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Tschechien gibt Drogen frei

Seit heuer ist der Konsum von Drogen wie Kokain, Ecstasy und Haschisch zum Eigenbedarf in Tschechien legal. Die Regierung in Prag legte Höchstgrenzen fest: So ist beispielsweise der Besitz von 15 Gramm Marihuana, von vier Ecstasy-Pillen oder einem Gramm Kokain legal. Kriminalisten gehen davon aus, dass sich durch die Legalisierung des Besitzes kleiner Drogenmengen in unserem Nachbarland der Drogenmarkt "entsprechend entwickeln wird". Die Zahl der Haschischbauern mit Indoor-Plantagen sei beispielsweise in Südböhmen schon jetzt ziemlich hoch. Nach Untersuchungen der EU greifen tschechische Jugendliche häufiger zu Rauschmitteln als der europäische Durchschnitt, neben Alkohol auch zu Marihuana. Holland, wo sich auch viele Drogentouristen am freien Haschischrauchen erfreuen, liegt im Vergleich dazu, wie Österreich auch, im Mittelfeld.

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten, 08.01.2010

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Fliegende Trunkenbolde: Fruchtfliegen als Alkoholiker

Fruchtfliegen genehmigen sich gern einmal einen kleinen Schwips - und dabei legen sie ein ähnliches Verhalten an den Tag wie betrunkene Menschen. Sie werden hyperaktiv, beginnen zu torkeln, und irgendwann verlieren sie das Bewusstsein, wie Ulrike Heberlein von der University of California in San Francisco bereits vor einigen Jahren zeigen konnte. Nun demonstriert sie in einer neuen Studie, dass Drosophila-Fliegen sogar freiwillig Alkohol konsumieren und dabei auch schnell einmal zu "Alkoholikern" werden; und das, obwohl ihnen das Zeug gar nicht schmeckt.1

Haben Fliegen der Art Drosophila melanogaster Futter mit und ohne Ethanol zur Auswahl, fressen sie lieber von jenem mit diesem Alkohol. Offenbar kommen sie aber erst mit der Zeit auf den Geschmack. Denn die Vorliebe für das alkoholhaltige Futter nimmt während dreier Tage stetig zu, dann stabilisiert sie sich. Bei ihrem Konsum erreichen die Fliegen offenbar Alkoholkonzentrationen, die für einen Rausch ausreichen. Und sie machen auch nicht vor Hochprozentigem halt. Je höher der Alkoholgehalt im Futter, desto mehr ziehen sie es jenem ohne Alkohol vor - die Forscher testeten Konzentrationen zwischen 5 und 25 Prozent.
Dabei werden die Fliegen zunächst vom Geruch des Ethanols angezogen, der Geschmack gefällt ihnen allerdings gar nicht. Dies zeigten die Forscher anhand der Rüssel-Reaktion. Mit dieser Methode können die einer Fliege gut, schlecht oder neutral schmeckenden Substanzen erhoben werden. Im Fall von Alkohol scheint der Geschmack die Tiere eher abzustoßen, was sie offenbar aber nicht vom Konsum abhält. Sie essen sogar alkoholhaltiges Futter, wenn diesem Chinin beigemischt wurde. Und diesen Stoff verabscheuten sie normalerweise, erklärt Heberlein.

Die Einnahme von Alkohol trotz nachteiligen Konsequenzen gilt als ein Merkmal von Abhängigkeit. Ein weiteres ist der Rückfall nach einer Phase der Abstinenz, und zwar von Anfang an in gleich hohen oder höheren Mengen als vor der Pause. Auch dieses Merkmal konnten die Forscher bei ihren Studienobjekten beobachten. Gen beeinflusst Abhängigkeit

Für Heberlein ist der Nachweis von Suchtverhalten bei Fliegen ein bedeutender Fund. Denn sie untersucht die molekularen Mechanismen der Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Kokain. Die Drosophila-Fliege eignet sich sehr gut für genetische Manipulationen und damit als Modell zur Untersuchung solcher Mechanismen. Die Forscher haben bereits mehrere Fliegen mit Mutationen hergestellt, welche die Empfindlichkeit und Toleranz gegenüber Alkohol beeinflussen. Nun können sie untersuchen, wie sich diese auf das Entstehen von Abhängigkeit auswirken. In ihrer Untersuchung testeten sie bereits 27 Mutationen. Eine davon führte zu einer reduzierten Vorliebe für das alkoholhaltige Futter. Ob das Gen auch bei Säugetieren und beim Suchtverhalten von Menschen eine Rolle spielt, sollen zukünftige Studien zeigen.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2010

1Current Biology 19, 2126-2132 (2009)

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Studie: Burschen protzen mit Alkoholkonsum, Mädchen ist er eher peinlich

Während es bei den jungen Männern in erster Linie um den Beweis ihrer Männlichkeit geht, suchen Mädchen im Alkohol eine Ausrede für ihr Verhalten - insbesondere wenn es ums Flirten geht. Dies hat eine Forscherin der Universität Zürich herausgefunden, die zu diesem Zweck 14 Diskussionsrunden mit Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren durchgeführt hat. Wie die Gespräche zeigen, ist das Trinkverhalten in sehr traditionelle Rollenmuster eingebettet: Bei den jungen Männern geht es in erster Linie darum, ihre Männlichkeit oder ihren Mut zu beweisen. Sie stellen sich als Helden dar oder als Gewinner von Trinkspielen. Im Gegensatz zu den Burschen machen die Mädchen aus einem Absturz keine Heldengeschichte, sondern schämen sich oft dafür.

Quelle: Vorarlberger Nachrichten, 24.12.2009

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Rauchverbote Syrien, Ägypten und Spanien

In Syrien, Ägypten und Spanien machen die Behörden ernst mit dem Rauchverbot. Davon betroffen ist auch die traditionelle Wasserpfeife. Präsident Bashar al-Assad hat kürzlich ein Dekret erlassen, welches das Rauchen in Cafés, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen verbietet. Rauchen ist in den arabischen Ländern besonders weit verbreitet. 60 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen in Syrien rauchen. In Ägypten gehen Fachleute davon aus, dass 90 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf den Tabakkonsum zurückgehen, wobei eine deutliche Zunahme an Lungenkrebs festzustellen ist.

Auch am Nil wird dem blauen Dunst der Kampf angesagt. Mit einer breitangelegten Kampagne soll dem Rauchverbot an öffentlichen Orten zum Durchbruch verholfen werden. In verschiedenen Städten gibt es unterschiedliche Initiativen. In Alexandria sind es Geschäftsleute, die eine "tabakfreie Stadt" propagieren. Rauchen ist in Ägypten auch für ärmere Schichten erschwinglich. Die finanzielle Schraube wurde von der Regierung noch nicht angezogen. Sie fürchtet sich vor dem Unmut der Bevölkerung, sollte der blaue Dunst zu teuer werden.

In der Tabak-Hochburg Spanien läuft der Countdown für ein totales Rauchverbot. Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez kündigte an, dass die sozialdemokratische Regierung im Jahr 2010 den Qualm in allen Bars und Restaurants ausnahmslos verbieten werde. Nur im Freien, wie etwa in Biergärten, in Fußballstadien und Stierkampfarenen, dürfe dann noch geraucht werden. Die große Mehrheit der 47 Millionen Spanier wünsche einen besseren Schutz der Nichtraucher, nennt sie als Motiv.

Quelle: Der Standard, 23.12.2009; Salzburger Nachrichten, 13.01.2010

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Neu in Österreich: Pflanzendünger als Droge

"Mephedron", ein Pflanzendünger aus dem asiatischen Raum, wird von steirischen Jugendlichen als Droge konsumiert. Offiziell ist der Konsum von Mephedron, das in Labors in Thailand, China und Indien hergestellt wird, in Österreich nicht strafbar. Man warte noch auf ein Gutachten, das das Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, sagt Gerhard Stadler vom Büro für Suchtgiftkriminalität im Bundeskriminalamt. "Und wir wollen uns mit den anderen EU-Staaten absprechen." Jugendliche konsumieren dieses Aufputschmittel als Ersatz für verbotene Designerdrogen. "Es gibt kaum noch eine Diskothek in der Steiermark, in der kein Mephedron angeboten wird", beschreibt ein Kriminalist die Lage. "Und wir können nichts dagegen tun." Für die Dealer ist der Handel mit Mephedron bereits zu einem lukrativen Geschäft geworden. Sie kaufen das Gramm um drei bis zehn Euro in Asien ein und verkaufen es in Österreich um durchschnittlich 25 Euro weiter. Erst kürzlich wurde bei einem Wiener Händler ein Kilo Mephedron sichergestellt. Die Polizei musste ihm den Stoff zurückgeben. Er gab zu, in drei Monaten 250.000 Euro verdient zu haben.

Quelle: Kleine Zeitung, 30.12.2009

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Frankreich will illegale Drogen besteuern, Taiwan Junk-Food

Als erstes Land der Welt will Taiwan eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel erheben. Unter die Junk-Food-Steuer sollen unter anderem zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten, Fast-Food-Gerichte und Alkohol fallen. Die Einnahmen aus der Steuer sollten laut den Überlegungen des staatlichen Büros für Gesundheitsvorsorge dem Gesundheitssystem des Landes zugute kommen. In Taiwan sind 25 bis 30 Prozent der Kinder übergewichtig.

Frankreich will die Schattenwirtschaft stärker bekämpfen - mit Hilfe von Steuern. So sollen Drogenhändler, Hehler und Geldfälscher künftig höhere Einkommensteuern zahlen. Das zumindest sieht das rückwirkende Haushaltsgesetz 2009 vor, über das die Abgeordneten des französischen Parlaments in den kommenden Tagen abstimmen sollen.
Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte im Mai angekündigt, "Dealer über den Geldbeutel treffen" zu wollen. Die konservative Regierung will mit dem entsprechenden Entwurf aber nicht nur gegen kriminelle Aktivitäten vorgehen, sondern auch gegen die Steuerflucht.
Drogenhändler, Hehler und Geldfälscher würden ja in der Regel gar keine Steuererklärung abgeben, argumentiert der Gesetzentwurf. Bisher würden sie zwar strafrechtlich verfolgt, sollten ihre illegalen Aktivitäten auffliegen, doch sie hätten dafür eben bis jetzt nicht in Euro und Cent bezahlen müssen. Um die Einnahmen von Kriminellen besteuern zu können, soll der Fiskus nun in Zukunft beschlagnahmte Drogen etwa wie Einkommen behandeln. Dafür wird ein Marktwert festgelegt, für den sie dann aus ihrem Vermögen Abgaben zu zahlen haben - zusätzlich zum Verlust der Ware selbst. Das soll neben Drogenhandel auch für den Handel mit Waffen, Produktfälschungen, Falschgeld sowie geschmuggelten Alkohol und Zigaretten gelten.

Zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft soll das Wirtschaftsministerium dem Innenministerium nun Steuerfahnder zur Verfügung stellen. Der Entwurf für das rückwirkende Haushaltsgesetz sieht zudem vor, das Berufsgeheimnis aufzuweichen. So sollen Mitarbeiter der Steuerbehörden künftig Informationen direkt an Polizeibeamte, die in entsprechenden Fällen ermitteln, weitergeben können. Bisher mussten die Kriminalbeamten dafür einen Antrag stellen.

Gleichzeitig will die französische Regierung stärker gegen Steueroasen vorgehen. Sie hat deshalb parallel zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine eigene schwarze Liste mit Steuerparadiesen erstellt. Darauf finden sich derzeit 24 Länder, vor allem aus Asien, Zentral- und Südamerika. Sie alle haben entweder kein Abkommen mit Frankreich zur Zusammenarbeit unterzeichnet oder weigern sich trotzdem, mit den französischen Behörden zu kooperieren.

Sollten die betroffenen Staaten, darunter Chile, Guatemala, Uruguay, Panama, Costa Rica, Liberia und mehrere Inseln der Antillen, bis Ende des Jahres ihre Praktiken nicht ändern, soll die Liste veröffentlicht werden. Die Aufstellung, die jedes Jahr neu erscheinen soll, geht weiter als die der OECD, da Paris offenbar kritisiert, dass die Organisation in einigen Fällen nachgiebig ist.

Das Haushaltsgesetz sieht auch härtere Sanktionen gegen französische Unternehmen vor, die in Steuerparadiesen siedeln. So sollen sie für ihre "passiven Einkommen" (Dividenden, Zinsen und Abgaben) künftig 50 Prozent Steuern zahlen, statt bisher 15 bis 35 Prozent. Dagegen sieht der Entwurf nicht wie ursprünglich geplant Sanktionen für Privatpersonen vor, die in einem Steuerparadies eine Stiftung gegründet haben. Diese Maßnahmen seien noch nicht ausgearbeitet.

Haushaltsminister Eric Woerth kündigte gerade die Einrichtung einer Datei namens "Evafisc" an, die alle Haushalte auflisten soll, die Konten im Ausland haben. Der Staatsrat soll zudem ein Dekret abzeichnen, das Banken, die in Frankreich präsent sind, verpflichtet, entsprechende Daten an die Steuerbehörden weiterzugeben. Die Regierung hat Bürgern, die Vermögen in Steuerparadiesen angelegt haben, ein gewisses Nachsehen versprochen, wenn sie sich bis Ende des Jahres selbst anzeigen. Woerth hatte gedroht, eine Liste mit 3000 Namen von französischen Steuerflüchtlingen in der Schweiz zu besitzen. Bis jetzt haben sich jedoch nur rund 1000 Personen gemeldet.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2009; Die Welt, 07.12.2009

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Rauchverbote wirken: Europaweit weniger Krebstote

Innerhalb von nur zehn Jahren ist EU-weit die Sterblichkeit bei Krebs deutlich gesunken. Das zeigt eine Studie eines internationalen Forscherteams. Der Kampf gegen das Rauchen, bessere Therapien und Vorsorgeprogramme senkten die Sterblichkeit deutlich. Innerhalb von zehn Jahren sank die Krebstodesrate bei Männern um neun, bei Frauen um acht Prozent, berichtet ein internationales Forscherteam vom Mario Negri Institute und Fabio Levi von der Universität Lausanne in der Schweiz.

Besonders stark war der Rückgang in der mittleren Altersgruppe. Getrieben wird der positive Trend ganz wesentlich von dem zurückgehenden Tabakkonsum, was zu einem spürbaren Rückgang von Lungenkrebs und verwandten Erkrankungen führte. "Wo aber der Konsum von Alkohol und Nikotin oder beidem zusammen zugenommen haben, vor allem unter den Frauen, da hat sich auch die Zahl der davon ausgelösten Krebserkrankungen erhöht", heißt es in der Studie.

Quelle: Kronen Zeitung, 01.12.2009; Kurier, 01.12.2009

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Online-Pokern: Wer viel spielt, verliert

Je mehr Partien Spieler beim Online-Poker gewinnen, desto weniger Geld streichen sie laut einer aktuellen Studie von US-Wissenschaftlern insgesamt ein.
Das gilt besonders für Anfänger, wie die Analyse von 27 Millionen Pokerpartien im Internet ergab. Die im "Journal of Gambling Studies" veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass der ärgste Kontrahent vieler Spieler nicht die anderen Personen am "Tisch" sind, sondern sie selbst. Der Soziologe Kyle Siler von der Cornell-Universität im US-Staat New York begründet das Resultat seiner Untersuchung wie folgt: Bei den weitaus meisten Spielen gewinnen die Sieger lediglich kleine Beträge. Menschen neigen aber dazu, regelmäßige geringe Gewinne im Vergleich zu gelegentlichen großen Verlusten überzubewerten.

Glückssträhnen verleiten zu hohem Risiko: Die vermeintliche Glückssträhne verleitet die Spieler somit dazu, größere Risiken einzugehen. Sie setzen in weiteren Partien höhere Beträge, so dass der vorher eingestrichene Gewinn bei ausbleibendem Erfolg schnell wieder aufgezehrt ist. Siler analysierte insgesamt 27 Millionen Spiele der auch in Deutschland beliebten Pokervariante Texas Hold'em, bei denen der mögliche Einsatz nicht begrenzt war. Online-Poker ist eine florierende Glücksspielbranche mit einem Jahresumsatz in Milliardenhöhe.

Quelle: Journal of Gambling Studies

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