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BRD: Abermals weniger Rauschgifttote

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so wenige Personen an den Folgen von Rauschgift gestorben wie seit 1989 nicht mehr. Wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung am Donnerstag mitteilte, wurden 2010 insgesamt 1237 Tote registriert. Gegenüber dem Vorjahr sank deren Zahl um 94 oder sieben Prozent. Die Zahl der Personen, die wegen Gebrauchs sogenannter harter Rauschgifte erstmals polizeilich auffällig wurden, stieg gegenüber 2010 um drei Prozent auf 18 621. Der Rückgang auf Seiten der Gebraucher von Heroin, Kokain und Ecstasy wurde durch eine höhere Zahl polizeiauffälliger Gebraucher anderer Substanzen mehr als ausgeglichen. Um elf Prozent stieg die Zahl der Konsumenten von Amphetaminen und Methamphetaminen, 80 Prozent betrug der Anstieg bei sogenanntem Crystal. Wie groß das Dunkelfeld ist, lässt sich dem Umstand entnehmen, dass weniger als vier von zehn Rauschgifttoten vor ihrem Ableben den Behörden als solche bekannt waren.

Die Heroinkonsumenten von einst geraten in die Jahre. Die Todesopfer waren älter als 30 Jahre - 944 Personen - und überwiegend männlich. Häufigste Todesursache bleibt eine Überdosis Heroin. Die sinkende Zahl der Todesfälle ist laut Dyckmans auch den vielen "Angeboten zur Überlebenshilfe" zu verdanken; es sei gelungen, immer mehr Abhängige gesundheitlich zu stabilisieren, ihr Überleben zu sichern und ihnen einen Ausstieg aus der Sucht zu ermöglichen.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung / Die Welt vom 25.03.2011

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Ungarn und China führen Rauchverbot ein

In Ungarn wird ein generelles Rauchverbot verhängt. Vom 1. Januar 2012 an darf demzufolge in Restaurants, Bars, Theatern, am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen sowie auf Spielplätzen nicht mehr geraucht werden. Auch "Raucherinseln" sind an diesen Orten untersagt.
Laut der neuen Regelung dürfen auch keine Raucherinseln in obigen Einrichtungen geschaffen werden. Nur unter freiem Himmel, fünf Meter vom Eingang der Einrichtungen entfernt, darf geraucht werden. Das Verbot gilt nicht für Gartenlokale und Open-Air-Vergnügungslokale.

Mit einigen Monaten Verspätung will China nun im Mai ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen einführen. Die Regelung solle am 1. Mai landesweit in Kraft treten. Das Rauchverbot soll für Pärke, Hotels, Theater, Museen und Restaurants, nicht aber für Büros gelten. Ursprünglich hatte die chinesische Regierung zugesagt, das Rauchverbot vor dem 9. Januar einzuführen, als sie die Rahmenkonvention zur Bekämpfung des Tabakkonsums der Weltgesundheitsorganisation unterzeichnete. Die Umsetzung wurde aber durch eine fehlende Gesetzgebung auf nationaler Ebene und bürokratische Hürden verzögert. Etwa 300 Millionen von insgesamt 1,3 Milliarden Chinesen rauchen.

Quellen: Neue Zürcher Zeitung vom 25.03.2011 / Vorarlberger Nachrichten vom 28.04.2011

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Ein Prozent des US-Stroms für Marihuana-Produktion

San Francisco - Eine Stromrechnung von fünf Mrd. Dollar (3,4 Mrd. Euro) jährlich, ein Prozent des gesamten US-Stromverbrauchs (entspricht zwei Mio. Haushalte) und CO2-Emissionen die drei Mio. Autos entsprechen: Das ist die Energiebilanz der US-Marihuana-Farmer, hat Energieforscher Evan Mills vom Lawrence Berkeley National Laboratory, University of California, erhoben.
In Kalifornien, dem größten Produzenten, liegt der Stromverbrauch aus dem Anbau bei drei Prozent aller Elektrizität. Ein Joint entspricht einer 100-Watt-Lampe über 17 Stunden und erzeugt 900 Gramm CO2.

Zahlreiche US-Bundesstaaten erlauben aus medizinischen Gründen Marihuana-Konsum, obwohl es nach Bundesgesetzen verboten bleibt. In 17 Staaten ist der Anbau dort legal, nach Bundesgesetzen nicht. Darum werden die Plantagen großteils in Häusern errichtet, um Verfolgung zu entgehen.
Cannabis-Plantagen sind heller als Operationssäle, haben sechsmal so hohe Luftumwälzung als Biotech-Labors und den Stromverbrauch eines Rechenzentrums. Verlegt man den Anbau ins Freie, ist er nicht energieintensiver als bei anderen Kulturpflanzen.

Quelle: Der Standard vom 13.04.2011

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Studie: Rauchen gefährdet Babys Gesundheit

Rauchen Eltern in der Wohnung, setzen sie die Gesundheit ihres Babys aufs Spiel. Selbst wenn sie nur in bestimmten Räumen oder ausschließlich am Fenster qualmen, gelangen Giftstoffe in den Körper der Kinder. Dagegen hilft auch ausgiebiges Lüften nicht, wie eine spanische Studie zeigt. Der Grund: Die Tabakgifte haften auch auf Haut, Haaren und Kleidung der Raucher. "Passivrauchen ist in Industrieländern die häufigste vermeidbare Ursache von Todesfällen bei Kindern", sagt Untersuchungsleiterin Guadalupe Ortega vom Gesundheitsministerium der Region Katalonien. Die Forscher untersuchten Haare von etwa 250 Babys, von denen mindestens ein Elternteil rauchte. Bei fast drei Viertel der Familien herrschte in der Wohnung kein Qualmverbot.

Rauchen am Fenster, in einem anderen Zimmer oder ausgiebiges Lüften des Schlafraums schützten die Kinder nicht vor den Giftstoffen, wie die Forscher in der Zeitschrift "BMC Public Health" schreiben. Besonders stark waren jene Kinder belastet, die mit ihren Eltern im gleichen Raum schliefen. "Die einzige Möglichkeit, den Ort rauchfrei zu halten, ist außerhalb der Wohnung zu rauchen", betont Ortega.

Quelle: Vorarlberger Nachrichten vom 09.04.2011

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Zu viele Termine machen Jugendliche depressiv

Sportliche, soziale und musische Aktivitäten neben der Schule fördern zweifellos die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Einige Experten warnen jedoch vor einem übervollen Terminkalender und Überforderung. Andrea D. Mata von der Kent State University in Ohio (USA) und ihre Kollegen berichteten jetzt auf einem Fachkongress in Montreal, dass diese Gefahr tatsächlich bestehe. Ein Übermaß von außerschulischem Engagement führe dazu, dass die Heranwachsenden schulische Probleme hätten, zu Depressionen neigten, Risikoverhalten zeigten, sich einsam fühlten und eher Tabak und andere Drogen konsumierten.

Quelle: Die Welt vom 01.04.2011

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Alkolocks: Deutschland prüft Wegfahrsperren für Alkoholsünder

Die Deutsche Bundesregierung lässt die Einführung von Alkolocks zu prüfen. Solche Geräte messen den Atem-Alkoholgehalt des Fahrers und unterbrechen im Zweifelsfall die Motorzündung. Alkolocks sollen verhindern, dass Autofahrer nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol am Straßenverkehr teilnehmen. In Deutschland müssen jedes Jahr mehr als 100 000 Autofahrer deswegen ihren Führerschein abgeben. Nach dem Willen der Regierungsfraktionen könnten sie die Alkolocks freiwillig einbauen lassen - mit dem Anreiz, den Führerschein früher wiederzubekommen oder ihren Punktestand beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg zu verringern. Die Anschaffung des Geräts soll rund 1000 Euro kosten.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft teilte mit, Alkolocks sollten da Pflicht werden, wo man besondere Schutzgüter sichern und herausragende Gefahren neutralisieren wolle - etwa für Kinder in Schulbussen oder bei Gefahrguttransportern. Nach Angaben der EU sind Alkolocks schon seit zwei Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten und in Kanada im Einsatz. In Europa dagegen sind die Geräte erst langsam im Kommen. So wird in den Niederlanden der Einbau von Alkoholschlössern ab Mai für notorische Promillesünder Pflicht.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.04.2011

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Drogentodesfälle und ihre Ursachen im europäischen Vergleich

Jedes Jahr kommen EU-weit auf eine Million Menschen zwischen 20 und 22 Drogentote. Österreich liegt mit 30 deutlich über dem Schnitt, Holland mit zehn weit darunter. Fast jedes zweite Drogenopfer (rund 45 Prozent) ist unter 25 Jahren. In dieser Altersklasse belegt Österreich, gemeinsam mit Lettland, den Spitzenplatz. Als einer der Gründe gilt die steigende Risikobereitschaft bei Jugendlichen.

Ständig kommen neue Substanzen auf den Markt und werden wahllos gemischt. Derzeit aktuell: Substitol und Compensan, außerdem Valium, Rohypnol und Mephedron, ein Pflanzendünger, der lange frei erhältlich war.

Sehr oft leiden schwer abhängige Menschen zusätzlich an Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen. Sie kommen aus allen sozialen Schichten. Über 60 Prozent der Drogenkinder und -jugendlichen haben Gewalt erfahren, 50 Prozent haben substanzabhängige Eltern, ebenfalls 50 Prozent wurden schon einmal aus der Familie genommen und fremd untergebracht.

Quelle: profil vom 04.04.2011

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Medizin: Cannabiskonsum ohne High-Effekt

Das medizinische Potenzial von Cannabis wird immer häufiger durch Studien untermauert und auch bei bestimmten Krankheiten längst genutzt. Der schlechte Ruf als Rauschdroge überlagert diese Vorteile jedoch.

Forschern gelang es nun, den Antischmerz-Wirkstoff THC im Cannabis "rauschfrei" zu machen. THC ist sowohl für die schmerzlindernde sowie entspannende als auch für die berauschende Wirkung des Stoffs verantwortlich und wird von den sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren unseres Körpers - körpereigene Andockstellen auf der Zelloberfläche - ins Gehirn weitergeleitet. US-Forscher fanden nun heraus, dass die schmerzlindernde Wirkung tatsächlich auf einen anderen Rezeptor zurückgeht. Sie züchteten Mäuse ohne diese "Empfängerantennen". Im Gegensatz zur Kontrollgruppe wirkte THC bei diesen Tieren nicht mehr schmerzlindernd.
Nun veränderten die Forscher eine Cannabispflanze derart, dass sie zwar an den Schmerzstillungsrezeptoren andocken, aber nicht an jene für die Rauschwirkung. Dieser Stoff stillte offenbar die Schmerzen der Tiere, ohne sie ins High zu versetzen. Damit hoffen die Forscher, einen weiteren Baustein für die zukünftige Entwicklung neuer Cannabis-Medikamente liefern zu können.

Arzneien aus teilsynthetischem THC-armen Nutzhanf bewähren sich zum Beispiel, um Begleiterscheinungen einer Chemotherapie wie Brechreiz oder Übelkeit bei Krebskranken zu lindern. Auch bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder spastischen Störungen entfaltet der Wirkstoff THC vor allem eine muskelentspannende und schmerzlindernde Wirkung. Was den oft chronisch Kranken und zum Teil schulmedizinisch bereits Austherapierten eine Verschnaufpause in ihrem von Schmerzen geprägten Alltag liefert. In Österreich ist der Anbau THC-hältiger Pflanzen sowie deren Verwendung in der Medizin verboten. Es gibt auch THC-freie Sorten (Nutzhanf), die zu Lebensmitteln (etwa Öle) verarbeitet werden. Für gesundheitliche Zwecke wird THC-armer Nutzhanf verwendet, der zum Teil synthetisch hergestellt wird.

Quelle: Kurier vom 7.4.2011

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