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BRD: Erfolgreiche Alkoholprävention durch Jugendfußballtrainer

Jugendfußballtrainer, die in dem Bereich der Alkoholprävention geschult werden, denken intensiver über ihr eigenes Trinkverhalten nach, kommunizieren offen mit ihren Spielern über die physischen und psychischen Folgen des Alkoholkonsums und wenden präventive Methoden selbstbewusst an. Mit positiven Auswirkungen auf die jugendlichen Spieler: Ihre Absicht, Alkohol zu konsumieren, sinkt deutlich.
Insgesamt 1.239 Jugendfußballtrainer aus 456 Vereinen nahmen seit 2010 an dem Projekt "TrainerPlus – Alkoholprävention im Jugendfußball" teil. Das Projektteam vermittelte in mehreren Stufen entwicklungs- und motivationspsychologisches Know-how an die Fußballtrainer.
"Das grundlegende Konzept von TrainerPlus ist die Persönlichkeitsstärkung der Jugendlichen und die Schaffung einer günstigen Vereinsumwelt. Hierzu eignen sich die Trainer mit unserer Hilfe in Workshops Wissen an, das sie für einen kompetenten, die Persönlichkeit stärkenden Umgang mit Jugendlichen benötigen". Denn ob Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren anfangen, regelmäßig Alkohol zu konsumieren, ist neben der Unterstützung aus dem Elternhaus vor allem vom Trainingsstil in Sportvereinen, den damit verbundenen Einstellungen zum Alkoholkonsum im Umfeld der Jugendlichen und den Erwartungen zu Folgen des Alkoholkonsums der jungen Sportler selbst abhängig. "Wichtige Ziele der Prävention sind die Vermittlung von Erfolgserlebnissen, sozialer Einbindung und Selbstbestimmung. Außerdem möchten wir die soziale Widerstandsfähigkeit der Jugendlichen stärken, ihre oftmals unrealistischen Vorstellungen zu positiven Wirkungen von Alkoholkonsum korrigieren und ihre Trinkabsichten reduzieren. Gelingt dies, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für einen frühen Alkoholkonsum."

Bei hochmotivierten Trainern konnten über drei Jahre folgende Verhaltensänderungen nachgewiesen werden: Anstieg der Sensibilität für das Thema Alkohol bei Jugendlichen um 15 Prozent, Anstieg der Intensität der Kommunikation mit den Jugendlichen über das Thema Alkohol um 21 Prozent, Stärkung des sozialen Mannschaftsklimas und die Verbesserung der eigenen Trainerkompetenzen. Auch die 12- bis 16-jährigen Spieler änderten ihr Verhalten: Die Absicht, Alkohol zu trinken, sank um 25 Prozent, die positiven Erwartungen an den Alkoholkonsum um 15 Prozent. Außerdem erlagen die Spieler nicht mehr so leicht dem Gruppenzwang. Wichtig ist jedoch: Diese Präventionseffekte konnten nur für intrinsisch motivierte Trainer nachgewiesen werden. Denn nur diese setzten die Maßnahmen adäquat in ihren Vereinen um.

Weitere Informationen:

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft, 28.5.2014

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GB: Nasenspray gegen Opiat-Überdosierung

Der britische Konsumgüter- und Pharmakonzern Reckitt Benckiser will ein Naloxon-Nasenspray zur Anwendung gegen eine Opiat-Überdosierung auf den Markt bringen und hat sich alle Rechte an dem Produkt von der US-Firma AntiOp gesichert.
Als Antagonist an Opioid-Rezeptoren hebt Naloxon die Wirkung von Morphin-ähnlichen Wirkstoffen teilweise oder ganz auf. In der Notfallmedizin wird das Mittel bei Überdosierung etwa von Heroin und Methadon injiziert. Das Nasenspray soll die Verabreichung deutlich vereinfachen und sicherer machen.
Bereits im vergangenen Jahr hat AntiOp von der US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht für die Einreichung der Zulassungsunterlagen erhalten. Damals seien noch bis zu 7 Millionen US-Dollar benötigt worden, um die Entwicklung beschleunigen und zuerst auf dem Markt sein zu können.

Quelle: APOTHEKE ADHOC, 23.5.2014

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Schweiz: Limmattaler Bauern offen für Cannabis-Anbau

Legaler Cannabisanbau ist unter Landwirten kein Tabu mehr. Auf einen Vorschlag, Bergbauern des Bunds Cannabis anbauen zu lassen, reagieren sie positiv. Diskussionen über eine Legalisierung von Cannabis sind sechs Jahre nach dem klaren Nein zur Hanf-Initiative wieder salonfähig geworden. Obwohl eine gesetzliche Grundlage dafür noch in weiter Ferne liegt, ließ sich die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen diese Woche Regulierungsmodelle vorstellen.

Quelle: Limmattaler Zeitung, 27.3.2014

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USA: Cannabis-Marketing auf amerikanisch

Überall sprießen derzeit in den USA Start-Ups und Apps rund um Marihuana-Konsum aus dem Boden. Die Leafly-Website vermittelt einen Eindruck davon, wie sich Markt und Marketing im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" entwickeln.

Kiffer-Touren, Shops für exotische Grassorten, Aktien und Fonds, die sich auf Unternehmen mit Marihuana-Gewinnziel konzentrieren: Die (teilweise) Legalisierung von Cannabis in zahlreichen US-amerikanischen Bundesstaaten hat die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen angeschoben, die sich auf das "grüne Gold" konzentrieren – offline und online. Viele Anbieter von Plattformen und Apps beteuern, dass es natürlich nur um den Cannabis-Einsatz zu medizinischen Zwecken geht, zur rechtlichen Absicherung. Doch die Angebote helfen auch Hobby-Kiffern – zum Beispiel bei der Suche nach dem besten Gras oder der Aufzucht der eigenen Plantage.

Die Bewertungsplattform "Leafly" ist nach eigenen Angaben das größte virtuelle Nachschlagewerk für Cannabis und listet derzeit mehr als 700 Sorten – darunter so exotische Varianten wie "Kosher Kush", angeblich das einzige Gras, das je von einem Rabbi gesegnet wurde. Die Nutzerbeteiligung scheint hoch zu sein – 80.000 Bewertungen sind "Leafly" zufolge bisher auf der Plattform abgegeben worden. Die Nutzerkommentare, user-basierte Ratings, Angaben zu Geschmack und Wirkung, helfen Interessierten bei der Wahl – sie können sich auch anzeigen lassen, ob die Sorte in der Nähe verfügbar ist, und sich das Produkt teilweise sogar gleich in den virtuellen Einkaufskorb legen.

Link: http://www.leafly.com/

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Internet: Grams - Ein "Google" für Schusswaffen und Drogen

Der Anonymisierungsdienst Tor und das Deep Web sind nicht nur für ihren (relativen) Schutz vor Überwachung und Zensur bekannt: Auch Kriminelle nutzen das "versteckte" Netz für illegale Machenschaften. Bekannt wurde beispielsweise die Silk Road, auf der Drogen und Waffen gehandelt wurden – auch in Österreich. Bezahlt wird auf den Märkten mit Bitcoins, durch das Grundprinzip von Tor wird vermeintlich Anonymität bewahrt.

Die Märkte sind teilweise allerdings so gut versteckt, dass Käufer und Verkäufer nicht mehr zueinanderfinden. Deswegen hatte ein Programmierer die Idee, eine Suchmaschine für das Deep Web zu entwerfen. Eigentlich ein Widerspruch, da sich das Deep Web gerade dadurch auszeichnet, dass es nicht von Suchmaschinen erfasst wird. Allerdings durchsucht Grams, so der Name des Projekts, nicht das ganze Tor-Netzwerk, sondern fasst vielmehr das Angebot auf verschiedenen Märkten zusammen.

Das Potpourri der angebotenen Waren ist dabei reichhaltig und umfasst nahezu alles, was als unmoralisch oder illegal eingestuft wird: Drogen und Schusswaffen können auf Plätzen wie der SilkRoad2 und Agora ebenso erworben werden wie gefälschte Pässe, gestohlene Kreditkartendaten und Kinderpornografie. Grams zeigt nach einer Suchanfrage verschiedene Produkte an, inklusive Ort des Verkäufers und deren Preis.

In weiterer Zukunft will der Service, so dessen anonym bleibender Erfinder gegenüber Wired, sogar ein Google-Adwords-ähnliches Programm anbieten, mit dem Verkäufer ihre Waren besser platzieren können.

Ohnehin orientiere er sich stark an der größten Suchmaschine der Welt, so "Gramsadmin", der auf Reddit aktiv ist. Ein weiteres Feature seiner Grams-Suche: Sie könne nachvollziehen, wohin Seiten gewandert sind, die nach einer DDoS-Attacke offline waren. Außerdem könnten bald Profile von Verkäufern auf Grams erscheinen, sodass Nutzer feststellen können, wie vertrauenswürdig diese sind.

Zwar kann man mit Tor die NSA durchaus in ihrer Spionageabsicht ärgern, empfehlenswert ist ein Einkauf auf illegalen Marktplätzen dennoch nicht. So ermitteln Strafverfolgungsbehörden wie das FBI mittlerweile verdeckt im Tor-Netzwerk. Auch die österreichische Polizei tätigte schon mehrere Zugriffe wegen Drogenhandels im Deep Web. Der Knackpunkt daran: Die Ware muss irgendwie physisch zum Käufer gelangen. Der letzte Fahndungserfolg gelang der niederösterreichischen Polizei dadurch, dass sie Postämter observierte, in denen zwei St. Pöltner ihre Drogenpakete aufgaben.

Quelle: derStandard.at, 18.4.2014

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Schweiz: Safe Zone - Online-Beratung für Suchtfragen

Safe Zone ist ein aktuelles Beispiel für ein internetbasiertes Angebot der Suchtberatung und bietet mit qualifizierten Fachpersonen aus den Bereichen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Selbsthilfe zeitgemäße, qualitativ hochstehende Online-Beratungsdienstleistungen im Suchtbereich an. Dazu gehören unter anderem Mail-, Chat- und Forenberatungen sowie Online- Selbsttests. Der Zugang zum Portal ist sowohl über eine neue zentrale Webadresse wie auch über die bestehenden lokalen Websites der teilnehmenden Institutionen möglich.

Link: https://www.safezone.ch/

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USA: Werbefreiheit für den Milliardenmarkt der E-Zigaretten

Die US-Gesundheitsaufsicht FDA lässt den Herstellern elektrischer Zigaretten freie Bahn, ihre Produkte im Fernsehen und in allen anderen Medien zu bewerben. Dies geht aus dem lang erwarteten Regulierungsvorschlag der Behörde für den boomenden Markt mit den Nikotin-Ersatzprodukten hervor, den die FDA am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach verlangt die FDA von der Industrie zwar, Warnungen über mögliche Gesundheitsrisiken zu veröffentlichen und E-Zigaretten nicht an Minderjährige sowie über Automaten zu verkaufen. Weitere Werbeeinschränkungen sieht sie aber nicht vor.

Die sich abzeichnende Werbefreiheit macht das rasant wachsende E-Zigaretten-Geschäft noch attraktiver für die Tabakkonzerne. Allein in den USA werden die Hersteller dieses Jahr laut Expertenschätzungen rund zwei Milliarden Dollar mit den batteriebetriebenen Apparaten umsetzen, die auf Knopfdruck oder durch Inhalieren nikotinhaltige Flüssigkeiten verdampfen. Das ist eine Verhundertfachung gegenüber 2008. In Deutschland ist das Volumen mit hundert Millionen Euro rund 15-mal so hoch wie 2010.

Ein weiterer Schub steht nun bevor: Alle großen Tabakmultis, von Philip Morris International ("Marlboro") über BAT ("Lucky Strike") bis zu Imperial Tobacco ("West") sind gerade in das Wachstumsgeschäft eingestiegen. "Der Konsum von E-Zigaretten könnte die traditionellen Zigaretten im kommenden Jahrzehnt überholen", prognostizierte die Investmentbank Wells Fargo. Ihre Analystin Bonnie Herzog nennt den FDA-Vorschlag "positiv für die Industrie". Der Chef des US-Marktführers Blu, Jason Healy, sprach von einem "vernünftigen Ansatz".

Um für ihre Produkte zu werben, nutzten die Hersteller bislang Gesetzeslücken. So schaltete BAT kürzlich erstmals seit Jahrzehnten wieder Spots im britischen Fernsehen: für seine neue E-Zigarette "Vype". In den USA werben der Schauspieler Stephen Dorff, die Moderatorin Jenny McCarthy und die Comic-Figur Mr. Cool im TV und im Web für "Blu". Und in Deutschland ließ der hiesige Marktführer Red Kiwi Artisten in Clips bei Pro7 und RTL vortanzen. Schließlich galten die strengen Werbeverbote in Europa und den USA meist nur für Tabakwaren.

Die Hersteller müssen neue Produkte, die sie nach dem Inkrafttreten der Norm auf dem Markt lancieren, lediglich bei der FDA registrieren. Im Gegenzug dürfen sie alle erdenklichen Geschmacksrichtungen anbieten und bewerben - auch Sorten wie Kaugummi, Blaubeer-Waffel oder Zuckerwatte, die nach Meinung von Tabakgegnern vor allem Kinder und Jugendliche verführen sollen. In den USA hatte 2012 jeder zehnte Highschool-Schüler E-Zigaretten probiert. Der US-Tabakgegner Stanton Glantz nannte den Vorschlag der FDA "enttäuschend": "Sie tun nichts, um das Wildwest-Marketing einzuschränken, das auf Kinder abzielt", schrieb der Professor der University of California auf seiner Website. Die Hersteller könnten sich mit den Jugendlichen einen neuen Markt schaffen.

Die EU wird Werbung für E-Zigaretten mit Inkrafttreten der neuen Tabakrichtlinien in den nächsten Wochen ähnlich streng reglementieren wie für herkömmliche Zigaretten.

Quelle: spiegel.de, 25.4.2014

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BRD: Studie – den meisten Kindern und Jugendlichen geht es gut

Den meisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gesundheitlich gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesundheitsstudie KiGGS des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) in einer am Montag vorgestellten Folgebefragung, "KiGGS Welle 1".

"Erhöhte Risiken tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Dies trifft laut den 2009 bis 2012 in telefonischen Befragungen erfassten Daten auf Unfälle ebenso zu wie auf psychische Auffälligkeiten und ADHS. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialniveau rauchen eher und sind seltener sportlich aktiv. Die Daten zeichneten insgesamt ein positives Bild der Gesundheitssituation, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. "Sie zeigen aber auch, dass noch immer nicht alle Kinder von klein auf ausreichend gefördert werden."

Zwar rauchen zwölf Prozent der 11-17-Jährigen, knapp die Hälfte täglich. Seit der letzten Befragung (2003 bis 2006) hat sich die Raucherquote aber fast halbiert (20,4 Prozent). Dies gehe auf verstärkte politische Bemühungen zur Eindämmung des Rauchens wie Tabaksteuererhöhungen und Nichtraucherschutzgesetze zurück, erläutern die Experten.

Auch der Alkoholkonsum schwindet: Waren es sechs Jahre zuvor noch 62,8 Prozent, geben nun 54,4 Prozent der Jugendlichen an, jemals Alkohol getrunken zu haben. Einen riskanten Alkoholkonsum stellen die Autoren bei einem von sechs Jugendlichen (15,8 Prozent, elf bis 17 Jahre) fest.

Sport treiben mehr als drei Viertel (77,5 Prozent) der Jugendlichen regelmäßig, knapp 60 Prozent sind in einem Sportverein aktiv.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 25.6.2014

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