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BRD: Haribo klagt gegen Alkohol-Gummibären

Haribo sieht sein Recht am geistigen Eigentum verletzt. Die Form der Gummibärchen sei jener des geschützten Goldbären zu ähnlich, und mit Alkohol will man auch nichts zu tun haben.

Das spanische Start-up Ositos & Co bringt alkoholische Fruchtgummibären auf den Markt. Gegründet im Jänner 2019, verkauft die Firma seine Ware nicht nur im Internet, sondern auch spanischen Bars und Diskotheken. Verkauft wird soll das Naschwerk einem Alkoholgehalt von 15 Prozent in kleinen Metalldosen mit buntem Firmenlogo. Es gibt sie in fünf Farben und Geschmacksrichtungen: Rum-Ananas, Gin-Erdbeere, Wodka-Orange, Whisky-Cola und Tequila-Zitrone. Ein Glas Wein entspricht mehr oder weniger acht "Bärchen mit Alkohol", ein Gin Tonic hat so viel Alkohol wie 15 bis 17 Fruchtgummis. Der Verkauf ist erst ab 18 erlaubt.

Nun wehrt sich allerdings Haribo auf Grund der Ähnlichkeit zwischen den eigenen Gummibären rechtlich gegen das neue Produkt. Es bestehe "die Gefahr einer irreführenden Verbindung zwischen unserer Marke und den alkoholischen Fruchtgummibären, die nur an Erwachsene über 18 Jahren verkauft werden dürfen“, so ein Sprecher des Unternehmens.

Aus präventiver Sicht ist es äußerst problematisch, sich im Marketing für eine alkoholhaltige Süßigkeit an ein alkoholfreies Produkt anzulehnen, das sich sehr stark auch an Kinder richtet.

Quelle: www.diepresse.com, 2.2.2020

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Italien: privater Cannabis-Anbau erlaubt

In Italien ist der Anbau von Cannabis zu Hause nicht strafbar, wenn es sich um kleine Mengen für den Eigenbedarf handelt. Dies entschied das Oberste Gericht in Rom kurz vor Weihnachten, wie italienische Medien berichteten. In der Vergangenheit hatten Gerichte oft anders geurteilt.

Politiker der Linken und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung begrüßten das Urteil. Nach einem Bericht der Zeitung „Corriere della Sera“ gibt es in Italien rund 6,2 Millionen Cannabiskonsumenten, die meisten von ihnen in den Altersgruppen von 15 bis 24 und von 25 bis 34 Jahren. Männer konsumieren demnach mehr als Frauen.

Quelle: www.welt.de, 27.12.2019

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Österreich: Alkoholkonsum weiter rückläufig

In den vergangenen 50 Jahren hat sich das alkoholspezifische Verhalten der Österreicherinnen und Österreicher sowie deren Einstellung zum Alkohol langsam, aber konsequent zum Positiven verändert. Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren des "Handbuch Alkohol - Österreich", dessen 20. Ausgabe am Freitag in Wien präsentiert wurde.

Der Alkoholkonsum ist in der österreichischen Bevölkerung seit den 70er-Jahren deutlich zurückgegangen: von jährlich 15 Liter auf zwölf Liter Reinalkohol pro Kopf, also durchschnittlich um 25 Prozent. Das belegen gleich mehrere Indikatoren: Regelmäßiger starker Alkoholkonsum in der Arbeitswelt ist zur Ausnahme geworden, Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Alkohol sind seit den 60er-Jahren drastisch zurückgegangen. Dies weist darauf hin, dass Präventionsmaßnahmen und gesetzliche Änderungen sich erfolgreich ausgewirkt hätten. "Das Bewusstsein, dass Alkohol ein Problemstoff ist, ist in Österreich gestiegen", meinte Uhl. Gerade bei Kindern und Jugendlichen gehe der Alkoholkonsum stetig zurück, zeigten sich die "Handbuch"-Autoren erfreut, und zwar generell in der westlichen Gesellschaft.

Dennoch: Bei jedem Siebenten Erwachsenen ist der Alkoholkonsum gesundheitsgefährdend. Doppelt so viele Männer wie Frauen weisen problematischen Alkoholkonsum auf.

Auch bei der Behandlung alkoholkranker Menschen hat sich viel getan. Während vor 50 Jahren noch stark moralisierende Konzepte dominierten, die einer radikalen Abstinenzorientierung verpflichtet waren, rückt man davon mittlerweile ab. So kann eine möglichst große Anzahl alkoholkranker Patienten möglichst frühzeitig zur Behandlung motiviert werden. Die Therapie ist heute deutlich patientenorientierter, zum Ziel der Abstinenz kam das Konzept der Konsumreduktion und "Schadensbegrenzung" bei Personen, die ihren problematischen Alkoholkonsum nicht in den Griff bekommen können. Im Idealfall werde zwar eine endgültige Genesung erzielt, doch stelle bereits eine deutliche Verbesserung von Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität ein berechtigtes Behandlungsziel dar, hieß es.

Quelle: www.noen.at, 17. Januar 2020

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USA & Canada: Marihuana-Aktien brechen ein

Die Euphorie nach dem ersten Kursrausch der Branche schwindet. Produzenten, Dienstleister und Investoren mussten mittlerweile erkennen, dass das Geschäft mit Genuss-Konsumenten und Patienten, die aus medizinischen Gründen Cannabis anwenden, nicht so schnell wächst wie die Hanf-Industrie. Die Hersteller haben gewaltige Überkapazitäten aufgebaut. Die Kunden können gar nicht so viel kiffen, wie vom Markt angeboten wird.

Beispiel Kanada: Zwar hat sich der Konsum getrockneten Hanfs seit der Legalisierung innerhalb eines Jahres von 6.350 Kilogramm auf 12.900 Kilogramm mehr als verdoppelt. Doch der Lagerbestand der kanadischen Produzenten stieg im selben Zeitraum von 115.300 auf 389.000 Kilogramm, also um rund 237 Prozent. Selbst wenn sich der Konsum weiterhin jährlich verdoppeln würde, könnten Kanadas Kiffer noch fünf Jahre von den aktuellen Lager-Vorräten der Cannabis-Produzenten zehren.

Die Folge: Während die Aktienkurse fast aller Branchen weltweit stiegen, haben Cannabis-Aktien und die darin investierten ETFs ihren Investoren im vergangenen Jahr deutliche Kursverluste beschert. Der Marihuana-Aktienindex WEED, der die Wertentwicklung börsennotierter Cannabis-Unternehmen misst, brach 2019 um fast die Hälfte ein. Seit April liegt er sogar mit deutlich mehr als 60 Prozent im Minus. Rund 25 Milliarden Dollar haben die größten sechs Konzerne seitdem an Börsenwert eingebüßt. "Dies ist das 2008 der Cannabis-Industrie", meint Kevin Murphy, der Chef des Branchenriesen Acreage Holdings - ein Vergleich mit dem Horrorjahr der Finanzkrise. Laut Finanzdienst Bloomberg erhalten nur noch die stärksten Firmen frische Mittel an den Kapitalmärkten. Einem Dutzend kleinerer Unternehmen drohe 2020 die Pleite, zitiert Bloomberg einen anonymen Manager aus der Branche. Einigen Firmen könne schon in den nächsten Wochen das Geld ausgehen.

Was Investoren noch Hoffnung macht: Es gibt noch reichlich Wachstumspotenzial. Weitere US-Bundesstaaten stehen vor einer Legalisierung von Cannabis. Und auch in Europa, das als größter Cannabis-Markt für medizinische Zwecke gilt, ist Bewegung in die Diskussion um eine Legalisierung gekommen. In Deutschland erhielten im vergangenen Jahr erstmals drei Unternehmen die Erlaubnis, auf deutschem Boden Hanf zur medizinischen Verwendung anzubauen. Die erste Ernte wird Ende 2020 erwartet.

Quelle: www.finanzen.at, 15.1.2020, www.focus.de, 16.1.2020

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BRD: Millionen Zigaretten aus Hauptzollamt gestohlen

Nicht nur die Berliner Polizei ist in jüngster Zeit Opfer von Einbrüchen geworden. Aus der Asservatenkammer des Berliner Hauptzollamts sind rund 5,2 Millionen beschlagnahmte, unversteuerte Zigaretten gestohlen worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. Januar. In welchen Standort des Hauptzollamtes eingebrochen wurde, wollte der Sprecher nicht sagen.

Neben den Zigaretten sei auch eine große Menge von unversteuertem Shisha-Tabak gestohlen worden, sagte der Sprecher weiter. Wie genau der Diebstahl gelang, wollte er nicht ausführen, "um mögliche Nachahmer nicht auf den Plan zu rufen".

Die Anzahl der Zigaretten entspricht 26.000 handelsüblichen Stangen mit einem Gesamtgewicht von 3,4 Tonnen. Das entspricht einem Steuerschaden von mehr als einer Million Euro.

Quelle: www.rbb24.de, 12.2.20

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BRD: Was Drogen kosten

Der Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) für 2018/2019, der sogenannte Reitox-Bericht, gibt detailliert Auskunft über die Preisentwicklung auf dem illegalen Markt.

Nach den neusten zur Verfügung stehenden Daten aus dem Jahr 2018 kostete in Deutschland ein Gramm Kokain auf der Straße etwa 70 Euro. Im Jahr davor waren es noch fast 72 Euro. Für eine Tablette Ecstasy mussten etwa sieben Euro bezahlt werden, 2017 waren es noch fast 8 Euro. Der Preis für ein Gramm Cannabisharz sank von 9,50 Euro auf 9 Euro. Der deutlichste Preisverfall wurde bei Crack beobachtet. Ein Gramm kostete statt 73 Euro nur noch 50 Euro, was einem Rückgang um immerhin 32 Prozent entspricht. Allerdings wird in dem Bericht darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Durchschnittswert möglicherweise nicht repräsentativ ist, weil er nur auf den Daten aus weniger als fünf Bundesländern basiert.

Heroin wurde laut dem Bericht teurer. Der Grammpreis betrug 44 statt 42,50 Euro. Nach einem Rückgang im Jahr davor stieg auch der Preis für Crystal Meth wieder. 2018 mussten für ein Gramm 84 statt 78 Euro bezahlt werden. LSD kostete mit 10 Euro statt 9,50 Euro pro Gramm etwas mehr. Für Marihuana bezahlten die Käufer ebenfalls geringfügig mehr. Der Grammpreis stieg im Schnitt von 10 Euro auf 10,20 Euro. Als Quelle für diese Zahlen nennt der Bericht das Bundeskriminalamt.

Warum die Preise gesunken oder gestiegen sind, wird in dem Bericht nicht erklärt. Es wird aber darauf verwiesen, dass die Preise im Zehnjahresvergleich bei fast allen illegalen Drogen nach oben gegangen sind. So wurde zum Beispiel Heroin seit 2009 um 19 Prozent teurer, der Preis für Cannabis und Marihuana stieg sogar um etwa 30 Prozent. Das könnte mit einer wachsenden Nachfrage zusammenhängen. Im Langzeitvergleich wurde nur bei Crack ein Rückgang registriert.

Aus dem Bericht geht auch hervor, wie profitabel das Drogengeschäft für Dealer ist. So kostete den Angaben zufolge ein Kilogramm Kokain 2018 im „Großhandel“ (gemeint sind gehandelte Mengen zwischen 500 Gramm und 1,5 Kilogramm) rund 43.000 Euro. Verkauft der Händler den Stoff auf der Straße grammweise, erzielt er damit einen Gewinn von mehr als 30.000 Euro, wenn man die angegebenen Zahlen ansetzt. Noch größer sind die Gewinnspannen offenbar beim extrem gefährlichen Crystal Meth: Mit einem Kilogramm kann ein Dealer laut den Daten über 50.000 Euro Gewinn einstreichen. Aber auch mit Marihuana und Cannabisharz lässt sich viel Geld verdienen. So kostete beispielsweise ein Kilogramm Marihuana 2018 im „Großhandel“ ungefähr 5000 Euro. In kleinen Mengen verkauft, errechnet sich bei einem Grammpreis von 10 Euro ein Gewinn von 5000 Euro.

Quelle: www.rnd.de, Redaktionsnetzwerk Deutschland, 29.12.2019

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USA: selbstverschuldetes Heroinproblem auf hohem Niveau

Seit Jahren leiden die USA an einem grassierenden Heroinproblem, das nicht zuletzt durch schönfärberische Marketingmethoden eines Pharmakonzerns und eine leichtfertige Verschreibungspraxis von Opiodien durch Ärzt/innen mitverursacht wurde. Eine aktuelle Studie zeichnet nun die zahlenmäßige Entwicklung nach.

Der Heroinkonsum unter Erwachsenen hat sich in den letzten 17 Jahren insgesamt fast verdoppelt, aber die Raten haben sich seit 2016, wie neue Untersuchungen zeigen, verlangsamt. Auch wenn dies auf den ersten Blick wie eine gute Nachricht erscheinen mag, stellen die Ermittler der US-amerikanischen Behörde für Drogenmissbrauch und psychische Gesundheit (SAMHSA) fest, dass das Plateau des Heroinkonsums möglicherweise einfach auf eine Umstellung auf Fentanyl zurückzuführen ist.

Für die Studie sammelten die Forscher Daten von einer landesweit repräsentativen Gruppe von Erwachsenen im Alter von 18 Jahren oder älter, die an den Nationalen Erhebungen über Drogenkonsum und Gesundheit (NSDUH) 2002-2018 teilnahmen. Die Analyse umfasste 800.500 Befragte während des Studienzeitraums. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 34,5 Jahre, und 53,2% waren Frauen.

Quelle: www.medscape.com, 11.2.2020

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Juul wird für Marlboro zum Milliardengrab

Die Beteiligung an der umstrittenen E-Zigarettenfirma Juul wird für den US-Tabakriesen Altria (Marlboro) zu einem immer teureren Debakel. Im vierten Quartal schrieb der Konzern laut Mitteilung weitere 4,1 Milliarden Dollar (3,7 Mrd Euro) auf das Investment ab.

Zuvor hatte Altria den Wert der Beteiligung bereits um 4,5 Milliarden Dollar nach unten korrigiert. Der Marlboro-Hersteller war im Dezember 2018 für 12,8 Milliarden Dollar mit 35 Prozent bei Juul eingestiegen, der finanzielle Kraftakt war die größte Investition in der Geschichte des Konzerns. Juul steht wegen einer E-Zigaretten-Epidemie unter Jugendlichen in den USA schon länger heftig in der Kritik und ist mit vielen Klagen konfrontiert.

E-Zigaretten werden in den USA mit einer Reihe von Todesfällen in Verbindung gebracht, in diesem Zusammenhang gibt es auch ein Gerichtsverfahren gegen Juul. Das Unternehmen betont jedoch, dass die US-Gesundheitsbehörde CDC bislang ausschließlich illegale Schwarzmarktprodukte für die Todesfälle verantwortlich macht.

Quelle: www.focus.de, Freitag, 31.1.2020

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