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Globale Cannabis-Online-Konferenz

Prohibition Partners LIVE bringt Tausende von Konferenzteilnehmern aus allen Teilen der Welt zusammen. Es wird eine einzige digitale Plattform zur Verfügung gestellt, auf der fünf separate Konferenzen gehostet werden sollen. Mehr als 4.000 Teilnehmer haben die Möglichkeit, ohne Reiserisiko fachliche Inhalte, Networking, Präsentationen und Unterhaltung zu erleben.

Die Konferenz findet am 22. und 23. Juni statt und bietet auf fünf virtuellen Bühnen live gestreamte Keynotes und Podiumsdiskussionen von über 150 CEOs, politischen Entscheidungsträgern und Kulturschaffenden.

Quelle: https://prohibitionpartners.live/agenda/

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Österreich: Illegales Online-Glücksspiel mit 308 Mio € Einnahmen

Millionen ohne Konzessionen: 30 lizenzlose Anbieter lukrierten im Jahr 2019 insgesamt 308 Millionen Euro an Bruttospieleinnahmen. Die Behörden sehen zu. Eine Gesetzesverschärfung verstaubt seit zwei Jahren im Finanzministerium.

Auf dem Papier besitzt die CASAG über win2day hält die einzige österreichische Lizenz für Online-Gaming – und das bis zum Jahr 2027. In der Praxis ist das Monopol der CASAG allerdings wenig wert: Denn Online-Anbieter mit Lizenzen in Malta, Gibraltar, Großbritannien und Irland bieten ihre Glücksspiele auch in Österreich an. Sie berufen sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit. Das Finanzministerium hat dieser Rechtsansicht zwar wiederholt widersprochen – doch ansonsten wenig gegen den boomenden „grauen“ Markt unternommen.

Das volle Ausmaß des illegalen Glücksspiels im Netz zeigt nun eine aktuelle Anfragebeantwortung des Finanzministeriums an NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper. Demnach erwirtschafteten die Illegalen im Jahr 2019 insgesamt 308,4 Millionen Euro an Bruttospieleinnahmen.

Die lizenzlosen Anbieter kontrollieren damit drei Viertel des Marktes. Der einzige legale Anbieter – win2day – kam bloß auf 95,4 Millionen Euro. 30 Anbieter ohne Konzession kontrollieren also drei Viertel des österreichischen Online-Marktes. Wobei das Jahr 2019 laut der Anfragebeantwortung ein besonders krasser Ausreißer zugunsten der Illegalen war. Im Vierjahresmittel kommen die Konzessionslosen zumindest auf einen Marktanteil von zwei Dritteln. Das Finanzministerium ist nur deshalb so genau über die Einnahmen der lizenzlosen Betreiber informiert, weil diese die gesetzlich vorgeschriebene Glücksspielabgabe von 40 Prozent abführen – und so einem Finanzstrafverfahren entgehen. Im Jahr 2019 flossen über diesen Weg immerhin 123,4 Millionen Euro ins Staatsbudget – Gelder, die illegal erwirtschaftet wurden. „Das ist, wie wenn die Polizei einen offensichtlich sturzbetrunkenen Autofahrer weiterfahren lässt, da er ja brav seine Steuern zahlt. Eine rechtsstaatliche Bankrotterklärung“, kritisiert NEOS-Abgeordnete Krisper.

Quelle: profil, 29.5.2020

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EU-weites Verbot von Mentholzigaretten

Mit Mentholzigaretten ist in der EU endgültig Schluss. In den EU-Staaten sind nunmehr alle Zigaretten mit charakteristischen Aromen ausnahmslos verboten, weil sie den Tabakgeschmack überdecken und so zur Förderung des Tabakkonsums beitragen. Damit endet eine vierjährige Übergangsphase für Produkte mit einem höheren Marktanteil als drei Prozent.

Die Regelung ist Teil der EU-Tabakrichtlinie, die 2014 nach mühsamen Verhandlungen verabschiedet wurde und 2016 in Kraft trat. Seitdem müssen auch zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln und Drehtabakverpackungen für Schockbilder und aufklärende Warnhinweise reserviert sein.

Kurz vor Inkrafttreten bestätigte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die verschärften Regeln. Die Luxemburger Richter lehnten Klagen Polens und mehrerer Tabakunternehmen ab. Mit Blick auf die Aromen wiesen sie darauf hin, dass Produkte wie Mentholzigaretten mit „angenehmem Aroma“ das Rauchen gerade für Einsteiger attraktiver machen sollten. Die EU-Gesetzgeber seien daher befugt gewesen, zur Eindämmung des Tabakkonsums diese Produkte zu verbieten.

Quelle: orf.at

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BRD: Cannabis-Startups schießen wie Pilze aus dem Boden

Immer mehr Startups drängen in das Cannabis-Segment - darunter auch etliche Seriengründer, wie Felix Swoboda, der schon Homebell und Co. startete. Zuvor wagten sich schon Movinga-Retter Finn Hänsel und Kreditech-Macher Sebastian Diemer auf den Hanf-Trip. Hier ein kleiner Streifzug durch die aufstrebende deutsche Cannabis-Startup-Szene. Es werden vermutlich nicht die kleinen Kiffer-Läden sein, die beim prognostizierten Cannabis-Boom absahnen, sondern die Businessmen.

cannaable
Die Landauer Jungfirma positioniert sich als Hanf-Marktplatz. Zielgruppe sind insbesondere “Online-Shops, die ihre Reichweite steigern wollen”.
Cannaflos
Das Kölner Startup bietet medizinisches Cannabis an. In Zusammenarbeit mit den Behörden, der Pharmaindustrie sowie im Austausch mit Patienten soll medizinisches Cannabis als Arznei zur Verfügung gestellt werden.
Demecan
Das junge Unternehmen darf in Deutschland legal medizinisches Cannabis anpflanzen.
Cannamedical
Das Kölner Unternehmen beliefert derzeit rund 2.500 Apotheken und klinische Einrichtungen. Zuletzt wirkten in Köln 50 Mitarbeiter für die Jungfirma, und es flossen 27 Millionen in die Cannabis-Firma.
CanPharma und Cantourage
Zwei Startups, die “Patienten eine optimale medizinische Behandlung ermöglichen” wollen und Apotheken beliefern.
Farmako
Mit Farmako drängt der Kreditech- und -Finiata-Gründer Sebastian Diemer in das Boom-Segment.
NXT Pharma
Das junge Unternehmen positioniert sich dabei als Cannabisgroßhändler. Zu NXT Pharma gehört auch der Online-Shop Hanfgeflüster.
Hanfgarten
Das Wiener Cannabis-Startup vertreibt und vermarktet über seinen Shop Hanfpflanzen, Hanftee, CBD (Cannabidiol). Zudem gehört ein “Megastore in Kalsdorf (südlich von Graz)” zum jungen Unternehmen.
Nimbus Health
Die Firma positioniert sich als “global agierender pharmazeutischer Großhändler nach §52a AMG mit einer Spezialisierung im Vertrieb und Import von Medizinal-Cannabis Produkten”.
Sanity Group
Das Cannabis-Startup ist bisher als medizinischer Großhandel und Forschung und am Verkauf von medizin-nahen Hanfprodukten beteiligt.
Synbionik
Der Berliner Geldgeber verfügt über das Cannabinoid-Biosynthese-Patent und ein Forschungs- und Entwicklungsteam.
Quelle: www.deutsche-startups.de, 12.5.2020

 

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USA: Einfach zu „high“ - Stabhochspringer wegen Cannabis gesperrt

Eine etwas kuriose Meldung: Stabhochspringer Cole Walsh (USA) ist positiv auf den Cannabis-Wirkstoff THC getestet und von seiner nationalen Anti-Doping-Agentur für drei Monate gesperrt worden. Die Probe bei dem 24-Jährigen, WM-Zehnter von Doha, wurde am Rande eines Meetings in Cottbus am 29. Januar entnommen. Da Walsh "ein Aufklärungsprogramm über seinen Marihuanakonsum erfolgreich abgeschlossen hat", habe die USADA die Sperre auf drei Monate halbiert, wie es in einer Mitteilung hieß. Walsh führte den positiven Test auf "einen Schokoriegel mit THC" zurück, den er gegessen habe, um auf einem Flug besser schlafen zu können. Er hätte nicht erwartet, dass die Menge für einen Befund bei der Dopingprobe ausreichen würde, schrieb er in den Sozialen Medien.

Quelle: www.sport1.de, 2.6.2020

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BRD: Mach dich schlau-Kampagne in „neuen Medien“

Um junge Menschen für die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums zu sensibilisieren, will die deutsche Bundesregierung verstärkt soziale Medien nutzen. Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) stellte dazu am Freitag eine neue Internet-Kampagne ihres Hauses vor. Die Aktion steht unter dem Motto „Mach dich schlau“.

Ziel sei es, via Youtube, Instagram und andere soziale Medien junge Menschen vor den Folgen des Kiffens zu warnen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken, sagte Ludwig. Bei Jugendlichen wie Erwachsenen sei Cannabis seit Jahren „Spitzenreiter unter den illegalen Drogen“. Diesem Trend wolle man durch gezielte Aufklärung auch in sozialen Netzwerken entgegentreten. Mehr als 80 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen seien mittlerweile täglich im Web unterwegs. Viele nutzten bis zu drei Stunden soziale Medien. Daher gelte es, weniger Flyer zu drucken und mehr auf Instagram & Co. zu setzen, so Ludwig.

Zahlreiche Studien belegten, dass früher und regelmäßiger Cannabiskonsum zu „schweren Gehirnschäden führen kann“, warnte auch Ludwig. Gleichzeitig sei die Neugier junger Menschen, Cannabis mal auszuprobieren, „ungebrochen“. Für diese Botschaft brauche es eine „ehrliche und mutige Kampagne“, sagte Ludwig. Den Zeigefinger zu heben oder „gleich ein Verbot auszusprechen“, helfe nicht weiter. „Es wird gerne der Eindruck vermittelt, mit der Frage Legalisierung ja oder nein sei das Thema erledigt. Ich glaube, nur diese Frage wird dem Thema aber definitiv nicht gerecht.“ Der sinkende Tabak- und Alkoholkonsum bei Jugendlichen zeige, „dass Prävention wirkt und wir Botschaften platzieren können“.

Der drogenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Heidenreich, mahnte unterdessen „mehr konkretes Handeln und nicht nur warme Worte“ an, um den Konsum von Cannabis unter Jugendlichen zu senken.

Es dürfe nicht allein bei „coolen Social Media-Posts, schrillen Sharepics und bunten Luftballons“ bleiben, sagte Heidenblut. Der beste Weg, um gesundheitliche Schäden zu verhindern, sei die kontrollierte Abgabe von Cannabis. Dies könne in Modellprojekten getestet werden. Dadurch gewinne man auch die Kontrolle über die Qualität des Cannabis.

Quelle: www.aerztezeitung.de, 29.5.2020

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Finanzministerium nimmt win2day gegen Spielsüchtigen in Schutz

Ein Spielsüchtiger wandte sich mit einer Anfrage und Bitte um Hilfe an das Büro des österreichischen Bundespräsidenten. Das in Folge mit der Anfrage befasste Finanzministerium lieferte laut dem Verein Spielerhilfe eine fragwürdige Beantwortung, denn es unternimmt den Versuch, die Online-Glücksspiel-Plattform "win2day" pauschal für mögliche Schadenersatzforderungen seitens des Spielers in Schutz zu nehmen. Die nachstehenden Ausführungen sind der Presseaussendung der „Spielerhilfe“ entnommen:

„Das Finanzministerium teilt in der Beantwortung mit: "§ 25 GSpG (Paragraph 25 des Glücksspielgesetzes, Behandlung von Schadenersatzansprüchen für Spielsüchtige, Anm.) ist aber auf Elektronische Lotterien - wie diese durch die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H auf http://www.win2day.at durchgeführt werden - nicht anwendbar, da dort a priori eine Vielzahl von Spielerschutzmechanismen eingerichtet sind (Dotationshöchstlimit pro Woche, personalisierte Spielzeit- und Einsatzlimits, Zeitpuffer für Wirksamwerden von Limiterstreckungen, Spielsuchttests, Selbstsperren etc.)", so das Ministerium.

Die Behauptung, dass Schadenersatzforderungen gemäß dem Glücksspielgesetz bei win2day nicht möglich sind, verwundert. Das Vorhandensein diverser Spielerschutzkomponenten ist nämlich das eine, der aktive Spielerschutz aber etwas anderes. Auf Anfrage des Vereins „Spielerhilfe“ beim Ministerium wurde geantwortet, dass die auf der Online-Plattform eingerichteten Spielerschutzmaßnahmen zertifiziert sind. Außerdem sind die Spielerschutzstandards der Glücksspielbetreiber Teil eines regelmäßig stattfindenden, fachlichen Austauschs zwischen dem Ministerium und den konzessionierten Betreibern, so das Ministerium.

Die Österreichischen Lotterien haben für ihre Plattform win2day tatsächlich Zertifizierungen durchlaufen. Dennoch muss die Frage gestellt werden, weshalb das Finanzministerium hier pauschal versucht, einen Anbieter in Schutz zu nehmen. Denn es existiert keine Datenverbindung zwischen der Online-Plattform und dem Finanzministerium. Wie auch bei anderen Angeboten von lizenzierten Glücksspielbetreibern in Österreich, ist dieses Angebot für das Finanzministerium eine Blackbox. Die Daten wie Gewinn- und Verlustrechnungen, Spielhäufigkeit sowie die generellen Daten der Spieler liegen in der alleinigen Hoheit des Betreibers. Es findet keine Einzelfallprüfung einzelner Spieler von externen, unabhängigen Experten statt. Doch solch eine Prüfung könnte feststellen, ob es trotz aller Vorkehrungen wie den Zertifizierungen in Einzelfällen ein zu spätes Reagieren im Rahmen des Spielerschutzes gab.

Es kann bei der Ausführung der Spielerschutzmaßnahmen im Hintergrund in der Fachabteilung zu Versäumnissen kommen. Denn schlägt beispielsweise ein Alarm-Limit für einen Kunden an, der übermäßig und in großem Ausmaß online spielt, muss letztlich auch (schnell) reagiert werden. Und dies geschieht ausschließlich durch die Responsible Gaming Abteilung der Österreichischen Lotterien. Damit soll gesagt sein: Theoretisch kann es jederzeit zu einem Fall kommen, der trotz Auffälligkeit oder plötzlich veränderter finanzieller Lage, nicht in seinem Spiel beschränkt und dadurch in seinem Existenzminimum gefährdet wird, daher sehr wohl das Recht auf eine Schadenersatzforderung hat. Entgegen der Aussagen des Finanzministeriums. Es darf nicht vergessen werden, es handelt sich um ein Suchtverhalten, in dem viele Süchtige nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu kontrollieren. Umso mehr ist es unverständlich, diese Frage muss erlaubt sein, weshalb das österreichische Finanzministerium, das auch für den Spielerschutz von Spielsüchtigen in Österreich verantwortlich ist, grundsätzlich eine Schadenersatzfrage als unzulässig sieht, beziehungsweise welche Interessen hiermit verfolgt werden, eine solche Antwort zu übermitteln. Schließlich liegt die Frage der Zulässigkeit einer Schadenersatzforderung nicht im Aufgabenbereich des Finanzministeriums.“

Quelle: Verein Spielerhilfe, Pressaussendung vom 6.5.2020

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Nur der Vollständigkeit halber: Sucht in Corona-Zeiten?

Auch wenn uns das Ganze schon zum Hals heraushängt: Man kann in diesen Zeiten eigentlich kaum einen Newsletter veröffentlichen, der nicht zumindest an einer Stelle auch auf Corona zu sprechen kommt. Nur: Wirklich Neues gibt es nicht zu vermelden. Es wird zwar erhoben und befragt, aber was dabei herauskommt, ist entweder widersprüchlich oder geht nicht über das hinaus, was einem auch der Hausverstand sagt: In der einen Beratungsstelle war weniger los als in normalen Zeiten, in der anderen mehr. Manche Klient/innen haben sich im Lockdown schlechter gefühlt als vorher, andere besser. Wer vor Corona überwiegend allein Alkohol konsumiert hat, hat in der Corona-Zeit mehr getrunken, als jene, die beim Ausgehen mit anderen zusammen Alkohol trinken. Auch bei Alkoholika oder Cannabis hat es Hamsterkäufe gegeben. Streetwork-Einrichtungen haben ihre Zielgruppe in der Zeit der Quarantäne kaum oder nicht erreichen können – no na.

Also: Schließen wir dieses Kapitel. Man muss nicht über alles berichten, vor allem wenn es summa summarum nichts wirklich Lohnendes zu sagen gibt.

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