News

New York: Probleme mit Heroin aber auch Erfolge

Drogen werden in der Millionenmetropole New York zu einem immer größeren Problem. Die Zahl der Toten durch Überdosen ist zwischen 2010 und 2013 um mehr als 40 Prozent gestiegen, teilte die New Yorker Gesundheitsbehörde mit. 2013 habe es mit insgesamt 782 Drogentoten sogar mehr als zwei pro Tag gegeben - so viele wie seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr. Besonders Heroin sei auf dem Vormarsch.

Die "New York Times" schrieb schon von einer "Heroin-Krise" in der Millionenmetropole. Einziger Lichtblick: Eine Kampagne gegen Drogen im zuletzt extrem stark betroffenen Viertel Staten Island zeigt Wirkung, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Dort sank die Zahl der Drogentoten durch Opiate zwischen 2011 und 2013 um rund ein Drittel.

Quelle: NZZ online, 13.10.2014

Seitenanfang

Tabak-Warnungen: Studie empfiehlt auch positive Botschaften

Die Botschaft auf Zigarettenpackungen ist mittlerweile fast weltweit die Gleiche: "Warnung! Rauchen verursacht Krebs". Hinzu kommen in immer mehr Ländern Schockbilder von zerfressenen Lungen, schwarzen Zähnen und Atemschläuchen.

Doch wäre es nicht besser, Raucher vom Nutzen eines zigarettenfreien Lebens zu überzeugen als mit Warnungen vor einem womöglich qualvollen Tod? Dieser Frage sind Forscher des Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center in den USA nachgegangen. Die Antwort hängt offenbar davon ab, ob der Angesprochene sich zutraut, mit dem Rauchen aufzuhören.

In der Studie wurden 740 Raucher zur Wirkung der Botschaften auf Zigarettenpackungen befragt. Dabei zeigte sich, dass weder die auf den Nutzen des Rauchstopps ausgerichteten Nachrichten noch die Todeswarnungen bei allen Rauchern Wirkung zeigten.

Positive Botschaften, die den Nutzen eines rauchfreien Lebens hervorheben, hätten vor allem jene Raucher angesprochen, die glaubten, dass sie es schaffen, von der Zigarette loszukommen. Der Text "Rauchen tötet" sei hingegen bei Menschen effektiver, in deren Vorstellung das Aufhören schwierig sei.

Die meisten Botschaften auf Zigarettenpackungen würden auf die Gefahren des Rauchens hinweisen, schreiben die Forscher. Damit könne man aber nicht alle Raucher überzeugen. Die Studie zeigt, dass man mehr Raucher zum Aufhören bringen kann, wenn man sowohl positive als auch negative Botschaften einsetzt.

Quelle: Spiegel online, 15.9.2014

Seitenanfang

Deutschland: Sportwettenverband fordert klare Regeln

Der neu gegründete Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat klare Regelungen für staatliche und private Wettbewerber im deutschen Sportwettenmarkt gefordert. Zudem will der Verband entschieden gegen Spielmanipulationen, Spielsucht und den Schwarzmarkt vorgehen. Das teilte der DSWV bei seiner Gründungs-Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin mit.

Bei der Verbandsgründung im Haus der Bundespressekonferenz der Hauptstadt kritisierte Dahms die derzeitige Rechtsunsicherheit. "Diese Situation ist unhaltbar. Unser Ziel ist es, die Rechtslage zu befrieden und die Sportwette sicher zu machen. Sicher für Verbraucher und Anbieter", sagte Dahms.

Außerdem sei eine Koordinierungsstelle nach britischem Vorbild nötig, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken und gegen Manipulationsversuche vorzugehen. Die für Glücksspiel zuständigen Bundesländer seien damit überfordert.

Wichtigstes Ziel des Verbandes ist Rechtssicherheit: Seit Jahren bewegt sich die Branche in einer Grauzone, weil sich der deutsche Sportwettenvertrag nicht mit dem Europarecht deckt und zahlreiche Klagen gegen die Vergabe von Konzessionen an 20 private Wettanbieter vorliegen.

Vorbild für eine tragfähige gesetzliche Regelung in Deutschland ist aus Sicht des Verbandes Dänemark, wo 90 Prozent des Marktes reguliert sind und Bruttogewinne besteuert werden. In Deutschland liefen dagegen 43 Prozent der Wetten auf Schwarzmärkten ab, und die Steuern werden auf die Einsätze erhoben.

Gerade im Internet werde über die europäischen Landesgrenzen hinweg gewettet, so dass die steuerbedingten Wettbewerbsnachteile die deutschen Unternehmen erheblich gefährdeten.

Die Sportwettenanbieter verwiesen auf ihr Engagement gegen Spielsucht und minderjährige Spieler sowie auf ihre Funktion als Sponsoren im Sport.

Quelle: Handelsblatt, 13.10.2014 | SAZ Aktuell, 1.10.2014

Seitenanfang

Neue Studie: Online-Gaming fördert keine Spielsucht?

Eine neue Studie der Harvard Medical School’s Division of Addiction soll belegen, dass Glücksspiel im World Wide Web keine Spielsucht fördert. Harvard Forscher haben mit dem Online-Casino-Betreiber bwin.party Spielgewohnheiten von Millionen von Online-Spielern über einen Zeitraum von zwei Jahren studiert und die Forschung mit einer sechsmonatigen Studie der Universität Hamburg ergänzt. Während die Hamburger Forschung sich einzig auf Online-Poker konzentrierte, sah sich Harvard alle Casino-Games an.

Laut der Studie spielen 95% der Spieler online in geregelten Maßen, einzig 1-5% hätten ein intensiveres Spielverhalten. Die Uni Hamburg stellte währenddessen fest, dass im Schnitt die Pokerspieler nicht einmal 5 Stunden in der Woche an den Bildschirmen hängen. Rake und Turniergebühren beliefen sich auf etwas weniger als $1 pro Stunde.

Das Spielen im Internet ist vielen Politikern ein Dorn im Auge. Es sei zu schwer zu kontrollieren und würde die Spielsucht fördern. Diese These konnte die Harvard Medical School’s Division of Addiction nun zumindest teilweise wiederlegen. Im Auftrag von Bwin.Party hatte die Universität eine Reihe von Analysen durchgeführt. Bwin.Party stellte dafür seine Datenbank der letzten zwei Jahre zur Verfügung, welche nach eigenen Angaben mit Millionen von Spielern gefüllt sein soll. Das Ergebnis war, dass ein Großteil der Spieler sein Kapital gezielt zur Unterhaltung einsetzt. High Roller und Spielsüchtige sind dagegen sehr selten.

95 Prozent der Spieler hatten ein sehr moderates Verhältnis zu den klassischen Glücksspielen wie Roulette oder Black Jack. Auch Daten der Universität von Hamburg wurden hinzugezogen, um den Bereich des Online Pokers analysieren zu können. Insgesamt gibt es nur ein bis fünf Prozent unter den Spielern, welche ein „intensives Spielverhalten“ aufweisen. Bei den Sportwetten liegt der durchschnittliche Einsatz bei 5,50 Dollar pro Wette und davon gibt es alle vier Tage 2,5 Stück. Online Poker wird im Schnitt fünf Stunden pro Woche gespielt.

Auch im Casino-Bereich überschlagen sich die Spieler nicht. Eine Session alle zwei Wochen und einem Einsatz von 5,5 Prozent des Kapitals, sprechen nicht gerade für extrem hohe Einsätze und Spielsucht. Daher gibt die Studie Entwarnung bzgl. der großen Unbekannten im Internet.

Einige Fragen bleiben allerdings bestehen: Wie glaubwürdig ist eine Studie, welche von einem Glücksspielunternehmen beauftragt wurde? Was sind die höchsten Einsätze? Woran werden Spieler mit Auffälligkeiten erkannt, außer den Einsatzhöhen?

Quelle: casino.de, 1.9.2014

Seitenanfang

Dänemark: staatliche Subventionierung des Online-Glücksspiels

Während in den meisten anderen Ländern, der Online-Glücksspielmarkt als besonders problematisch gesehen wird, weil es hier kaum Spielerschutzmaßnahmen gibt und die Profit oft in Steueroasen landen, plant die dänische Regierung erstaunlicher Weise eine Subventionierung des Online Glücksspiels. Der dänische Automatenverband hat nun beim Europäischen Gericht in Luxemburg dagegen geklagt. In Dänemark sollen Online Glücksspielanbieter eine Flat Tax von nur 20% bezahlen, während traditionelle Automatenbetreiber mit einer sehr progressiven Steuerquote von 41 % bis 75% leben müssen.

Das führt dazu, dass bereits bei 5.000.- € Bruttogewinn (GGR) ein 24 Stunden Online Glücksspielanbieter nur 1.000.- € Steuer abführt, während ein kleiner Automatenaufsteller, bei viel höheren Kosten, dafür gleich ein Mehrfaches an Steuer, nämlich 3.750.- €, an den Staat bezahlt! Diese „steuerliche Subventionierung“ wurde von der EU Kommission in Brüssel vorläufig genehmigt, weil man in Dänemark das Online Glücksspiel fördern will.

In Wien hat Online Glückspiel, auch ohne steuerliche Förderung, seit 2008 die höchste Zuwachsrate an Problemspielern mit 113%.

Im österreichischen Glücksspielgesetz gibt es ebenfalls Ungereimtheiten bei der Besteuerung von Glücksspielangeboten: Inländische Anbieter dürfen die Differenz zwischen Einwurf und Auszahlung mit 10% bis 40% als Glücksspielabgabe versteuern. Ein grenzüberschreitender Anbieter aus dem EU Ausland z.B. müsste für Ausspielungen, an denen die Teilnahme vom Inland aus erfolgt, eine Glücksspielabgabe von 16% vom Einsatz bezahlen! Nachzulesen bei §57 Glücksspielgesetz: http://www.ots.at/redirect/gluecksspielgesetz1

Quelle: APA OTS, 29.9.2014

Seitenanfang

WHO: Signale für eine liberalere Drogenpolitik

Ist die Abkehr vom Dogma des Drogen-Verbots nur noch eine Frage der Zeit? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich versteckt in ihrer jüngsten Publikation zur Bekämpfung der Immunkrankheit HIV für die Entkriminalisierung jeglichen Drogenkonsums ausgesprochen.

Zwar geht es in dem WHO-Bericht vor allem um injizierende Drogenkonsumenten, Cannabis wird aber explizit nicht ausgeschlossen. Länder sollten verstärkt auf die Behandlung, Information und Rehabilitation setzen, als Alternative zur Verurteilung und Bestrafung.

Derzeit geben viele Länder hohe Summen dafür aus, die Rückfallquoten bleiben aber hoch. Es gibt keinerlei Beweise, dass der derzeitige Ansatz effizient und kosteneffektiv wäre, heißt es in dem Bericht.

Quelle: Salzburg24 online, 1.10.2014

Seitenanfang

Tabak: Frankreich führt die Einheitsschachtel ein

In Frankreich müssen Tabakkonzerne ihre Zigaretten in Schachteln ohne Markennamen und Logos verkaufen. Eine vergleichbare Regelung gibt es bislang nur in Australien. Statt Markennamen und Firmenlogos sollten künftig neutrale Packungen verkauft werden – gleiche Größe, gleiche Farbe und gleiche Schriftzüge. Beibehalten werden sollen die Warnhinweise wie "Rauchen tötet" oder "Rauchen schadet der Gesundheit", die bereits seit mehreren Jahren in der ganzen EU vorgeschrieben sind. Die Regierung erhofft sich von den Einheitsschachteln, die noch vom Parlament gebilligt werden müssen, dass Zigaretten damit weniger attraktiv werden und demzufolge weniger Menschen rauchen.

Frankreich geht damit noch weiter als eine neue EU-Richtlinie, der zufolge die Fläche von Zigarettenschachteln künftig zu 65 Prozent mit Warnhinweisen und Schockfotos bedeckt sein müssen.

Quelle: Quelle: „Die Zeit“ online, 25.9.2014

Seitenanfang

USA: Kalifornier überzeugt von medizinischem Marihuana

Einer neuen Studie zufolge ist die überwältigende Mehrheit der Nutzer von medizinischem Marihuana im US-Bundesstaat Kalifornien mit der Wirkung von medizinischem Marihuana zufrieden.

Bereits im vergangenen Jahr hat eine Studie des New England Journal of Medicine eine Studie veröffentlicht, laut der 80 Prozent der verschreibenden Ärzte medizinisches Marihuana befürworten. In Kalifornien wurde nun eine Studie des Public Health Institute veröffentlicht, laut der 92 Prozent der Patienten in Kalifornien, die medizinisches Marihuana nutzen, von dessen Nutzen überzeugt sind. Die Studie wurde mit 7.525 Patienten in Kalifornien durchgeführt.

Insgesamt haben rund fünf Prozent der erwachsenen Bewohner Kaliforniens bereits medizinisches Marihuana verwendet, darunter Patienten mit chronischen Schmerzen, Arthritis, Migräne und Krebs.

Die Autoren der Studie teilten mit, dass die Ergebnisse allgemeine Vorurteile gegen die Legalisierung von medizinischem Marihuana widerlegen. So wurde gezeigt, dass medizinisches Marihuana nicht übermäßig von gesunden Personen verwendet wird. Gleichzeitig könne mit medizinischem Marihuana eine Therapie für Erkrankungen geliefert werden, die bisher nicht behandelt werden können, wie beispielsweise Migräne und chronische Schmerzen. Christopher Ingraham, der einen Blog bei der Washington Post betreibt, sagte dass die Studie als hilfreiches Korrektiv zu werten ist. Die Patienten seien bisher nicht gehört worden, vielmehr hätten Lobbygruppen den Weg der Politik bestimmt. Die Studie und die Äußerungen der Patienten zeigten deutlich, dass medizinisches Marihuana wirke.

Quelle: Wallstreet Online, 2.10.2014

Seitenanfang