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Britische Studie: Jeder fünfte Alkoholkonsument über 65 trinkt zu viel

Zu viel Alkohol bedeutet laut WHO-Obergrenze wöchentlich mehr als 21 britische Standardeinheiten alkoholischer Getränke für Männer beziehungsweise 14 Einheiten für Frauen. Eine Standardeinheit entspricht acht Gramm reinem Alkohol – das sind etwa 200 Milliliter Bier. Britische Forscher haben nun das Trinkverhalten von über 65-Jährigen anhand anonymisierter Gesundheitsbefragungen von knapp 28.000 Menschen im Londoner Innenbezirk Lambeth analysiert. Das Resultat: 9.248 von ihnen tranken, davon wiederum 1.980, also rund ein Fünftel aller Alkoholkonsumenten, per Definition zu viel.

Die Vieltrinker ("unsafe drinkers") waren tendenziell eher die Jüngeren unter den Befragten, sozioökonomisch besser gestellt – und männlich. 46 Prozent der Studienteilnehmer waren Männer. Unter den Trinkern betrug der Männeranteil 60 Prozent, bei den "unsafe drinkers" kamen sie sogar auf einen Anteil von 65 Prozent. Durchschnittlich konsumierten jene Probanden, die Alkohol trinken, sechs Einheiten pro Woche. Bei den fünf Prozent, die am meisten Alkohol konsumierten, kamen die Männer auf mehr als 49 Einheiten, die Frauen auf und mehr als 23 – das entspricht knapp zehn beziehungsweise fünf Liter Bier pro Woche. Noch ein Ergebnis: Bei den Trinkern handelte es sich hauptsächlich um Weiße. Menschen karibischer, afrikanischer oder asiatischer Abstammung konsumieren im Mittel deutlich weniger Alkohol. Einen besonders hohen Verbrauch hatten die irischstämmigen Teilnehmer der Studie.

Die Autoren betonen, dass sich die Ergebnisse nicht zwangsläufig auch auf andere Bezirke übertragen lassen. Zudem basieren die genannten Zahlen auf Eigenaussagen, sodass unter Umständen die Menge an tatsächlich konsumiertem Alkohol noch höher ist als angegeben wurde.

Quelle: derstandard.at, 17.9.2015

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CH: Mehr Frauen Sterben an den Folgen von Tabakkonsum

Trotz rückläufigem Zigarettenkonsum bleibt Rauchen die wichtigste vermeidbare Todesursache. Noch immer sterben in der Schweiz pro Jahr fast 9500 Personen an tabakbedingten Krankheiten, jeder siebte Todesfall kann dem Tabakkonsum zugeschrieben werden. Ein Fünftel der betroffenen Personen stirbt vor dem 65. Lebensjahr. Das zeigen Schätzungen des Bundesamtes für Statistik für die Jahre 1995-2012.

Die Gesamtzahl der Todesfälle wegen Tabak verändert sich kaum. Auffällig ist die Verschiebung bei den Geschlechtern. Im Vergleich zur Periode 1995-97 haben sich die tabakbedingten Todesfälle aufgrund von Lungenkrebs bei den Frauen mehr als verdoppelt, bei den Männern blieben sie stabil. Das Rauchen hat bei Frauen bis Ende der 1990er Jahre zugenommen, und deren Einstiegsalter sei gesunken. Die Auswertungen basieren auf einer Schätzmethode, die Erkrankungen wie Lungenkrebs oder Herzkrankheiten prozentual der Wahrscheinlichkeit von Tabak als auslösendem Grund zuordnet.

Quelle: NZZ, 15.10.2015

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Altes Ägypten: Lorbeerblätter gegen „Kater“

Seit wann der Mensch Vergorenes konsumiert, liegt im Dunkel der Geschichte. In den ältesten bekannten Schriften der Menschheit jedenfalls geht es schon recht ausführlich um Alkoholkonsum. Im Gilgamesch-Epos etwa wird beschrieben, wie der Urmensch im Übergang von der Wildnis zur Zivilisation sieben Krüge Bier trinken muss, die ihn in Euphorie versetzen.Nach sieben Krügen droht am nächsten Morgen der Kater: Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Die moderne Medizin hat bislang noch kein Patentrezept entwickelt. Manche schwören auf ein Katerfrühstück, andere auf das Reparaturseidl oder ein Aspirin. Im alten Ägypten hatte man offensichtlich einen anderen Ansatz, den britische Historiker kürzlich entdeckten: Sie fanden nämlich in einer über 1900 Jahre alten Papyrusrolle Rezepte gegen Alkoholintoxikation sowie gegen diverse andere Leiden.

Die auf Altgriechisch abgefasste Schrift war Teil der sogenannten "Oxyrhynchus Papyri", die 1890 von Archäologen auf einer antiken Müllhalde nahe dem historischen Ort Oxyrhynchus gefunden wurden. Das Konvolut besteht aus 500.000 Manuskripten, die vor allem auf Lateinisch und Altgriechisch abgefasst wurden und deren Übersetzung immer noch nicht abgeschlossen ist. Die nun übersetzten Texte beinhalten unter anderem konkrete Handlungsanweisungen gegen Kater aber auch noch andere Leiden.

Auf dem Papyrusfragment zum Thema Kater ist zu lesen: "Für trunkenheitsbedingte Kopfschmerzen: Trage zusammengebundene Blätter der alexandrinischen Chamaedaphne." Dabei handelt es sich um Lorbeerblätter, die man sich vermutlich um den Nacken flocht. "Der Pflanzenname bedeutet wörtlich Lorbeer, und die Blätter werden in antiker botanischer Literatur oft mit Lorbeerblättern verglichen", erklärt der Historiker David Leith von der Universität Exeter, der die Manuskripte übersetzte. "Heute wird die Gattung Chamaedaphne auch als Torfgränke oder Zwerglorbeer bezeichnet."

Im alten Ägypten trank man reichlich Wein und Bier, ein dicker Schädel dürfte damaligen Zeitgenossen vertraut gewesen sein. Ob die Kur half, ist nicht bekannt. Man weiß aber, dass indigene Völker in Kambodscha Lorbeerblätter gegen Kopfweh und Übelkeit inhalieren. Vielleicht umströmte die verkaterten Menschen im alten Ägypten ein ähnlich heilsamer Duft.

Quelle: derstandard.at, 8.9.2015

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USA: Religion der "Cannabiterianer" gegründet

"Sei kein Arschloch", "Sei kein 'Troll' im Internet" und "Verehre die Cannabisplanze": Die "Cannabiterianer", wie sich die Anhänger der ersten Cannabis-Kirche im amerikanischen Indiana nennen, haben ihre eigenen Gebote. Vor allem aber geht es ihnen um Liebe. Auch wenn sie ihrem heiligen "Sakrament", der Hanfpflanze, wohl etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Gründer Bill Levin hat es geschafft, ein neues Gesetz so auszulegen, dass er und seine Glaubensanhänger Marihuana rauchen können, obwohl es in Indiana gesetzlich verboten ist. Möglich macht dies ein weltweit stark kritisiertes Gesetz, das Indianas Gouverneur Mike Pence am 26. März 2015 unterzeichnete.

Bill Levins "Erste Cannabis-Kirche" ("First Church of Cannabis Inc.") wurde im Rahmen der neuen Religionsfreiheit offiziell als legale, religiöse Organisation anerkannt. Nachdem ihr heiliges Sakrament die Hanfpflanze ist, dürfen Levin und seine Anhänger die Pflanze in den kirchlichen Etablissements diese nun auch vollkommen legal konsumieren. "Ich rauche nun aus religiösen Gründen Cannabis.

"Es gehört zu meinem 12-Punkte-Programm und wir rauchen es täglich in der Kirche", sagte Levin. "Wir feiern das Leben, die Liebe und soziales Zusammensein und praktizieren all jene Dinge, die Kirchen praktizieren sollten." Mit einer Katze auf dem Schoß und einem Kakadu auf der Schulter, fährt er fort: "Nur weil wir die Hanfpflanze als unser Heiligtum betrachten, heißt das nicht, dass wir schlechte Menschen sind. Genau so wenig ist es eine Tatsache, dass man, nur weil man in die Kirche geht, ein guter Mensch ist."

Levin hat einen legalen Weg gefunden, Gras "anbeten" zu können. Dafür bekommt er Unterstützung auf der ganzen Welt: Fast 50.000 Menschen gefällt seine Seite auf Facebook und Geld fließt über Crowdfunding. Bisher sind fast 17.000 Dollar gespendet worden.

So seltsam all dies auf den ersten Blick erscheinen mag, es gibt durchaus auch andere Beispiele anerkannter Religionsgemeinschaften, bei denen Rauschmittel Verwendung finden. In Jamaika ist Ganja ein Sakrament in der Rastafari-Kultur, seit Februar diesen Jahres ist Cannabis in Jamaika legalisiert. Rastas dürfen die Pflanzen anbauen und besitzen, so lange sie es im Rahmen ihrer Religion machen. Cannabis ist demnach eine Pflanze, die sicherlich auch spirituell genutzt werden kann, und wenn das jemand im Rahmen seiner Religion ausleben möchte und kann, soll er das auch machen. Das beste Beispiel ist die katholische Kirche: Hier gehört zu jeder Messe ein Glas Wein.

Quelle: NEWS, 30.9.2015

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USA: Plug N'Plant - automatisierter Cannabis-Anbau

Das "Plug N'Plant"-System des Unternehmens Leaf baut selbständig Marihuana-Pflanzen an. Benötigte Nährstoffe werden automatisch dosiert und zugeführt. Das rund 1,2 Meter hohe und 60 Zentimeter breite Gerät in Kühlschrank-ähnlichem Design bietet Platz für zwei Pflanzen, deren Ertrag auf 110 bis 140 Gramm geschätzt wird. Wichtige Faktoren für das Wachstum wie Licht, Luftzufuhr, Nährstoffe und pH-Wert der Erde werden dabei kontinuierlich erfasst und analysiert. Bei Abweichungen besteht die Möglichkeit automatischer Anpassungen oder eines manuellen Eingriffs.

Das System verfügt außerdem über ein Zufuhrsystem für Kartuschen mit den benötigten Nährstoffen, ähnlich den Tintenpatronen eines Druckers. Überwacht werden die Pflanzen mit einer eingebauten HD-Kamera. Die App von Leaf soll als Soziales Netzwerk für Nutzer des Geräts zum Austausch von Rezepten und Videos der Gewächse dienen.

Mit einem Preis von knapp 1.350 Euro und Zusatzkosten für Nährstoff-Kartuschen und Karbonfilter kostet das „Plug N’Plant“-System deutlich mehr als übliche Anbauarten. Der Kauf soll sich jedoch laut Geschäftsführer Yoni Ofir nach wenigen Monaten rentieren, da der „Handelspreis“ einer Ernte bei über 1.000 Euro liegt.

Erhältlich sein wird das Gerät für Nutzer in den US-Bundesstaaten mit entsprechenden Gesetzen für legalen Gebrauch. Mit der schrittweisen Legalisierung von Cannabis in großen Teilen der USA haben einige Unternehmen bereits ihre Chance auf Gewinn gewittert. Das Start-up Trees Delivery beispielsweise möchte zukünftig Marihuana per Drohne zu Käufern nach Hause transportieren.

Quelle: futurezone, 23.9.2015

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BRD: Jugendliche kiffen wieder etwas mehr

Cannabis ist unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen so weit verbreitet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie aus einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hervorgeht, ist der Anteil der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die mindestens einmal in den zurückliegenden zwölf Monaten Cannabis gebraucht haben, seit dem Jahr 2008 von 11,6 auf 17,7 Prozent gestiegen. Der Anteil der regelmäßigen Gebraucher hat sich im selben Zeitraum von 3,1 auf 4,6 Prozent erhöht.

Nach wie vor ist Cannabis unter jungen Männern weitaus beliebter als unter jungen Frauen. Die sogenannten Prävalenzraten junger Männer liegen bis zum Dreifachen über denen junger Frauen. Indes verzeichnet die BzgA auch unter Frauen einen signifikanten Anstieg sowohl der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz wie des regelmäßigen Gebrauchs.

Erheblich zugenommen hat der Cannabis-Gebrauch auch unter Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren. In dieser Alterskohorte hatten die Verlaufskurven der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz sowie des regelmäßigen Gebrauchs im Jahr 2011 einen Tiefpunkt erreicht. Seitdem zeigen alle Linien nach oben. So hat sich der Anteil der regelmäßigen Gebraucher unter männlichen Kindern und Jugendlichen von 1,1 auf 2,2 Prozent verdoppelt. Bei den Mädchen hat sich der Anteil der regelmäßigen Kiffer von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent gar verdreifacht. Bei der 30-Tage-Prävalenz gibt es inzwischen keinen Unterschied mehr zwischen männlichen und weiblichen Kindern und Jugendlichen.

Nach Angaben der BzgA ist das Jugendalter eine besonders empfindliche Phase für die ungünstigen Wirkungen des Cannabisgebrauchs. Das Rauschgift beeinträchtige nicht nur die Entwicklung von Gehirnstrukturen, sondern auch die neurokognitive Leistungsfähigkeit. Nicht zu unterschätzen seien auch akute Folgen des Cannabisgebrauchs wie Angstzustände und ein erhöhtes Risiko für Verkehrsunfälle.

Quelle: FAZ, 15.9.2015

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Spanische Polizisten klagen über Cannabis-Dämpfe

Auf spanischen Polizeiwachen fühlen sich Beamte nach Angaben einer ihrer Gewerkschaften angesichts der dortigen Mengen an beschlagnahmtem Marihuana häufig wie benebelt. Besonders gravierend sei das Problem in kleinen Dienststellen auf dem flachen Land, wo bei Razzien im Sommer haufenweise Haschisch sichergestellt werde. Die Polizeiwache der Kleinstadt Olot in der nordöstlichen Provinz Girona beispielsweise bewahre in ihrer Garage bis zu 400 Marihuanapflanzen auf. Polizeiwachen sind angehalten, Drogen so lange zu lagern, bis sie auf gerichtliche Anordnung vernichtet werden. Das kann mitunter länger als einen Monat dauern. Der Uspac-Sprecher Josep Miquel Milagros erwähnte Fälle von Polizisten, die von dem Haschisch-Geruch so benommen gewesen seien, dass sie das Revier wegen Kopfschmerzen vor Ende ihrer Schicht verlassen mussten. Die Polizeigewerkschaft fordert deshalb, das Rauschmittel in hermetisch verschlossenen Containern außerhalb der Kommissariate zu verwahren.

Quelle: derstandard.at, 3.9.2015

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Raucherentwöhnung: "Pac-Man" frisst Nikotin?

Wissenschafter des Scripps-Forschungsinstituts in La Jolla (Kalifornien) versuchen im Labor ein Enzym zu züchten, das Nikotin abbaut. Nun scheinen die Chemiker fündig geworden zu sein: Allerdings nicht im Labor, sondern in der Natur. Das sogenannte Enzym NicA2 entsteht durch das Bakterium Pseudomonas pudida, das in Böden von Tabakfeldern vorkommt und sich regelrecht von Nikotin ernährt. "Das Bakterium ist wie ein kleiner Pac-Man, der Nikotin frisst", sagt Studienleiter Kim Janda. Den Wissenschaftern zufolge braucht Pseudomonas pudida Nikotin, um Stickstoff zu erzeugen. Die Idee des Forscherteams: Mithilfe des Enzyms NicA2 könnte eine Anti-Nikotin-Therapie entwickelt werden – als Alternative zu den bisher bekannten Methoden der Entwöhnung.

Bislang wurde das bakterielle Enzym NicA2 allerdings nur an Mäusen getestet. Dabei verabreichten die Forscher den Tieren jene Menge Nikotin, die etwa einer Zigarette entspricht. Anschließend fügten sie das Enzym hinzu. Das Ergebnis: Anstatt der zwei bis drei Stunden, die das Nikotin normalerweise benötigt, um wieder abgebaut zu werden, verblieb es nur maximal 15 Minuten lang in der Blutbahn. Laut Aussagen der Wissenschafter erzeugt das Enzym beim Nikotin-Abbau keine giftigen Neben- oder Abfallprodukte. Zudem erweist es sich als äußerst stabil: Im Labor hielt es sich bei etwa 37 Grad Celsius über drei Wochen lang. Auch im Blutserum der Mäuse arbeitete das Enzym einwandfrei.

"Unsere Studie zeigt, dass das Enzym die richtigen Eigenschaften hat, um ein zuverlässiges Therapeutikum zu werden", ist Kim Janda überzeugt. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob bei einer höheren Enzymdosis die Verweildauer des Nikotins im Körper so weit gesenkt werden kann, dass es die Hirn-Blut-Schranke erst gar nicht passiert.Das bedeutet: Die Entwöhnungstherapie solle das Nikotin zerstören, noch bevor es im Gehirn ankommt. Damit bliebe auch die Reaktion des Belohnungszentrums im Gehirn aus, das üblicherweise auf die Abhängigkeit erzeugenden Substanzen reagiert. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Quelle: derstandard.at, 19.8.2015

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