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Europa: Drogenkonsum bei Jugendlichen bleibt konstant

Der Drogenkonsum bei Jugendlichen in Europa ist in den vergangenen fünf Jahren konstant geblieben - nachdem er zuvor stetig gestiegen war. Rund 18 Prozent der Jugendlichen hätten 2011 Drogen genommen, heißt es in einer Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Rund 79 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Jahr Alkohol getrunken zu haben. Beim exzessiven Konsum von Alkohol gab es einen leichten Rückgang. Unverändert sei der Zigarettenkonsum von Jugendlichen.

Quelle: Die Welt vom 01.06.2012

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Rauchen schadet Frauen viel mehr als Männern

Die Zahl der Frauen, die an den Folgen des Rauchens sterben, ist weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starben im Jahr 2010 13815 Frauen an Krebserkrankungen, die auf den Konsum von Tabakprodukten zurückgeführt werden können. Dies waren rund 36 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Die Zahlen basieren auf der amtlichen Todesursachenstatistik. Demnach lag der Frauenanteil an den durch Erkrankungen wie Lungen-, Bronchial-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs insgesamt verursachten Todesfällen (44457) des Jahres 2010 bei rund 31 Prozent. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2001 bei 40053 Gestorbenen 25 Prozent. Ob die Krebserkrankung letztlich in allen Fällen auf den Konsum von Tabakwaren zurückzuführen sei, ließe sich nicht feststellen, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Statistik. Es gelte das Prinzip des Grundleidens, bei dem die Todesursache als Folge vorausgehender Erkrankungen auf dem Totenschein eingetragen wird.

Im Vergleich zu Männern verlieren Frauen durch Krebserkrankungen laut der Studie allerdings wesentlich mehr Lebensjahre: Während Männer im Durchschnitt insgesamt 2,9 Jahre früher starben, verkürzte sich das Leben der Frauen im Durchschnitt sogar um 10,5 Jahre. "Während wir unter Kindern und Jugendlichen einen nachhaltigen Trend zum Nichtrauchen haben, rauchen in der erwachsenen Bevölkerung 30,5 Prozent der Männer und 21,2 Prozent der Frauen", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am Donnerstag. "Die Mehrzahl der Raucherinnen und Raucher möchte mit dem Rauchen aufhören, doch ein Rauchstopp ist für viele schwierig." Sie wünscht sich darum "mehr Beratung und Unterstützung" durch die Ärzte.

Neben der psychischen Abhängigkeit spiele bei vielen Frauen, zunehmend aber auch bei Männern, der Faktor Gewicht eine Rolle, wenn es darum gehe, das Rauchen aufzugeben, sagte Michaela Goecke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die "zwei oder drei Kilogramm mehr an Gewicht", die durch das Aufhören verursacht werden können, seien aber für die Gesundheit bei weitem nicht so schädlich wie die Zufuhr von Giftstoffen, die beim Rauchen durch den Tabak aufgenommen werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 01.06.2012

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Niederlande verbieten Cannabis-Verkauf an Touristen

Seit einem Monat stehen die Hasch-Cafés in den südlichen Niederlanden leer. Ausländer dürfen seit dem 1. Mai in den Haschisch-Cafés nicht mehr bedient werden. Damit soll dem Drogentourismus das Wasser abgegraben werden. Zunächst wird die Regelung nur in den südlichen Grenzprovinzen Zeeland, Nord-Brabant und Limburg kontrolliert. Im Rest des Landes soll dies ab 1. Januar 2013 der Fall sein. Coffeeshops müssen sich in Vereine mit maximal 2000 Mitgliedern umwandeln, wer Mitglied werden will, braucht einen Wohnsitz in den Niederlanden.

Seit Inkrafttreten der Regelung hat der illegale Straßenhandel stark zugenommen. Kritiker fürchten weitere Gefahren - für illegal gehandeltes Haschisch gibt es keine Qualitätskontrolle. Das Risiko von gefährlichen Drogencocktails steigt. Zudem bleiben die Touristen aus. Laut Behörden waren etwa 70 Prozent der etwa 2,5 Millionen Coffeeshop-Kunden in Maastricht Ausländer. Auf dem Schwarzmarkt sinken indes die Preise. Auch heimische Cannabisproduzenten - der Anbau kleiner Mengen für den Eigenbedarf ist erlaubt - bieten dort ihre Ware an. Der Preis für 1,2 Gramm Haschisch soll auf dem Schwarzmarkt auf zehn Euro gesunken sein. Im Coffeeshop kostete es vor einem Monat noch 16 Euro. Die Drogentouristen aus Deutschland, Frankreich oder Belgien umgehen indes das Verbot. In den Coffeeshops im Norden des Landes, wo noch nicht kontrolliert wird, ist die Zahl der ausländischen Besucher stark angestiegen.

Quelle: Die Welt vom 04.06.2012

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Österreich: Immer mehr Zustimmung für Rauchverbot in Lokalen

Geht es nach den Vorarlbergern, soll der Qualm in den Lokalen und Restaurants sauberer Luft weichen: In der großen VN-Umfrage sprechen sich bereits 55 Prozent der Bürger für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie aus. Die Zahl der "Rauch-Gegner" steigt dabei in allen Altersschichten, in der Gruppe der unter 29-Jährigen machen sich etwa bereits 60 Prozent für rauchfreie Gaststätten im Land stark. Laut Meinungsforscher Edwin Berndt (67) ist der Trend klar erkennbar: 2010 hatten sich erst 40 Prozent der Vorarlberger gegen den Qualm in Lokalen ausgesprochen. Die aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer Vorarlberg zeigen, dass das Land längst den Weg hin zu einer rauchfreien Gastronomie geht - bereits rund 40 Prozent der von der Kammer erfassten Betriebe sind reine Nichtraucherlokale.

Quelle: Vorarlberger Nachrichten vom 21.05.2012

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Deutschland: Weniger Tabak und Alkohol, aber mehr Glücksspiel

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hat der Tabakkonsum bei Jugendlichen einen neuen Tiefstand erreicht. Die Zahl der Zwölf- bis Siebzehnjährigen, die mindestens einmal wöchentlich zur Zigarette greifen, ist 2011 auf unter zwölf Prozent gesunken. Ebenfalls rückläufig ist der Trend beim Cannabiskonsum und dem regelmäßigen Alkoholkonsum der Jugendlichen (im vergangenen Jahr 14,2 Prozent, im Jahr 2001 dagegen 17,9 Prozent). "In vielen Bereichen zeigen die Maßnahmen zur Verringerung des Drogen- und Suchtmittelkonsums Wirkung", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Dagegen sei in der Gruppe der 18 bis 25 Jahre alten jungen Leute das Rauschtrinken immer noch weit verbreitet. Sie gehörten zu den "Gruppen mit besonders hohem oder riskantem Konsum, die noch besser erreicht werden müssen". Dies gilt auch für die Computerspiel- und Internetsucht sowie den exzessiven Gebrauch von Glücksspielen. Statt zu Flasche, Glimmstengel oder Joint zu greifen, verlegen sich immer mehr Jugendliche auf das Glücksspiel. Besonders stark ist der Trend bei den unter 16 Jahre alten Jugendlichen: Nahezu ein Viertel aller Befragten spielte in den vergangenen zwölf Monaten ein gewerblich angebotenes Glücksspiel. Im Jahr 2009 waren es dagegen nur etwa 15 Prozent.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.05.2012

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Schlafmangel und Untergewicht begünstigen problematischen Konsum

Schlaf ist keine Zeitverschwendung. Darauf machen Chronobiologen der Uni München jetzt aufmerksam. 80 Prozent der Bevölkerung westlicher Länder seien von sozialem Jetlag betroffen: Zwei Drittel leiden unter mindestens einer Stunde Schlafmangel an Werktagen, jeder Dritte sogar an zwei Stunden und mehr, erhoben die Forscher. Bei der Auswertung von 65.000 Fragebögen kam auch heraus, dass mit dem Schlafmangel der Konsum von Alkohol-, Nikotin- und Koffein zunimmt.

Untergewichtige konsumieren häufiger illegale Drogen als Normal- und Übergewichtige. Das ergab eine Untersuchung der MedUni Wien. Die Fachleute analysierten dafür die Daten aus den Befunden der Stellungsuntersuchungen von insgesamt 1902 jungen Männern aus Niederösterreich.

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten vom 16.05.2012

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Österreich: Jugend ist viel besser als ihr Ruf

Österreichs Kinder und Jugendliche sind bezüglich ihres Risikoverhaltens in Sachen Gesundheit mittlerweile wesentlich besser als ihr Ruf. Im internationalen Vergleich ist die österreichische Jugend beim Alkohol-, Nikotin- und Cannabiskonsum nicht besonders auffällig. Österreichs Teenager reihen sich im Mittelfeld - einmal etwas weiter vorn, einmal etwas weiter hinten - ein.
Der neueste Vergleichsbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Daten von rund 200.000 Kindern und Jugendlichen aus 39 Staaten Europas und Nordamerikas (2009/2010) zeigt bei den Vergleichswerten, dass in Österreich das größte Problem beim Rauchen und beim Alkohol liegen dürfte - aber abseits von "Spitzenrängen" wie noch vor vier Jahren.

Beim Rauchen sind in der Studie die Grönländer weit an der Spitze: Mit 13 Jahren rauchen dort 35 Prozent der 13-jährigen Mädchen zumindest einmal wöchentlich, ebenso 25 Prozent der Burschen. Österreich liegt hier auf dem zwölften Rang mit sieben Prozent der Mädchen und fünf Prozent der Buben. Im Alter von 15 Jahren allerdings liegen die österreichischen Mädchen mit 29 Prozent, die zumindest einmal pro Woche Tabak konsumieren, schon an dritter Stelle. Vor allem bei Mädchen ist das Rauchen immer noch angesagt. 29 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen gaben an, mindestens einmal pro Woche zur Zigarette zu greifen.

Jugendliche leben speziell in Europa in einer "alkoholischen Umwelt" der Erwachsenen. Österreich liegt hier an fünfter Stelle - allerdings von knapp 40 Staaten - mit 28 Prozent der Mädchen und 37 Prozent der Burschen.
Cannabis benebelt Österreichs Jugendliche kaum: Vier Prozent der Mädchen und acht Prozent der Burschen über 15 geben an, in den vorangegangenen 30 Tagen Cannabis benutzt zu haben (Rang 20). In Kanada sind das je 18 Prozent der Mädchen und Burschen, in Spanien 15 bzw. 17 Prozent und in den USA zwölf bzw. 16 Prozent (die ersten drei Plätze).

Quelle: Salzburger Nachrichten, Vorarlberger Nachrichten vom 02.05.2012

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BRD: Sportwetten weiter im Vormarsch

Großereignisse wie die Europameisterschaft sind Hochzeiten für Sportwetter. Im Büro, in der Uni, im Freundeskreis und in der Familie gibt es viele private Tipp-Runden. Auch die staatlichen und privaten Wettanbieter verzeichnen in diesen Wochen einen Anstieg, ob im Internet oder im Shop.

Wer ein Wettbüro aufmachen will, dem wird im Internet empfohlen, ein Startkapital von 50 000 Euro mitzubringen und eine mindestens 100 Quadratmeter große Räumlichkeit zu finden, die am besten so liegt, dass viele potenzielle Spieler in der Nähe wohnen. Es entstehen auf diese Weise vor allem Ableger von großen Anbietern wie Tipico oder mybet, beides lizenzierte Buchmacher mit Sitz auf Malta. Nach drei bis sechs Monaten sei das Startkapital wieder drin.

Die Wettbüros, die sogenannten Wettvermittler, können auf zwei Wegen Geld verdienen. So können sie prozentual an dem Betrag beteiligt werden, der nach Abzug der Wettgebühren und der Gewinnausschüttung an die Spieler übrig bleibt; üblich ist eine Aufteilung zwischen Buchmacher und Shop im Verhältnis von 70:30 oder 60:40. Oder sie werden am Umsatz beteiligt, abhängig vom Gesamtumsatzes des Shops, meist sind dies zehn bis 15 Prozent. Einer Präsentation des deutschen Buchmacherverbandes zufolge hat der Sportwettenmarkt im Jahr 2008 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro gemacht, knapp ein Drittel davon mit Wettbüros, den Rest über Angebote mit Online-Wetten.

"Viele Spieler glauben, den Zufall überwinden zu können", sagt Professor Gerhard Bühringer vom Institut für Therapieforschung München " Indem sie sich auf Partien vorbereiten, den Einfluss von Form, Verletzten, Sperren dazurechnen, meinen sie, die Wahrscheinlichkeit für sich verbessern zu können. Das treibt sie auch ins Wettbüro, wo sie - anders als einsam vor einem PC - die Expertise mit ihresgleichen teilen. Sportwetten haben ein relativ hohes Suchtpotenzial. In Bayern wird die Zahl der pathologisch Glücksspielsüchtigen auf 26 000 geschätzt, ein Viertel von ihnen sei durch Sportwetten süchtig geworden. "Es geht auch um einen gewissen Kompetenzanteil, der aber letztlich vernachlässigbar ist", so Bühringer. Es gibt Studien, in denen sogenannte Experten, Laien und ein Zufallsgenerator Ergebnisse vorhersagen. Die Experten tippen häufig die richtige Tendenz, bei Ergebnis-Wetten würden aber alle Geld verlieren.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 21.06.2012

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