabe)
"Ich nenne Ihnen nun ein paar Eigenschaften zu dieser Aktion. Welche 2 Eigenschaften verbinden Sie persönlich am ehesten mit dieser Aktion?" (gestützte Fragestellung)
49% der Befragten verbinden mit dieser Aktion Verzicht, dass sie das Gesundheitsbewußtsein fördert. Für 4 von 10 Befragten (40,6%) hat Verzicht in der Fastenzeit Tradition. Mehr als jeder Dritte verbindet damit, dass man sich durch die Aktion Verzicht auf andere Werte besinnen kann. Dass die Aktion nützlich sei, zur Überprüfung des eigenen Konsumverhaltens wird von 24% angegeben. Mehr als jeder Fünfte (22,4%) ist der Ansicht, dass diese Aktion Verzicht nur gläubige Menschen betrifft.
Projektdaten: N = 500; Grundgesamtheit: Bevölkerung von Tirol ab dem 16. Lebensjahr; Methode: telefonische Befragung, CATI-Labor IMAD; Befragungszeitraum: 13.05. - 20.05.2002; Stichprobenfehler: +/- 4,5%
Gläserne Schule I
Die "Gläserne Schule" war eine internationale Vergleichsstudie im Rahmen eines EU-Kooperationsprojekts, geleitet
vom Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg, in Zusammenarbeit mit
der Landesstelle gegen die Suchtgefahren für Schleswig-Holstein, der Dienststelle für Gesundheitserziehung, Südtirol und
kontakt+co. Durchgeführt wurde das Programm in drei Städte (Flensburg, Innsbruck, Bozen/Brixen/Bruneck)
mittels Fragebogen zu Befinden und Konsummustern, zwei konkreten Präventionsbausteinen und einer
wissenschaftliche Auswertung. Beteiligt waren ca. 2200 Schüler/innen (65 Schulklassen) der
6., 7. und 8. Schulstufe / HS und AHS.
Ein Baustein war ein zeitliche begrenzter Verzicht, ähnlich der Aktion Verzicht.
Ergebnisse
- am meisten wurde der Verzicht auf Süßigkeiten eingehalten (zwei Drittel)
- 19% der Schüler/innen haben in allen Konsumbereichen reduziert
- 70% haben in einigen aktuellen Konsumbereichen reduziert
- 11% keine Reduktionseffekte
Resonanz
- zwei Drittel haben durch das Projekt über Konsum und Gefährdungen geredet
- ein Drittel hat "oft darüber geredet"
- Positiver Nutzen der Maßnahme: 2/3 sagt JA
- Zustimmung nach drei Monaten sogar gestiegen
Motivation
- Die Unterstützung von Seiten der Eltern bestätigt sich erwartungsgemäß als wichtiger Faktor.
- Bei der Motivation zum Verzicht fällt auf, das neben den Faktoren "Selbst-Experiment" und "sich selbst etwas beweisen wollen" besonders von den Innsbrucker Schülern genannt wird: "Ich hatte es schon immer vor" (bei den Mädchen jede zweite!))
Gläserne Schule II
Die Gläserne Schule ist ein EU-gefördertes kombiniertes Forschungs- und Präventionsprojekt, das unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Hamburg in Deutschland, Italien, Österreich und Belgien statt fand. Es besteht aus einer Eingangsbefragung der Experimental- und Kontrollklassen vor den pädagogischen Maßnahmen, den suchtpräventiven Aktivitäten in den Experimentalklassen - dabei steht der 2-wöchige freiwillige Verzicht auf ein Mittel oder ein Verhalten im Mittelpunkt - inklusive einer Befragung am Ende der Maßnahme sowie einer Nachbefragung in beiden Klassenarten 12 Wochen nach Ende der Maßnahmen. Durch diesen Aufbau können einerseits die Konsum- und Alltagsgewohnheiten der Schüler/innen auf breiter Basis erhoben als auch die Auswirkungen der Maßnahmen überprüft werden.
Im Jahr 2000/01 nahmen ca. 2.809 Schüler/innen (davon 939 im Raum Innsbruck) der 6.-8. Schulstufe am EU-Forschungsprojekt "Gläserne Schule I" teil, 2002/03 folgten 2.871 Schüler/innen (davon 655 im Raum Innsbruck) der weiterführenden Schulen beim Fortsetzungsprojekt "Gläserne Schule II".
Ergebnisse SchülerInnen
- Neun von zehn Schüler/innen hatten ein positives Verzichtserlebnis, d.h. bezüglich der vorgegebenen
Verzichtsgegenstände wurde zumindest ein Verzicht durchgehalten.
Die Schüler/innen hoben hervor, dass sie neue Informationen erhalten haben (55%), zum Nachdenken über ihr Verhalten angeregt worden seien (51%) und einen spannenden Unterricht/neue Erfahrungen erlebt haben (50%). Diese Werte bei der Nachbefragung 3 Monate nach Ende der Maßnahme liegen noch höher als die Angaben direkt am Ende des Verzichtszeitraums. - Bei der Verzichtsübung gibt es über die Einhaltung der "offiziellen" Verpflichtung hinaus übergreifende Effekte: Der tatsächliche Konsumverzicht der Schüler umfasst mehr als sie gegenüber Dritten vereinbart haben.
- Die Schüler/innen machen es sich nicht leicht mit der Auswahl der Verzichtsgegenstände: Sie wählen tendenziell die aus, die sie intensiv konsumieren, und nicht diejenigen, die sie eher sporadisch nutzen.
- Ein gelungener Verzicht führt zu einer überproportionalen und nachhaltigen Reduzierung des Konsums (3-4 Monate später).
- Das gilt sowohl für die "offiziell" Verzichtenden als auch für die diejenigen Schüler/innen in der Klasse, die keine Verzichtsvereinbarung getroffen haben.
Ergebnisse LehrerInnen
Das Projekt erhielt auch eine positive Beurteilung durch die Lehrkräfte. Wahrgenommen wurde die Maßnahme vor allem als "informativ" (70%) und "abwechslungsreich" (66%). Den Nutzen wurde besonders in der Sensibilisierung für das eigene Konsumverhalten gesehen sowie dem "Lernen zu Verzichten".
Da capo!
Sowohl Lehrer/innen als auch Schüler/innen sprechen sich zu einem großen Teil für eine Wiederholung der Maßnahme aus; viele Schüler/innen würden eine Durchführung nicht in der Klasse, sondern mit Freund/innen (59%) oder alleine (49%) bevorzugen.
Fazit:
Insgesamt kann festgestellt werden, dass eine Aktion Verzicht auch für die 15- bis 19-jährigen SchülerInnen von berufsbildenden Schulen und Gymnasien als suchtpräventive Maßnahme geeignet ist. Das gilt für alle beteiligten Länder und Sprachkreise.
Ein solches Präventionskonzept, das auf konkreter Selbsterfahrung (Selbstwirksamkeit) basiert, stellt also eine effektive Bereicherung schulischer Suchtprävention dar.
