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USA: Startups auf dem Weg zum "Cannabusiness"

Gateway ist ein Förderprogramm ausschließlich für Marihuana-Startups, das erste in Kalifornien. Zweimal pro Jahr lernen hier jeweils zehn Startups, wie man ein Cannabis-Unternehmen aufzieht. Die Gründer bekommen Mentoring, Büroräume für fünf Monate sowie ein Investment von 30.000 Dollar, im Gegenzug geben sie eine Beteiligung von sechs Prozent an ihrem Unternehmen ab. Das Geld stammt von MJIC, einer auf Marihuana-Firmen spezialisierten Investment-Holding. Bewerben können sich sowohl offline- als auch digitale Early-Stage-Firmen, egal ob Startups mit App-Lösungen zur Distribution oder Hardware-Produkten wie Vaporisieren. Auch Firmen, die direkt mit der Pflanze zu tun haben, sind willkommen – zum Beispiel Startups, die auf neue Verfahren zur Extraktion des Wirkstoffs THC setzen

„Es gibt im ganzen Land eine veränderte Wahrnehmung von Cannabis“, sagt Carter Laren, der wie Mitbegründer Ben Larsen vom Startup-Accelerator Founder Institute kommt. Nun springen sie auf den Hype ums legale Geschäft mit Cannabis in den USA auf. 23 US-Staaten haben den Konsum von Marihuana inzwischen legalisiert, unter anderem in Colorado, Washington und Oregon auch für den Freizeitgebrauch. Spätestens, seit sich Star-Investor Peter Thiel mit mehreren Millionen in Privateer Holdings eingekauft hat, einen auf die Cannabisindustrie spezialisierten Finanzinvestor, herrscht Goldgräberstimmung: Immer neue Cannabis-Startups spießen wie Pilze aus dem Boden, die die Branche mit Software und High-Tech revolutionieren. Experten taxieren den US-Markt für legales Cannabis bis 2020 auf 15 Milliarden Dollar.

Rechtlich dürfen die Startups ihr Geschäft nur innerhalb des Bundesstaats mit ihrem Firmensitz betreiben. „Der kalifornische Markt ist so riesig, dass man solche Firmen trotzdem skalieren kann“, sagt Carter Laren.

Auch David Hua wird Gateway als Mentor unterstützen. Seine Liefer-App Meadow ist aus dem Y-Combinator-Programm hervorgegangen und hat bisher Investments in Höhe von 240.000 Dollar erhalten. Meadow ist eine Art Uber für medizinisches Cannabis und funktioniert als Schnittstelle zwischen lokalen Marihuana-Apotheken und Patienten in der San Francisco Bay Area. Die bekommen über die App in weniger als einer Stunde Cannabis-Sorten wie „Blue Dream“ oder „Phantom Cookies“ an die Haustür geliefert. Personalausweis und ärztliches Empfehlungsschreiben können die Kunden online hochladen, wer noch keine “Medical-Marihuana-Karte” hat, kann über die App einen Termin für eine Video-Konferenz mit einem Arzt vereinbaren. Die Idee zu Meadow kam Hua, der zuvor einen Food-Blog betrieb, während eines Kurses an der nahegelegenen Marihuana-Universität „Oaksterdam“. Es ist die einzige ihrer Art in den USA, die Studenten lernen dort alles über Kultivierung, Geschichte, Heilwirkung oder Zubereitungsmethoden der Pflanze.

Der Markt könnte allerdings bald kräftig wachsen: Im Zuge der Präsidentschaftswahl im kommenden Herbst stehen mehrere Volksabstimmungen zur Legalisierung von Marihuana als Freizeitdroge an, unter anderem in Kalifornien. Gateway-Gründer Carter Laren geht fest davon aus, dass die Abstimmung in Kalifornien pro Legalisierung ausgehen wird.

Quelle: Gründerszene.de, 11.1.2016

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Iran: Trotz Alkoholverbot werden jährlich 60 Millionen L konsumiert

Die Menge von insgesamt 60 Millionen Liter alkoholischer Getränke unterschiedlicher Art gab ein Ausschuss des iranischen Sozial- und Arbeitsministeriums nach eigenen Recherchen bekannt. "Das ist eine schlechte bis krisenartige Entwicklung", sagte der Leiter des Gremiums, Rusbeh Karduni, nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Samstag.

Im dem streng muslimischen Land sind sowohl Verkauf als auch Konsum von Alkohol aus religiösen Gründen verboten. Den "Tätern" drohen saftige Geldstrafen oder im Wiederholungsfall auch Peitschenhiebe. Dem Bericht des Sozialministeriums zufolge haben aber die Strafen angeblich wenig Wirkung gezeigt.

Am iranischen Schwarzmarkt gibt es eine riesige Auswahl an alkoholischen Getränken, die jedoch zu sehr hohen Preisen verkauft werden. Billiger ist es, hausgemachten Schnaps oder Wein von Privatleuten zu kaufen.

Quelle: Nachrichten.at, 11.1.2016

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BRD: Warnung vor überschätzten Cannabis-Aktien

Kiffen kann die Sinne vernebeln - auch an der Börse. Wie im Rausch hatten einige Anleger Cannabis-Aktien gekauft. Doch so schnell die Kurse stiegen, so rasant stürzten sie ab. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) drückt nun den Alarmknopf und rät von Investments ab.

Besonders die Aktien der Cannabis-Firma Chuma Holdings stehen im Visier der BaFin. Die deutsche Finanzaufsicht warnt Anleger vor dem Kauf der Titel. "Die BaFin hat Anhaltspunkte, dass im Rahmen der Kaufempfehlungen unrichtige oder irreführende Angaben gemacht werden", teilte die Bonner Behörde am Mittwochabend mit. Möglicherweise seien auch Interessenskonflikte verschwiegen worden. Die BaFin habe deshalb eine Untersuchung wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingeleitet. Vor einem Einstieg bei Chuma Holdings sollten Anleger genau prüfen, wie seriös die in den Newslettern gemachten Angaben sind, empfiehlt die Bafin. Man sollte sich über die Firma auch aus anderen Quellen informieren, heißt es von der Behörde weiter.Derzeit trommelt die Cannabis-Firma in E-Mail-Newslettern massiv für ihre Aktien. Chuma bietet Dienstleistungen für legale Cannabis-Firmen an - von der Suche nach passenden Anbauflächen bis zur Einrichtung von Verkaufsstellen.

Die Aktien von Chuma waren Anfang 2014 binnen kurzer Zeit von fast null auf knapp fünf Euro emporgesprungen. Danach waren die Titel abgestürzt. Aktuell notieren sie bei nur noch 0,245 Euro. Ähnlich erging es vielen anderen Cannabis-Aktien. Bereits vor einem Jahr hatte die US-Börsenaufsicht SEC vor Marihuana-Aktien gewarnt. Einige kleine Titel wurden vom Handel ausgeschlossen, weil sie unvollständige oder irreführende Informationen gemacht hatten. Die SEC ermittelt gegen mehrere Cannabis-Firmen. Die Vorwürfe reichen von Insiderverdacht bis hin zur Marktmanipulation.

In den USA ist in den letzten Monaten ein regelrechter Kiffer-Rausch ausgebrochen. In zahlreichen Orten sprießen Coffee-Shops aus dem Boden. Der Markt für Marihuana wächst zweistellig. Über 20 US-Bundesstaaten haben die Nutzung von Marihuana "zu medizinischen Zwecken" inzwischen legalisiert. Selbst der bekannte Hightech-Investor Peter Thiel ist ins Marihuana-Geschäft eingestiegen. Er hat sich an der Private-Equity-Firma Privateer Holdings beteiligt, die sich auf das "Cannabusiness" spezialisiert hat. Im Portfolio befindet sich eine Firma mit der Marke "Marley Natural", die unter dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley zur führenden Marihuana-Tüte der Welt werden soll.

Quelle: boerse.ard.de, 6.1.2016

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Salzburg: Die Stadt besteuert illegale Glücksspielautomaten

Seit 1995 ist das kleine Glücksspiel in Salzburg verboten. Und dennoch: Hunderte illegale Glücksspielautomaten gibt es in einschlägigen Salzburger Lokalen, wird geschätzt. Und sie alle werden gut gefüttert und werfen ordentlich Gewinn ab. Das bringt auch dem städtischen Budget etwas. Denn der Magistrat hebt eine "Lustbarkeitsabgabe" ein, bei allen Automaten, die dem Vergnügen dienen. Bei Darts, Billard oder Tischfußball sind es zehn Prozent vom Einwurf. Bei Spielapparaten sind es 25 Prozent.

Massive Kritik daran kommt von der Wirtschaftskammer, die gegen die illegalen Automaten kämpft. "Wie soll man einem Lokalbesitzer beibringen, dass die Geräte verboten sind, wenn die Stadt Salzburg eine offizielle Plakette draufklebt?", fragt ein Sprecher. Die Stadt bereichere sich seit fünf Jahren wieder am illegalen Glücksspiel. Wenn der Magistrat keine Einnahmen mehr daraus hätte, würde man den Kampf gegen die Spielhöllen auch ehrlicher führen, heißt es bei der Kammer. Und auch die Neos üben kräftig Kritik an der Praxis. Gemeinderat Sebastian Huber spricht von einer Groteske. "Die Stadt-SPÖ sammelt Unterschriften gegen Wettbüros und der Bürgermeister nimmt gleichzeitig stillschweigend hunderttausende Euro Steuergeld von Spielsüchtigen ein."

Seit 2010 hebt die Stadt erneut Vergnügungssteuer ein, teils weit über zwei Millionen Euro. Beschlossen hat das im November 2009 bei Budgetberatungen die Politik. Bürgerlisten-Klubobmann Helmut Hüttinger rechtfertigt die Entscheidung von 2009. "Wir wollten nicht die Lokalbetreiber auch noch belohnen, in dem sie steuerfrei ihre illegalen Geschäfte machen können. Unser Anliegen ist es, dass man endlich mit diesen Apparaten abfährt und sie aus dem Verkehr zieht. Da ist die Finanzpolizei gefordert, aber auch die Beamten des Magistrats, die einen illegalen Spielautomaten zu melden haben."

Bürgermeister Schaden argumentiert, die Beamten stünden bei Kontrollen oft auf verlorenem Boden. Denn dann würden elektronische Spielautomaten umgeschaltet, sodass man ein legales Glücksspiel vorfinde. Ein Lokalbetreiber, dessen Automaten beschlagnahmt worden sind, berichtet von 140.000 Euro an Steuern, die er monatlich abgeliefert habe. Allein das "Pickerl" des Stadtsteueramtes koste 500 Euro pro Monat. Heute gebe es in der Stadt mehr Automaten denn je.

Dass die einarmigen Banditen verschwunden sind, glaubt auch das Stadtsteueramt nicht. Das lasse sich aber schwer kontrollieren. "Wir kommen in diese Lokale gar nicht hinein. Wir haben auch nicht einmal einen Bruchteil der Möglichkeiten der Finanzpolizei. Die stehen auch vor verschlossenen Türen", sagt Panosch. Die Vergnügungssteuer sei eine Selbstbemessungsabgabe. Und man könne niemanden zwingen, seine Automaten anzumelden. Ob es die Apparate gebe, sei Sache der Polizei und der Finanzpolizei. Wenn es sie gebe, hebe man auch eine Steuer darauf ein.

Quelle: Salzburger Nahrichten, 17.11.2015

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BRD: Hälfte aller „Idiotentests“ wegen Alkoholfahrten

Unsere deutschen Nachbarn nehmen sich kein Blatt vor den Mund: Die nach einer gröberen Auffälligkeit im Straßenverkehr angeordnete Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wird unverblümt als „Idiotentest“ bezeichnet. Schon heute müssen etwa 100.000 Autofahrer jährlich den „Idiotentest“ machen, davon in etwa 50.000 Fällen nach Alkoholfahrten. Die Durchfallquote liegt bei 40 Prozent. Bei der MPU werden in vielen Fällen nicht nur Blut, Urin und Leberwerte gecheckt. Es gibt auch ein ausführliches Vier-Augen-Gespräch mit einem Psychologen über mögliche persönliche Ursachen der Alkoholisierung und einen Test der Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr. Unterm Strich ist dies teuer: Die Kosten für die eigentliche MPU liegen bei rund 500 Euro, die Vorbereitung darauf durch einen Coach sind nicht viel billiger.

Bei Autofahrten unter Alkohol kann es in Zukunft auch bei geringen Mengen Alkohol beträchtliche Strafen setzen. Nach dem jüngsten Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts haben die Straßenverkehrsämter vor der Rückgabe einer durch ein Gericht zeitlich befristet entzogenen Fahrerlaubnis „im Wiedererteilungsverfahren unabhängig von der bei der Verkehrsteilnahme vorgelegenen Blutalkoholkonzentration die Beibringung eine medizinisch-psychologischen Gutachtens anzuordnen“. Bisher war dies nur möglich, wenn nach der Alkoholfahrt mindestens 1,6 Promille Blutalkohol gemessen worden sind.

Quelle: WAZ, 14.12.2015

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BRD: Tabakwerbeverbot schwächelt

Bisher bildet Deutschland beim Tabakwerbeverbot neben Bulgarien europaweit „das Schlusslicht“. In allen anderen EU-Ländern ist die Außenwerbung bereits verboten. Nun hat der zuständige Minister seine ehrgeizigen Pläne, mit denen er über die ohnehin umzusetzenden EU-Vorgaben hinausgehen wollte, bereits wieder entschärft. Auf Druck von Tabaklobby, Wirtschaftsministerium und Kanzleramt.

Zum Ersten soll das Außenwerbeverbot nicht wie angekündigt bis Mitte 2018, sondern erst bis Mitte 2020 umgesetzt sein. Zum Zweiten wird Kinowerbung für Tabakprodukte nicht ausnahmslos verboten, sondern nur noch in Zusammenhang mit Filmen für Jugendliche. Und zum Dritten müssen die Hersteller von Zigarren und Pfeifentabak ihre Produkte nun doch nicht mit sogenannten Schockbildern von Raucherlungen, faulenden Zähnen oder amputierten Gliedmaßen verzieren wie die Zigarettenhersteller.

Aus der Sicht der Nichtraucherinitiative „Forum Rauchfrei“ gehen die Rückzieher aber „eindeutig auf die Einflussnahme der Tabakindustrie und ihrer Lobby zurück“. Zudem hätten die Regierungschefs von Rheinland- Pfalz und Niedersachsen interveniert, Seit 2010 seien Tabaklobbyisten mehr als 54-mal zu Gesprächen in Bundesministerien und Kanzleramt empfangen worden, berichtet Verbandssprecher Johannes Spatz. Mit dem Ergebnis könnten sie zufrieden sein. Die Politik sei „mal wieder vor der Tabaklobby eingeknickt“.

Das Außenwerbeverbot ganz wegzubekommen, schafften die Lobbyisten nicht. Aus der Sicht der Tabakgegner ist damit aber wenig gewonnen. In der Folge verlagere sich die Werbung dadurch nur an die Verkaufsorte, meint Spatz. Kioske und andere Verkaufsstellen würden zu „Hochburgen der Tabakwerbung aufgerüstet“. Dort seien Jugendliche der Einflussnahme durch Werbefilme und Großplakate dann umso stärker ausgesetzt.

Quelle: Der Tagesspiegel, 8.12.2015

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USA: Amazon liefert Alkohol in einer Stunde an die Haustür

Gute Nachrichten für alle trinkfreudigen Bewohner von des New Yorker Stadtteils Manhattan und der Westküsten-Metropole Seattle. Dank eines neuen Service von Amazon Prime müssen sie in Zukunft nie länger als eine Stunde auf dem Trockenen sitzen. Der Zulieferer bringt jetzt auch Alkohol bis an die Haustüre. User der Amazon Prime Now-App haben rund um die Uhr die Möglichkeit, sich Bier, Wein und Spirituosen ins Haus oder die Wohnung liefern zu lassen. Gegen eine Bezahlung von 7,99 Dollar wird der Sprudel innerhalb einer Stunde geliefert. Eine Lieferzeit von zwei Stunden ist hingegen kostenlos. Um es Minderjährigen nicht möglich zu machen, so die in den USA strengen Altersgrenzen beim Alkoholkonsum zu umgehen, muss man eine Altersverifikation angeben sowie bei der Lieferung einen Ausweis herzeigen.

Quelle: heute.at, 11.12.2015

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GB: Animationsfilm zeigt schädliche Wirkungen des Kokainhandels

Zerstör den Regenwald, füge ein paar ätzende Chemikalien, eine Prise brutale Gewalt und organisiertes Verbrechen hinzu und bring alles zum Kochen. Dazu noch eine großzügige Dosis Dentalanästhetikum und die letzte Zutat: der gelegentliche Drogenkonsument. So sieht, laut einer Kampagne der britischen National Crime Agency, das Rezept für Kokain aus.

Die #EveryLineCounts-Kampagne möchte Drogenkonsumenten mit sozialem Gewissen ansprechen, die „vielleicht nicht realisieren, dass ihr Verhalten in kokainproduzierenden Ländern verheerende Folgen für Kinder, Gemeinschaften und die Umwelt hat", so die Behörde auf ihrer Website. Ein animiertes Video soll veranschaulichen, wie viel Tod, Angst und Umweltzerstörung der Produktion und dem Handel von Kokain zuzuschreiben ist. Es schließt mit den Hinweis ab, dass ohne Drogenkonsumenten „all das keinen Sinn mehr hätte" und der Schwarzmarkt nicht existieren würde.

Was die Kampagne allerdings nicht zeigt, sind die beträchtlichen Kollateralschäden, die auch durch die Bekämpfung des Kokaingeschäfts im Rahmen des „War on Drugs“ entstehen. Eine langfristige – auch ökologische – Besserung ist aus Expertensicht am ehestens anhand eine umfassend reformierten Sucht- und Drogenpolitik zu erreichen.

Quelle: VICE, 4.12.2015

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