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CH: Hanf-Zigarette als profitabler Marketing-Gag

Eine kleine Schweizer Zigarettenfabrik sorgt mit der Hanf-Zigarette „Heimat“ für Furore. „Wir sind völlig am Anschlag und kommen mit der Produktion kaum nach“, so der Marketingleiter. Die Fabrik habe eine Kapazität von 50 000 Päckchen im Monat. „Wir hätten aber sicher 200 000 verkaufen können“.

Der Verkauf von Hanf als Rauchware ist seit vergangenem Jahr in der Schweiz erlaubt, solange der Gehalt der psychoaktiven Substanz THC unter einem Prozent liegt. Zum Vergleich: Der THC-Gehalt von marktüblichem Marihuana liegt zumeist zwischen fünf und 20 Prozent. Zwar versichert Marketingmann Koch, dass sein Produkt nicht high machen würde - beim Genuss mehrerer „Heimat“-Zigaretten in einem kurzen Zeitraum dürfte eine leichte Rauschwirkung trotzdem nicht ausbleiben.

Die Nachfrage nach der Marke „Heimat - Tabak und Hanf“ habe die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen mit 13 Mitarbeitern habe schon eine neue Maschine bestellt, die im Oktober geliefert werden soll, um die Produktion hochzufahren. Im Online-Shop müssen Besteller inzwischen mit drei Wochen Lieferzeit für die Hanfzigaretten rechnen. Billig ist das Vergnügen allerdings nicht: Ein Päckchen „Heimat - Tabak und Hanf“ mit 19 Glimmstängeln kostet 19,90 Franken (aktuell ca. 17,50 Euro).

Quelle: www.sz-online.de, 16.8.2017

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Afghanistan: Taliban drängen in den Drogenhandel

Afghanistan ist weltweit der größte Produzent von Opium, dem Rohstoff aus dem Heroin gewonnen wird. Der Anbau der Droge entwickelt sich zu einem lukrativen Geschäft für die islamistischen Taliban - und zunehmend zu einem globalen Problem. Einst verboten sie den Mohnanbau, nun profitieren sie selbst von der Drogenproduktion: Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan nach Erkenntnissen von Beamten und Experten weitgehend die Kontrolle über den Drogenanbau und den Drogenhandel übernommen. Den Islamisten beschert dies Einkünfte von mehreren Milliarden Dollar pro Jahr.

Während sie über lange Zeit nur die Mohnbauern besteuerten, um ihren Aufstand zu finanzieren, zeigen sich westliche Beamte nun besorgt, dass die Islamisten mittlerweile ihre eigenen Fabriken betreiben. Dort wird die lukrative Ernte zu Morphium und Heroin verarbeitet und anschließend ins Ausland exportiert.

Mohn ist billig und einfach im Anbau und stellt die Hälfte der gesamten landwirtschaftlichen Produktion in Afghanistan dar. Für ein Kilogramm rohen Opiums erhalten die Bauern rund 163 Dollar (etwa 138 Euro). Sobald dieses zu Heroin verarbeitet ist, verkaufen die Taliban die Droge auf regionalen Märkten nach Angaben eines westlichen Experten für einen Betrag von 2300 bis 3500 Dollar pro Kilogramm. Nach Angaben des UN-Büros gegen Drogen und Kriminalität (UNODC) stammte 2016 rund die Hälfte der Einnahmen der Taliban aus der Opiumproduktion.

Quelle: n-tv.de, 8.8.2017

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D: 120.000 Masskrug-Diebe und anderes vom heurigen Oktoberfest

Der Bierpreis ist auch vor dem 184. Oktoberfest angehoben worden, man soll ja nicht mit alten Bräuchen brechen. Ebenfalls traditionell ist die Empörung über den Preisanstieg - die im Bierzelt dann aber ziemlich schnell verflogen ist und sowieso niemanden vom Trinken abhält. Der Beweis? 7,5 Millionen Mass Bier sind den Brauereien zufolge verkauft worden.

Zwischen 5,9 und 6,3 Prozent haben die sechs verschiedenen Wiesnbiere auf dem Oktoberfest (hier gibt's noch mehr Details zu den Bieren) - das ist mehr, als manche aushalten. Kombiniert mit den doch etwas größeren Trinkgefäßen führt das zu vielen Opfern, konkret: 670 Alkoholvergiftungen wurden auf der Wiesn 2017 registriert. Von einer hohen Dunkelziffer an weiteren Alkoholleichen ist auszugehen.

120 000 Masskrug-Diebe sind allerdings an den Ordnern auf der Festwiese gescheitert, wie viele Andenkenjäger erfolgreich waren, ist unbekannt.

Manche haben die Krüge leider für etwas ganz anderes missbraucht: 49 Masskrugschlägereien wurden registriert, mal mit glimpflichem Ausgang, mal mit schlimmen Verletzungen.

Bis Wiesn-Schluss zählte das Wiesn-Fundbüro rund 4.055 Fundstücke, darunter 1.300 Ausweise, 620 Kleidungsstücke, 600 Geldbörsen, 520 Smartphones und Handys, 360 Schlüssel, 325 Brillen, 120 Regenschirme, 100 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 95 Schmuckstücke und Uhren sowie 15 Fotoapparate. Als Kuriosa wurden während der zweiten Wiesn-Woche abgegeben: Ein Bayerischer-Seppl-Huckepack, ein Gebiss, Krücken, ein KfZKennzeichen (Kreis Limburg-Weilburg), ein Trinkhorn, eine Lederhose und eine Luxus-Damenuhr der Marke Carl F. Bucherer.

Die Tage auf der Wiesn sind lang, das Bier ist stark, das Gedränge groß. Dass unter diesen Bedingungen nur 19 Kinder und Jugendliche verlorengegangen sind, ist da eigentlich positiv zu vermerken. BRK und Jugendamt zufolge wurden inzwischen alle wieder abgeholt.

Die Beamten der Wiesnwache registrierten auch eine Zunahme bei Drogendelikten sowie bei den Sexualdelikten. Hier verdoppelte sich die Zahl fast auf 67 (Vorjahr: 34). Der Grund sei aber vor allem die Ausweitung von Kontrollen und Videoüberwachung, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Die Beamten konnten oft einschreiten, bevor Schlimmeres geschah - etwa, wenn sich Männer an betrunkene Frauen heranmachten, die auf dem Hügel hinter den Zelten schliefen. Zudem gebe es bei Sexualdelikten eine höhere Sensibilität - und mit der Änderung des Strafrechts fallen inzwischen etwa Taten unter Sexualdelikte, die vor einem Jahr als Beleidigung zählten.

Ungeklärt blieb der Grund für die Zunahme der Trunkenheitsfahrten rund um das Fest: 353 Wiesn-Besucher wurden mit zu hohen Promillewerten erwischt, 231 mussten den Führerschein abgeben.

Quelle: www.sueddeutsche.de, 3.10.2017

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Kanada: Vollständige Legalisierung von Cannabis

In Kanada steht im kommenden Jahr die vollständige Legalisierung von Cannabis an. Bereits heute ist medizinischer Cannabis legalisiert und kann von Ärzten verschrieben werden. Das Land schert damit aus der Reihe der wichtigsten Industrienationen aus, die sich dem „War on Drugs“ verschrieben haben. Mit der vollständigen Legalisierung sehen Experten aber auch die Möglichkeit massiver Engpässe bei der Versorgung von Cannabis, schließlich wurden in Kanada bislang lediglich 50 Lizenzen zum Anbau von Cannabis vergeben.

Quelle: www.wallstreet-online.de, 9.10.2017

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Bierländer: Tschechien first – Austria second!

Österreich ist eine der führenden Biertrinkernationen: Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 206 Krügel nimmt man weltweit Platz zwei hinter Tschechien ein. Das vermeldet der Verband der Brauereien Österreichs anlässlich des Tags des österreichischen Bieres am morgigen Samstag in einer Aussendung.

Laut diesem gibt es zudem so viele Brauereien wie noch nie. Aktuell zählt man 243 heimische Brauereien, von denen 123 sogenannte Gasthaus- und Hausbrauereien sind. Allein in den vergangenen drei Jahren seien 45 neue Einrichtungen dazugekommen.

Auf rund 37.000 Einwohner kommt so eine Braustätte, was international gesehen einer äußerst hohen Braudichte entspreche, so der Verband weiter. Über 1.000 verschiedene Biere werden hergestellt.

Quelle: kurier.at, 29.9.2017

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Österreich: Zahl der Konsument/innen illegaler Drogen stabil

In Österreich weisen zwischen 29.000 und 33.000 Menschen einen risikoreichen Opioid-Konsum auf (Österreichischer Drogenbericht). Diese Zahl ist relativ stabil. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Zahl dieser Drogenkonsumenten von 2004/2005 bis 2015 von rund 10.000 auf 3.000 gesunken.

So wie in Europa negativ ist allerdings die aktuelle Tendenz bei den Drogentoten: 2014 gab es mit 122 Todesfällen, die direkt mit Suchtgiftkonsum in Verbindung gestanden sind, ein Minimum (2009 zum Beispiel 206 Todesfälle). Im Jahr 2015 wurden allerdings wieder 153 "Drogentote" registriert. Vor allem ältere und nicht im Substitutionsprogramm betreute Drogenkranke waren betroffen.

Quelle: Kleine Zeitung, 24.10.2017

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Malta: Glücksspiel-Eldorado und Mafia-Insel?

Der Tod der Journalistin Caruana Galizia durch eine Autobombe hat kurzfristig das Interesse auf die kleine Mittelmeerinsel gelenkt, die insbesondere beim europaweiten Online-Glücksspiel ein große Nummer ist.

„Malta ist ein Mafia-Staat – das hat der Sohn der getöteten Journalistin gesagt und damit hat er recht.“ Das und noch mehr sagt der deutsche Europa-Abgeordnete Fabio De Masi. „Auf Malta herrscht eine Kultur der Straflosigkeit. Es ist laut De Masi kein Geheimnis, dass auf Malta zum Beispiel Mafia-Geld im Online-Glücksspiel gewaschen wird. Insgesamt macht der dabei generierte Umsatz bis zu zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, das ist zehnmal höher als im EU-Durchschnitt! (…)

Malta hat immer wieder sämtliche Vorstöße zur Bekämpfung von Geldwäsche mit Bezug zur organisierten Kriminalität blockiert. Als das Land Anfang des Jahres die EU-Ratspräsidentschaft innehatte und die Geldwäscherichtlinie neu verhandelt wurde, hat der Inselstaat sinnvolle Reformen verhindert. Wir brauchen etwa öffentliche Register der wahren Eigentümer von Briefkastenfirmen. Auch die Bundesregierung stellt sich hier quer. Das Einstimmigkeitsprinzip bei Steuerfragen und im Justizbereich gibt Malta ein Vetorecht.

Quelle: ZEIT ONLINE, 20.10.2017

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EU­Leitfaden Drogen: Menschenrechte statt Zwangsmaßnahmen

Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA (Sitz Lissabon) hat jetzt erstmals einen Leitfaden zum Umgang mit Drogenproblemen veröffentlicht. Jeglichen Zwangsmaßnahmen mit der Verweigerung der Grundrechte wird damit eine Absage erteilt. „Die Antworten auf Drogenprobleme müssen auf das Setzen von Vorbildwirkung und Respektierung der Menschenrechte (…) Bedacht nehmen”, heißt es zu Beginn des fast 200 Seiten langen Papiers. Damit haben bei den Maßnahmen rund um Drogenprobleme Zwang und Diskriminierung der Betroffenen und ihrer Angehörigen keinen Platz.

„Diejenigen, die sich für die Bewältigung der Drogenproblematik einsetzen, müssen immer auf dem neuesten Stand bleiben und bereit sein, sich auf die jeweilige Situation einzustellen, innovative Lösungen zu finden und neue Partnerschaften aufzubauen”, sagte der Direktor der EMCDDA, der gebürtige Belgier Alexis Goosdeel, von der Ausbildung her Psychologe und Spezialist für Maßnahmen zur Schadensminimierung rund um Drogenkonsum- und Abhängigkeit. Die Kernprinzipien der Arbeit zur Bewältigung der Gesundheits- und Sozialprobleme rund um Suchtgiftkonsum und Abhängigkeit seien unter anderem: „Respekt für die Menschenrechte inklusive: Das Recht auf ein höchstes Maß an physischer und psychischer Gesundheit und das Recht jedes Drogenkonsumenten nach entsprechender Information einer Therapie zustimmen zu können.”

Während in der öffentlichen Diskussion über Suchtgifte oft verallgemeinert wird, betonen die EMCDDA-Experten die vielen Facetten der Problematik und der Ursachen: Alter, Geschlecht, physische und psychische Gesundheit, biologische und sozio-ökonomische Faktoren, Familie und ethnische Herkunft sowie religiöse und sexuelle Orientierung. Benachteiligte, Minderheiten und sonst an den Rand der Gesellschaft Gedrängte seien vulnerabler, was Suchtgiftkonsum und Abhängigkeit angehe. Ein hoher Prozentsatz der Drogenkranken leide zugleich auch an anderen psychiatrischen Erkrankungen, die ebenfalls diagnostiziert und behandelt werden müssten. Gerade deshalb sollten alle Maßnahmen zur Milderung der Drogenproblematik fest auf wissenschaftlicher Basis stehen. Das gelte auch für Untersuchungen über die Kostenbelastungen der Gesellschaft eines Landes durch das Drogenproblem.

„Für die 23 Staaten, die dazu Schätzungen in den vergangenen zehn Jahren durchgeführt haben, scheinen die öffentlichen Ausgaben rund um die Drogenproblematik zwischen 0,01 und 0,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt zu liegen”, heißt es in der EMCDDA-Leitlinie. Maßnahmen, um die Nachfrage nach illegalen Drogen zu reduzieren (z.B. Therapien inklusive Drogenersatzprogramm), machten davon einen Anteil zwischen 23 und 83 Prozent aus. Drogenkonsum und Drogenkrankheit verursachen aber auch beträchtliche soziale Kosten: „In den europäischen Staaten, für die dazu Informationen vorliegen, liegt der Anteil für die sozialen Kosten zwischen 0,1 und zwei Prozent vom BIP.” Prävention, Behandlung, soziale Reintegration von Drogenkranken und Schadensminimierung sollten Hand in Hand gehen.

Quelle: VOL.AT, 24.10.2017

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