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USA: Heroin is back – der „war on Drugs“ nicht

Pro Tag sterben 125 Menschen in den USA durch illegale Drogen, 78 davon durch Heroin und andere Opioide. Das geht aus der Statistik der Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hervor. Aufs Jahr gerechnet waren es 2014 knapp 29.000 Tote. In Deutschland gab es weniger als 500 Heroinopfer, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in ihrer Jahresstatistik mitteilte. Zwar leben in den USA fast viermal so viele Menschen wie in Deutschland, die Todeszahlen sind in den Vereinigten Staaten aber fast 60 Mal so hoch.

Bemerkenswerter Weise erlebt Heroin in den USA offenbar ein Comeback. Etwa 290.000 Abhängige soll es landesweit geben, fast 80 Prozent mehr als noch 2007. Warum das so ist, wird unterschiedlich begründet.

"Die aktuelle Epidemie entstand vor allem aus Schmerzmittelverschreibungen", sagt David Rosenbloom von der medizinischen Fakultät der Universität Boston. "Bis zu 80 Prozent der Menschen, die heute Opioide missbrauchen, haben vorher Schmerzmittel verschrieben bekommen." Seit den Neunzigern verschreiben Ärzte in den USA vermehrt starke Schmerzmittel wie Oxycontin oder Vicodin. Die Wirkstoffe in diesen Medikamenten ähneln Heroin. "Irgendwann wechseln die Leute zu Heroin, weil es billiger und leichter zu bekommen ist", sagt Rosenbloom.

Robert DuPont, Gründer des Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch, hält diese These für falsch. "Viele haben bereits Erfahrungen mit Drogen gemacht, bevor sie Schmerzmittel konsumieren", sagt er. Die Hauptursache sei die einfache Verfügbarkeit von Heroin. Früher hätten Käufer in unsichere Stadtviertel gehen müssen, um die Droge zu bekommen. "Heute kommt das Heroin zu ihnen", erklärte DuPont kürzlich auf einer Veranstaltung der Drug Enforcement Agency (DEA). Es gebe eine Art illegalen Lieferservice frei Haus.

Bei der ersten Heroinwelle, die in den 70er-Jahren die USA aufgewühlt hat, war die Meinung der Öffentlichkeit und der Politik klar: Drogenmissbrauch ist kriminell. Diese Meinung wurde in Gesetze umgewandelt. 1973 setzte der damalige Gouverneur von New York, Nelson Rockefeller, durch, dass der Besitz von vier Unzen (etwa 114 Gramm) Heroin mit mindestens 15 Jahren Gefängnis bestraft wurde. Unter Federführung der DEA bekämpften die USA ab Mitte der Siebziger die Händler und Hersteller der Drogen.

Auf die heutige Heroinepidemie reagieren die US-Behörden anders. Strafverfolgung ist nicht mehr der wichtigste Teil der Strategie, stattdessen setzt man auf Prävention und Therapie, um die Zahl der Süchtigen zu senken. Präsident Barack Obama nannte die USA ein "Land der zweiten Chancen", auch für Drogenabhängige.

Der Senat verabschiedete Anfang März ein Gesetz zur Bekämpfung der Heroinepidemie, das finanzielle Hilfen zur Therapie und Resozialisierung von Süchtigen bereitstellen soll. Das Thema ist eines der wenigen, bei dem die zerstrittenen Parteien im US-Kongress zusammenarbeiten. Und unabhängig von der Bundesregierung gibt es viele lokale und regionale Initiativen, die Hilfe für Drogensüchtige anbieten, zum Beispiel Methadon-Programme oder die Bereitstellung sauberer Injektionsnadeln. Gesetzgeber und Verwaltung wollen mehrere Schwerpunkte setzen. Die CDC gaben Anfang März neue Richtlinien bekannt, die Ärzte daran hindern sollen, große Mengen Schmerzmittel zu verschreiben, mehr Medikamente sollen Warnhinweise tragen. Und Präsident Obama plant, mehr als eine Milliarde Dollar zusätzlich für Therapieangebote bereitzustellen.

Quelle: Spiegel online, 27.3.2016

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Israel: Cannabis als Heilmittel und Konsumartikel

20 Millionen Dollar (17,93 Mio. Euro) hat der US-Tabakgigant Philip Morris im Jänner in das israelische Startup Syke gesteckt, das Präzisionsinhalatoren für medizinisches Cannabis herstellt. Zugleich verkündete die israelische Firma Eybna, dass es ihr gelungen sei, Essenzen aus den Hanfpflanzen zu gewinnen, welche die psychoaktiven Bestandteile nicht enthalten, wegen denen der rezeptfreie Gebrauch verboten ist.

In Israel wird die therapeutische Anwendung von Marihuana im großen Stil erforscht. Der große Vorteil - klinische Tests am Menschen werden hier eher erlaubt. Die therapeutische Anwendung wird seit zehn Jahren gefördert. Im vergangenen Jahr stellten israelische Ärzte entsprechende Rezepte für rund 25.000 Patienten aus, die an Krebs, Epilepsie, posttraumatischen Störungen oder schmerzhaften degenerativen Erkrankungen leiden. Heilen können die weichen Drogen diese Krankheiten nicht, aber die Symptome deutlich lindern.

Auf dem Firmengelände der BOL Pharma, einer Firma, die vom Gesundheitsministerium die Erlaubnis erhalten hat, Cannabis als Heilpflanze anzubauen, wachsen 50.000 Pflanzen. 230 unterschiedliche Cannabis-Sorten werden hier in Labors und Treibhäusern großgezogen. Die biochemischen Kennwerte jeder einzelnen Pflanze werden ferngesteuert. Denn die Erzeugung von medizinischem Cannabis erfordert eine minutiöse Überwachung des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC).

Wissenschaftliches Know-How spielt eine beträchtliche Rolle bei der Entwicklung dieser neuen Geschäftssparte. Rund zwanzig Forscherteams aus unterschiedlichen israelischen Hochschulen widmen sich inzwischen dem Thema. Im März kamen 200 Branchenvertreter in Tel Aviv zur CannaTech-Konferenz zusammen. Und es zeigte sich erwartungsgemäß, dass es künftig nicht nur um Heilmittel gehen wird. Die Aussteller präsentierten neben hanfbasierten Heilsalben auch elektrische Joints und andere Nebenprodukte.

Quelle: Kleine Zeitung, 8.4.2016

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Drogenschmuggel: „Die Letzten beißen die Hunde“

Opfer von Drogenkartellen sind nicht nur die abhängigen Konsument/innen oder Menschen, die bei bewaffneten Auseinandersetzungen ums Leben kommen, sondern auch jene in der Regel „armen Teufel“, die als Drogenkuriere eingespannt werden. Zwei aktuelle Beispiele veranschaulichen die Auswüchse der Schmuggelpraktiken.

Am Frankfurter Flughafen wurde eine Frau mit einem Kilo Kokain in ihren Brustimplantaten aufgegriffen. Die 24 Jahre alte Kolumbianerin war Ende Februar aus Bogota angekommen. In den Brüsten der Frau steckten zwei jeweils 500 Gramm schwere Implantate, gefüllt mit hochreinem Kokain als teigförmige Masse. Die Implantate wurden bei einer Operation in der Frankfurter Uniklinik entfernt. Das Kokain habe einen Wert von 50.000 Euro - durch Strecken wären auf dem Schwarzmarkt 200.000 Euro zu erzielen gewesen. Die Frau wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Für 1.000 Euro setzte ein 44jähriger Nigerianer sein Leben aufs Spiel und ließ sich als Bodypacker für einen Kokaintransport nach Wien anheuern. Vor den Augen des Auftraggebers habe er 41 Behältnisse mit einem Gesamtgewicht von 398,4 Gramm (davon 225,2 Gramm Kokain in Reinsubstanz) schlucken müssen und dann sei es ab in den Flieger von Madrid über Zürich nach Wien gegangen. Nach den ersten Schritten auf niederösterreichischem Boden klickten für den Drogenkurier am Flughafen Wien-Schwechat aber auch schon die Handschellen.

„Ich war verzweifelt und ich brauchte dringend Geld“, erklärte L. seine Beweggründe vor dem Schöffensenat. „Sie haben für 1.000 Euro ihr Leben riskiert. Kein Beutel ist geplatzt. Sie hatten ein Riesenglück“, meinte Richterin Anna Wiesflecker und verhängte über den geständigen Moses L. wegen Drogenschmuggels eine 18-monatige Gefängnisstrafe – das Urteil ist rechtskräftig.

Quellen: Niederösterreichische Nachrichten, 16.3.2016 / TT, 9.3.2016

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USA: Mitnaschen am neuen Cannabis-Business-Kuchen

Medizinisches Cannabis ist ein Thema, das sehr stark im Kommen ist: Den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) wird eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. Cannabis wird auch genutzt, um Übelkeit zu bekämpfen und den Appetit anzuregen. Befürworter sehen einen großen Nutzen etwa für Menschen mit chronischen Schmerzen, Patienten mit Krebs oder Aids-Kranke.

Natürlich geht es bei dieser Entwicklung aber nicht nur um Hilfe und Heilung, sondern auch um viel Geld, das sich damit verdienen lässt. Die Zahl der sogenannten „Ganjapreneurs“ nimmt rasch zu. Das sind Menschen, die in der „Cannabis-Industrie“ Fuß fassen wollen und mit Hanf ihr Business machen. Auch Promis wollen vom vielversprechenden Kuchen mitnaschen. Bekannteste Akteure in diesem Geschäft sind z.B. die Familie von Bob Marley mit ihrer „Marley-Natural“-Produktlinie sowie der Rapper Snoop Dogg, der kürzlich die „Leafs by Snoop“-Produkte gelauncht hat.

Jetzt folgt die US-Schauspielerin Whoopi Goldberg. Gemeinsam mit der Unternehmerin Maya Elisabeth hat sie eine neue Cannabis-Linie entwickelt – speziell für Frauen. Die „Whoopi & Maya Medical Cannabis Menstrual“-Linie soll Frauen speziell bei Regelschmerzen helfen. High wird man davon nicht, dazu ist die Dosis zu gering.

Quelle: Kurier, 31.3.2016

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USA: Dax, Dow Jones und jetzt MJIC, der Cannabisindex

Hinter dem Kürzel MJIC steht eine ganz besondere, weil weltweit wohl einmalige Zusammenstellung von Wertpapieren: der Marijuana Index Global Composite, der globale Index für die Cannabis-Branche. Inzwischen kommt er auf einen Marktkapitalisierung von rund 6,6 Milliarden US-Dollar. Mehrere Dutzend Unternehmen gehören dem MJIC an, die ihren Sitz etwa in den Vereinigten Staaten und Kanada haben. Viele von ihnen forschen an Medikamenten, die auf Marihuana basieren.

Der Index ist eine Reaktion auf den weltweiten Cannabis-Boom, vorangetrieben vor allem in den USA. Zahlreiche Bundesstaaten wie Colorado, Oregon und Alaska haben die süßlich riechende Droge in den vergangenen Jahren legalisiert. In diesem Jahr soll das Geschäft mit dem Gras schon 17 Milliarden US-Dollar zur Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten beitragen, schätzt das Fachmagazin "Marijuana Business Daily". 2020 sollen es sogar schon bis zu 44 Milliarden US-Dollar sein.

Mit dem aktuellen Kursanstieg des MJIC verbindet sich ein großer Wunsch: Der Index könnte wieder die 650-Punkte-Marke erreichen, den Rekordwert der vergangenen zwölf Monate. Diese Hoffnung könnte aber auch täuschen. Seit dem Höchststand war der MJIC zwischenzeitlich bis auf 150 Punkte zusammengesackt. Die Aktien einiger Unternehmen notieren immer noch tiefrot im Minus, die Papiere haben Verluste von 25, im Extremfall sogar 50 Prozent eingefahren. Der Kurssprung könnte also nur ein kurzes Aufbäumen sein – und der Rausch grundlegende Probleme des Marktes vernebeln.

Der wichtigste Punkt ist: Viele Unternehmen verdienen noch kein Geld, weil sie wie GW Pharmaceutical allein an neuen Wirkstoffen forschen. Ob sie jemals Erfolg damit haben, ist unklar. Womöglich rutschen die Firmen in ein paar Jahren in die Pleite. Selbst bei Unternehmen mit ersten Erfolgen wie GW Pharmaceuticals ist nicht gewiss, ob die Gesundheitsbehörden das Medikament überhaupt zulassen. Und bis es erst mal soweit kommt, können Jahre vergehen, in denen Anleger vermutlich keine Dividende erhalten.

Eine zweite Schwierigkeit ist: "Es gibt viel zu wenige erfahrene Manager bei den oft jungen und häufig sehr kleinen Firmen", sagte der Marktanalyst Michael Swartz der Online-Redaktion des US-Senders CNN. Das Problem: Mangelnde Routine kann dazu führen, dass diese Unternehmen eher in Krisen geraten.

Hinzu kommt eine dritte Schwierigkeit. Für die Hanf-Firmen gelten teils wesentlich laschere Transparenzpflichten als für große Konzerne, weil die Cannabis-Unternehmen oft in wenig regulierten Börsensegmenten registriert sind. Für Investoren ist es deshalb viel schwieriger, an aktuelle und akkurate Informationen über Firmen zu kommen. Anleger können ihre Entscheidungen daher nur auf einer vergleichsweise wackeligen Grundlage treffen – was wiederum die Erfolgsaussichten schmälern könnte.

Schlussendlich bleibt noch ein enormes anderes Risiko: Die Politik könnte die Legalisierung einfach zurückdrehen, die Firmen verlören auf einen Schlag ihr gesamtes Geschäftsmodell – und der Wert der Aktien löste sich in Rauch auf.

Quelle: Die Welt, 15.3.2016

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Ö: Schärfe Regeln für Wettbüros

Das Land Salzburg will mit einer Verschärfung des Wettunternehmergesetzes den Jugend- und Spielerschutz erhöhen sowie die Überwachungsmöglichkeiten und Strafen bei Verstößen erhöhen. Nach Wiener Vorbild sollen auch in Salzburg Liveereigniswetten, wie etwa auf den nächsten Einwurf oder die nächste gelbe Karte, explizit verboten werden.

Automaten sind wie in Wien auch in Salzburg verboten, sofern sie keine Lizenz der Bundesregierung haben. Diese besitzen nur die Kasinos. Über den Umweg des Wettgesetzes sollen auch die illegalen Automaten aus den Lokalen verschwinden. Um illegalen Aktivitäten Einhalt zu gebieten, ist der Behörde jederzeit Zutritt zu gewähren. Ist ein Lokal während der Öffnungszeiten versperrt, dürften die Bezirksverwaltungsbehörde und die Finanzpolizei sich auch zwangsweise Zutritt verschaffen.

Von besonderem Interesse ist das folgende Vorhaben: Künftig sollen Wettterminals nur noch mit personalisierter Wettkarte zugänglich sein. Die Wettunternehmen müssen ein elektronisches Wettbuch führen. Darin müssen alle Wetten aufgelistet werden. Von den Behörden kann das Wettbuch fünf Jahre lang eingesehen werden. Bei problematischem Spielverhalten soll es außerdem die Möglichkeit einer Selbstsperre geben. Besteht die begründete Annahme für eine Gefährdung des Existenzminimums von Spielern, so sind die Unternehmen sogar zu einer Fremdsperre verpflichtet.

Wenn ein Unternehmer zweimal gegen das Wett-, Glücksspiel- oder Jugendschutzgesetz verstößt, wird ihm die Lizenz entzogen.

Die SPÖ hat angeregt, auch Mindestabstände zwischen Wettbüros und Kindergärten, Schulen und Horten sowie zwischen Wettbüros untereinander vorzuschreiben. Dieser Passus werde in der Begutachtung noch rechtlich geprüft, sei aber schwer durchzusetzen. Das neue Wiener Wettengesetz ist mit ähnlichen Verschärfungen Mitte März vom Landtag beschlossen worden. In Tirol wurde das Gesetz 2015 novelliert, in Vorarlberg bereits 2011.

Quelle: Der Standard, 5.4.2016

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Ö: Glücksspiel und Doppelmoral der Medien - moralisieren und kassieren

Printmedien und auch der ORF schlachten das Thema gern in Form publikumswirksamer Storys aus. Aber während einerseits die üblen Machenschaften der Branche angeprangert werden, hält man gern dafür die Hand auf, für diese Werbung zu machen. Und das sogar, wenn es eigentlich verboten ist. Ein Vorstoß des Finanzministeriums wirft Licht auf diese zwiespältige Situation.

Die Finanz verschärft ihre Gangart im Kampf gegen illegales Onlineglücksspiel. Da man an die Anbieter kaum herankommt – die Internetseiten sind in aller Regel auf Gibraltar oder Malta registriert –, setzt das Finanzministerium nun bei der Werbung der Unternehmen an. Laut Glücksspielgesetz ist es nämlich verboten, Ausspielungen im Inland zu bewerben oder die "Bewerbung zu ermöglichen". Die Strafe droht also nicht nur dem Glücksspielanbieter, sondern auch den Medienhäusern, die Inserate oder Werbespots von Mr Green, Bwin, Bet-at-home und Co. annehmen. Maximaler Strafrahmen: 22.000 Euro.

Die ersten Bescheide wurden der "Kronen Zeitung" bereits zugestellt, laut denen das Unternehmen jeweils 5.000 Euro hätte zahlen sollen. Anlassfall waren Schaltungen von Bet-at-home. Beworben wurden Sportwetten, die in Österreich ohne Konzession angeboten werden dürfen. Es handelt sich dabei also nicht um Glücksspiel. Gleichzeitig werden auf der Homepage von Bet-at-home – wie auch bei anderen Anbietern – auch klassische Glücksspiele wie Poker, Roulette und Blackjack angeboten. Andere Anbieter wie Mr Green bieten auf ihrer österreichischen Seite nur Gratisspiele an, um echtes Geld kann dann auf der internationalen Seite gespielt werden.

Die Angelegenheit ist strittig. Die "Krone"-Strafen wurden jedenfalls beeinsprucht. Höchstgerichtliche Judikatur zu den Werbestrafen gibt es aber noch nicht. Weitere Anzeigen sind bereits in Vorbereitung. Auch andere Verwaltungsbehörden – also die Landespolizeidirektionen und die Bezirksverwaltungsbehörden – seien angehalten, Missstände anzuzeigen, heißt es im Finanzministerium.

Besonders pikant ist der restriktive Kurs der Finanz für den ORF. Er profitiert derzeit nicht nur von den Werbespots der internationalen Anbieter, sondern ist auch direkt an den Lotterien beteiligt, die in Konkurrenz zu den ausländischen Glücksspielkonzernen stehen.

Quelle: Der Standard, 17.3.2016

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Glücksspiel: Novomatic – ein großer Player wird größer

Die Novomatic beschreitet einen weiträumig dimensionierten Expansionskurs, er führt zu den Casinos Austria, nach Südeuropa, hinunter nach Australien und hinüber in die USA.

Casinos Austria: Die Novomatic und die tschechische Sazka bringen ihre Anteile in ein Joint-Venture ein. Zweck: Übernahme der Mehrheit (51 Prozent) an den Casinos Austria. Falls die Wettbewerbshüter den Deal absegnen, soll Ende des Jahres alles fix sein. Die Niederösterreicher halten rund 40 Prozent der Casino-Anteile, die Tschechen elf Prozent. Die Tschechen wollen "den Österreichischen Lotterien mehr Wachstum bringen", sagt Sazka-Vorstand Pavel Horak. Sein Konzern sei der schnellstwachsende Lotterien-Betrieb der Welt. Die Tschechen werden sich im Joint-Venture um das Lotterie- und Sportwetten-Geschäft kümmern, Novomatic für klingende Kassen im Casino- und Online-Geschäft sorgen. Novomatic-Chef Harald Neumann schließt weitere Zukäufe von Casino-Anteilen nicht aus.

Die Casinos Austria haben übrigens im Geschäftsjahr 2015 so gut wie alle Ergebnisse der Vorjahre übertroffen. Bei einem nahezu gleichbleibenden Umsatz von 3,6 Milliarden Euro konnte der Gambling-Riese unter Führung von Karl Stoss sein Betriebsergebnis auf 100 Millionen Euro fast verdoppeln. Allein die zwölf Casinos in Österreich haben ihren Umsatz um 50 Millionen Euro und den Betriebserfolg von neun Millionen auf fast 21 Mio. Euro gesteigert.

Italien: Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic hat sich mit einer Tochter der tschechischen Glücksspielfirmen Sazka und Emma Capital für die Ausschreibung der italienischen Lotterien-Konzession beworben. Für Novomatic-Chef Harald Neumann sind Kooperationen mit der Sazka Group auch in Griechenland und anderen Ländern denkbar.

Australien und USA: Der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic setzt seinen Expansionskurs fort und geht nun auch nach Australien. Für umgerechnet 305 Mio. Euro kauft das Unternehmen einen 53-Prozent-Anteil am Rivalen Ainsworth, wie die Australier am Dienstag mitteilten.

Ainsworth ist auch im wichtigen Markt Amerika bereits groß im Geschäft. 58 Prozent des Konzerngewinns stammen aus den USA und Co. Im Laufe des Jahres 2016 will Ainsworth sowohl in Nord- als auch in Lateinamerika wachsen. Im April 2016 eröffnen die Australier eine Spielstätte in Las Vegas. Für Novomatic ist das klassische Casinogeschäft in den USA bisher kein Thema, da es dort oft mehrere Milliarden an Eigenkapital braucht. Im Online-Bereich jedoch setzen die Niederösterreicher stark auf den US-Markt, so bieten sie etwa "Social Games" an. Bei diesen Spielen wird nicht um Echtgeld, sondern um virtuelle Währung gespielt – Glücksspiel ist in großen Teilen der USA verboten.

Quellen: Der Standard, 26.2.2016 / Kurier, 18.3.2016, 1.4.2016

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