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Uruguay exportiert erstmals kommerziell Marihuana

Zehn Kilo Cannabis sind nach Australien geliefert worden. Uruguay hat als erster Staat eine landesweite Marihuana-Industrie aufgebaut.

Seit der Legalisierung von Marihuana vor rund sechs Jahren hat Uruguay dies erstmals exportiert. Zehn Kilo seien kürzlich nach Australien geliefert worden, wo die medizinische Verwendung von Marihuana erlaubt ist, teilte das Unternehmen Fotmer mit. Erhoffte Einnahmen aus dem Export von Marihuana waren einer der Gründe, warum Uruguay 2013 als erster Staat eine landesweite regulierte Marihuanaindustrie aufbaute. Seitdem hatte es aber keine kommerzielle Lieferung ins Ausland gegeben. Fotmer teilte mit, es habe zuvor lediglich einmal Proben nach Deutschland geschickt. Mit dem Anbau des staatlich vertriebenen Cannabis hatte die uruguayische Regierung zwei Privatfirmen beauftragt. Der Anbau erfolgt rund 60 Kilometer außerhalb von Montevideo, auf staatlichem Gelände nahe eines Hochsicherheitsgefängnisses. Die Firmen sollen von der Abgeschiedenheit und den bereits für das Gefängnis verhängten Sicherheitsmaßnahmen profitieren.

Quelle: ZEIT ONLINE | dpa, 24.9.2019

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Tabak: US-Justiz ermittelt gegen E-Zigaretten-Firma Juul

Der E-Zigaretten-Hersteller Juul Labs ist einem Zeitungsbericht zufolge ins Visier der US-Justizbehörden geraten. Gegen das Start-up laufe eine strafrechtliche Untersuchung der US-Staatsanwaltschaft in Kalifornien, schrieb das "Wall Street Journal". Die Firma steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung ihrer E-Zigaretten an Jugendliche in der Kritik. Laut aktuellen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind in den USA inzwischen 530 Fälle von Lungenverletzungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erfasst. Juul ist der führende Hersteller in den USA.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 24.9.2019

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Luxemburg legalisiert Cannabis?

Als erstes Land in der EU will das Großherzogtum Produktion und Verkauf des Suchtmittels verstaatlichen und entkriminalisieren. Bisher galten die Niederlande mit ihren Coffeeshops als der Sehnsuchtsort für europäische Joint-Raucher, nun könnte ihnen Luxemburg den Rang ablaufen. Geht es nach der 2018 gewählten Regierung aus Liberalen, Sozialdemokraten und Grünen, soll Cannabis im Großherzogtum vollständig legalisiert werden.

Jedem Luxemburger über 18 Jahren stünde es dann frei, für den persönlichen Gebrauch unter staatlicher Kontrolle produziertes und vertriebenes Cannabis zu erwerben. Derzeit ist das nur aus medizinischen Gründen erlaubt – wie übrigens auch in Österreich.

Luxemburgs Gesundheitsminister Etienne Schneider ist eine treibende Kraft hinter der Legalisierung, die binnen zwei Jahren durchgesetzt sein soll. Er führt gegenüber dem Magazin Politico vor allem die Gesundheit der Cannabis-Konsumenten ins Treffen.

Diese würden angesichts der derzeitigen Rechtslage dazu gedrängt, bei fragwürdigen Dealern zu kaufen, die sie in Kontakt mit harten Drogen bringen könnten. Die jahrzehntealte Praxis, Drogen zu kriminalisieren, habe nichts daran geändert, dass Menschen zu Cannabis griffen.

Wie der staatlich überwachte Cannabis-Handel in Luxemburg funktionieren soll, ist noch unklar. Laut Regierung soll es Lizenzen für den Anbau geben, die Einkünfte aus der Produktions- und Vermarktungskette samt Steuereinnahmen sollen in die Drogenprävention fließen.

Hanfanbau zu Hause soll ebenso untersagt sein wie der Erwerb durch Ausländer. Letzteres soll Drogen-Tourismus verhindern. Angesichts der 200.000 Menschen, die täglich ins nur 614.000 Einwohner zählende Luxemburg zur Arbeit fahren, ist das Experten zufolge allerdings illusorisch. Lizensierte Produzenten könnten etwa ihre Produkte unter der Hand an Ausländer verkaufen – und ein neuer Schwarzmarkt entstehen.

Quelle: kurier.at, 7.8.2019

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Kärnten: Start für ambulante Alkoholbehandlung

Rund 40.000 Kärntnerinnen und Kärntner gelten als alkoholabhängig bzw. weisen einen problematischen Konsum auf. Nur knapp zehn Prozent davon wenden sich an Sucht- oder Entzugskliniken.

Mit dem Konzept „Alkohol. Leben können“ geht nun ein Projekt an den Start, das es ermöglicht, neben der Therapie in seinem sozialen Umfeld bleiben und weiter seiner Arbeit nachgehen zu können. „Am Dienstag wird das Projekt in der Regierung beschlossen. Dann wird es mit Oktober in eine eineinhalb Jahre dauernde Pilotphase in der Versorgungsregion West, also in den Bezirken Villach, Spittal und Hermagor, gehen. 300 Patienten sind dafür vorgesehen“, erklärte Gesundheitsreferentin Prettner. Als Finanzierungspartner mit an Bord sind die Pensionsversicherungsanstalt sowie die Kärntner GKK.

Laut KGKK-Direktor Maximilian Miggitsch gehöre Alkohol in Österreich zum gesellschaftlichen Alltag und sei Teil unserer Kultur. Die Grenzen zwischen Genuss, Missbrauch und Abhängigkeit seien fließend und oftmals nur schwer wahrnehmbar:„Das Ziel dieses Projektes ist es, alkoholkranke Menschen frühzeitig in eine Behandlung zu bekommen. Damit steigt die Möglichkeit, die Betroffenen nachhaltiger in das gesellschaftliche Leben zu integrieren“, sagte Miggitsch.

Dass das Projekt „Alkohol.Leben können“ erfolgreich funktioniert, beweist Wien, wo das Konzept initiiert wurde und mit besten Ergebnissen überzeugte. „Je frühzeitiger der Therapieeinstieg, desto leichter wird die Therapie und desto realistischer ist es, diese im gewohnten Umfeld durchzuführen“, betonte auch Projektleiter Günther Nagele. Wie er ausführte, umfasse das Konzept in der Folge umfangreiche Nachbetreuungsmaßnahmen – „denn eine Alkoholerkrankung ist eine chronische Erkrankung, das heißt, das Rückfallrisiko ist ein sehr hohes. Der Nachbetreuung kommt daher eine große Bedeutung zu.“

Gesundheitsreferentin Prettner ist – wie die Vertragspartner PVA und GKK – überzeugt: „Mit dem neuen ambulanten Versorgungsangebot wird es uns gelingen, zum einen mehr Betroffene und zum anderen die Betroffenen viel früher zu erreichen.“ Für die Pilotphase sind vorerst 3,2 Millionen Euro vorgesehen, wobei die PVA rund 50 Prozent der Kosten trägt, je 25 Prozent kommen von Land Kärnten und Kärntner GKK.

Quelle: Land Kärnten | www.5min.at, 20.9.2019

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Tirol: Verbotenes Online-Gambling – Handy beschlagnahmt

Weil auf einer in Österreich verbotenen Internetseite um Geld spielte, beschlagnahmten Polizeibeamte das Handy eines Besuchers einer Innsbrucker Gaststätte. Nur die Casinos Austria haben in Österreich die Erlaubnis, über eine Tochterfirma legal Glücksspiel im Internet anzubieten. Der Lokalgast hatte sich allerdings für eine andere Glücksspielseite entschieden. Und das führte dazu, dass die Strafamtsmitarbeiter das Spielgerät — in dem Fall kein Automat, sondern ein Handy — sicherstellten.

„Das Mobiltelefon ist für den Verfall vorgesehen", Rebecca Nick vom Strafamt. Das heißt, der Spieler wird sein Handy nie wiedersehen, das Telefon geht in den Besitz der Republik über. Für den Spieler kam es noch dicker: Er erhielt weiters einen Strafbescheid über 600 Euro. Das Strafamt geht davon aus, dass der Mann kein Einzelfall bleibt. „Wer beim illegalen Glücksspiel mit dem Handy erwischt wird, muss mit dem Verlust des Geräts rechnen“.

Quelle: TT-Online, 28.9.2019

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Glücksspiel für Minderjährige – Fifa-Lootboxes in der Kritik

Ende September ist die neue Version der erfolgreichen Videospielserie Fifa in den Verkauf gelangt. Zugleich gibt es eine Debatte um das sogenannte Lootbox-System.

Viele Jugendliche werden erneut beträchtliche Summen in sogenannte Packs investieren, um mit einer äußerst geringen Wahrscheinlichkeit einen Star zu erhalten – und sich damit einen vermeintlichen Vorteil zu verschaffen. Kritiker sehen in diesem Lootbox-System ein Glücksspiel für Minderjährige.

Lootboxen erweitern laut Definition des Verbandes der deutschen Games-Branche (Game), „die Möglichkeiten der Spieler mit virtuellen Gegenständen und Zusatzinhalten“. Dem Positionspapier zufolge gebe es aber deutliche Unterschiede zu Glücksspiel-Mechanismen. Lootboxen würden „Sammelkarten-Spielen, Panini-Sammelbildern oder Überraschungseiern“ entsprechen.

Außerdem enthalten Lootboxen demnach „immer einen vorher genannten Umfang“, der Spieler „erhält immer einen Gegenwert in Form virtueller Inhalte“. Spielehersteller Electronic Arts (EA) schloss sich dieser Positionierung an.

Jugendliche investieren oft drei- bis vierstellige Beträge, um sich den Traum von einer professionellen E-Sport-Karriere zu erfüllen. Während Profis ihr Investment durch Preisgelder aber oft wieder reinholen oder das Team finanziell hilft, macht ein Großteil der Spieler ein Minusgeschäft. Cihan Yasarlar, Profi bei RB Leipzig, gab einen Einblick: „Ich investiere in den ersten Tagen und Wochen mehrere Tausend Euro.“ Es sei „absolut unmöglich“, ohne Einsatz von Geld in die Weltspitze zu gelangen, sagte der 26-Jährige. Laut Latka besteht sogar die Möglichkeit, vierstellige Summen in das Spiel zu stecken und „noch immer nicht das Beste zu haben“.

Eine Einstufung der Lootboxen als illegales Glücksspiel – wie etwa in Belgien oder den Niederlanden – ist in Deutschland derzeit nicht in Sicht. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte in der Vergangenheit mehr Verantwortung der Spielehersteller im Sinne des Jugendschutzes eingefordert.

Mehr als ein Viertel der Gamer zwischen zwölf und 17 Jahren zahlen laut einer Studie der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen für Extras in Spielen. „Durch die Tricks der Industrie finden viele Jugendliche kein Ende und verzocken Zeit und Geld“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Er forderte ein Verbot von Lootboxen und Maßnahmen, um den „Glücksspielcharakter“ von Spielen zu entschärfen.

Quelle: www.welt.de | 25.9.2019

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Künstliche Intelligenz für den Jugendschutz

Betreiber sozialer Netzwerke wie Facebook mit Instagram oder YouTube setzen bereits Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) ein, um etwa die Verbreitung von sexuellen Missbrauchsdarstellungen von Kindern, Rachepornos oder urheberrechtlich geschützten Materials zu verhindern oder durch Upload-Filter von vornherein zu blockieren.

Jugendschutz.net hat Mechanismen für maschinelles Lernen etwa gegen Pornografie und Gewalt getestet und will soziale Netze in die Pflicht nehmen. Dienstebetreiber und Programmierer "haben die Technik in der Hand, sie sollen daher Lösungen entwickeln", erklärte Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), am Donnerstag in Berlin. Traditionelle Ansätze wie Zeitschranken, Altersverifikationssysteme oder Ausweischecks würden von vielen Online-Unternehmen als Hemmschwelle angesehen. Jugendschutzprogramme basierten nur auf Windows und bildeten so die Lebenswirklichkeit der jungen Smartphone-Generation nicht mehr ab. Es sei daher naheliegend, auch für den allgemeinen Jugendschutz im Internet auf KI zu setzen und die Anbieter hier gegebenenfalls "in die Pflicht zu nehmen".

Eine Probe aufs Exempel hat jugendschutz.net bereits gemacht und dafür drei Systeme mit Fähigkeiten maschinellen Lernens getestet. Er sei überrascht gewesen von den so "ad-hoc erreichten hohen Erkennungsraten", bekundete der Techniker. Diese hätten in der Kategorie Pornografie 83 bis 90 Prozent, bei Gewalt 77 und Extremismus 78 Prozent betragen.

Eine extremistische Propagandaseite etwa werde "sofort als Hass" eingestuft, brachte er ein Beispiel. Noch besser sei die Leistung des bereits vortrainierten Modells TensorFlow alias Inception von Google zur Bilderkennung: Hier liege die Treffergenauigkeit bei Selbstverletzungen bei 95 Prozent, bei davon schwer abzugrenzenden Tattoos bei 94 Prozent sowie bei Gewalt Alltagsdarstellungen jeweils bei 88 Prozent. Bei einer Demo mit 23 Bildern ratterten diese in Sekundenschnelle durch und es kam nur zu einem Fehler, bei dem eine Körperverschönerung als Hautritzen eingeschätzt wurde.

"Wir sehen hier ein großes Potenzial", fasste der Praktiker die Ergebnisse zusammen, die auch in einen von jugendschutz.net veröffentlichten Lagebericht eingeflossen sind. Die vorhandenen Modelle müssten eigentlich nur noch zusammengeführt werden, um beeinträchtigende Inhalte zu identifizieren. Grenzen der KI seien dabei, dass die Erkennungsleistung von der Wahl des Trainingsmaterials abhängig sei und es sich bei den eingesetzten Algorithmen um intransparente Blackbox-Verfahren handle.

Ihm schwebt eine Schaltstelle vor, bei der Eltern einschlägige Funktionen per Knopfdruck durch eine Altersangabe für ihre Heranwachsenden aktivieren könnten. Parallel sollten Inhalte durch den Dienst mithilfe von KI oder die Nutzer in eigener, keine Expertise benötigenden Einschätzung klassifiziert und mit Labeln versehen werden. Um zu letzterem einen Anreiz zu bieten, sei es vorstellbar, allen Content zunächst standardmäßig erst auf die Altersbegrenzung 12 zu stellen. Der Betreiber stelle dann automatisch den sicheren Modus ein, wenn er die Info bekomme, dass ein Kind oder Jugendlicher seinen Dienst nutze.

Bei dem Einsatz der "spannenden Schnittstelle" gebe es zwar noch "große Herausforderungen", räumte KJM-Chef Kreißig ein. Es sei aber an der Zeit, den Dialog mit allen Beteiligten zu führen. Vom Bund her solle es bis Ende des Jahres ebenfalls einen Entwurf für eine Jugendschutzreform geben.

Quelle: www.heise.de | 5.9.2019

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Südtirol: Täglich 2 Millionen € fürs Glücksspiel

2018 wurden in Südtirol mehr als 700 Millionen Euro für die verschiedenen Arten von Glücksspiel ausgegeben, das sind fast 2 Millionen Euro am Tag. Die Zahlen stammen von der staatlichen Agentur für Zoll und Monopole.

In der Auflistung der Glücksspielarten rangieren Video-Lotterien mit 172,6 Millionen Euro vorneweg, auch für Rubbellose (21,4 Millionen Euro) und Sportwetten (9,7 Millionen Euro) sind die Beträge beträchtlich. Das klassische Lottospiel oder Pferdewetten spielen in dieser Auflistung eine untergeordnete Rolle.

Nicht alle Südtiroler Gemeinden wurden in der Auflistung erfasst, denn schließlich gibt es nicht überall Annahmestellen oder Glücksspielhallen. Es ist keine Überraschung, dass in den Ballungszentren am meisten gespielt wird, allein in Bozen waren es mehr als 273 Millionen Euro.

Ersichtlich sind auch die Glücksspielsummen, die unweigerlich verloren gegangen sind: Im gesamten Land waren es über 135 Millionen Euro – in einem einzigen Jahr.

Quelle: stol.it | Nachrichten für Südtirol, 26.9.2019

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