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sucht+prävention – 4/2025, Mai 2025
Editorial
Jetzt ist schon wieder was passiert. Oder eigentlich: Seit der letzten Ausgabe von sucht+prävention ist einiges passiert, und davon möchten wir Ihnen in dieser Ausgabe berichten. Vielleicht waren Sie auch bei der einen oder anderen Veranstaltung dabei? – Wir wünschen eine angenehme Lektüre.
Das Team von kontakt+co
Newsletter-Archiv
Dialogwoche Alkohol: Rückblick

Die 5. Österreichische Dialogwoche Alkohol hat von 5. bis 11. Mai 2025 das Thema Alkoholkonsum wieder österreichweit zum Thema gemacht. In Tirol gab es neben der Kooperation mit der Apothekerkammer, im Zuge derer Informationsmaterialien in allen Apotheken aufgelegt wurden, zahlreiche Events:
Die Vorführung des Filmes "Druk" im Leokino mit anschließendem Gespräch mit Expert:innen und Publikum war gut besucht (s.u.). Ebenso auf reges Interesse stießen das Webinar für Eltern und Bezugspersonen zum Thema Alkohol, sowie das betriebsübergreifende pib-Seminar. Die ganze Woche über wurden Informationsmaterialien der Suchthilfe Tirol, der Anonymen Alkoholiker und der Dialogwoche Alkohol an Interessierte im Einkaufszentrum West verteilt. Den Abschluss der Dialogwoche in Tirol bildete das Forumtheater im Westbahntheater (s.u.).
Wir möchten uns bei allen Systempartner:innen, Interessent:innen und all den Menschen und Institutionen bedanken, die bei der Vorbereitung und Durchführung so tatkräftig mitgewirkt haben.
Dialogwoche Alkohol: "Rausch – nüchtern betrachtet"

Ein neues Format bei der Dialogwoche Alkohol 2025 war eine öffentliche Veranstaltung im Leokino unter dem Titel "Rausch – nüchtern betrachtet". Die erste Betrachtung zeigte bei freiem Eintritt im gut gefüllten großen Saal den Spielfim "Druk (Der Rausch)" (Thomas Vinterberg, 2020), bevor das Publikum mit den Expert:innen am Podium in einen Dialog trat, bei dem das Thema "Rausch" aus diversen Blickwinkeln betrachtet wurde: pädagogisch, kriminologisch, ethnologisch-künstlerisch, pharmakologisch u.v.a.m. Den Rückmeldungen beim kleinen Imbiss im Anschluss nach zu schließen ist diese doppelte Betrachtung bei allen Beteiligten sehr gut angekommen.

Wir danken unseren Gästen am Podium (v.l.n.r.: Hans-Günther Knaus/Med-Uni Innsbruck, Lois Hechenblaikner/Fotograf, Doris Sailer/Landeskriminalamt und – versteckt hinter dem Moderator – Florian Pallua/Forum Prävention Südtirol) für ihre Bereitschaft und ihre Einsichten und dem Team des Leokinos für die Zusammenarbeit.
Dialogwoche Alkohol: Forumtheater "mehr oder weniger"

Im Stück „mehr oder weniger“ treffen die beiden AA-Mitglieder Susanne (rechts im Bild) und Johann (links im Bild) die Entscheidung, den jüngeren Bruder von Johann, Dominik (Bildmitte), in ihre kleine WG mit aufzunehmen. Im Laufe des Stücks eskaliert die Situation zwischen den Dreien. Wie im Forumtheater üblich hatte das Publikum dann die Möglichkeit, der Geschichte einen anderen Verlauf zu geben, um mehr Dankbarkeit, mehr Klarheit, mehr Ehrlichkeit oder weniger Vorurteile, weniger Egoismus oder weniger vermeintliche Hilfe – so die Vorschläge von Zuschauer:innen – ins Spiel und in die Geschichte zu bringen. Bei einer öffentlichen Generalprobe und der Premiere am 7. bzw. 9. Mai 2025 im Innsbrucker Westbahntheater kamen so an die 20 Ideen für einen besseren individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Alkohol, und vor allem für einen respektvolleren Umgang mit sich selbst und anderen, auf die Bühne.

„Die Methode des Forumtheaters war für mich eine völlig neue Erfahrung. Die Teilnahme daran empfand ich als spannend und intensiv. Innerhalb eines geschützten Raumes boten das aktive Mitwirken, der Austausch sowie das Zusehen und Mitdenken die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen, eigene Haltungen zu hinterfragen und neue Positionen auszuprobieren. Besonders eindrücklich war für mich, wie oft das Publikum sowie die Darsteller:innen – in ganz unterschiedlichen Kontexten – ähnliche Situationen oder Positionen bereits erlebt haben. Die in den Szenen aufgeworfenen Themen haben mich stark zum Nachdenken angeregt, und ich kann mir gut vorstellen, dass manche dieser Impulse in bestimmten Situationen bei mir nachwirken werden. Vielen Dank!“ (Mona)
Das Angebot „act it! – Suchtprävention im Dialog“ mit Forumtheater als Methode gibt es bei kontakt+co seit 25 Jahren. Weitere Beispiele auf der
„act it!“-Seite
Dialogwoche Alkohol: Zum Nachlesen und -hören
AKTION plusminus: Rückblick

Mit dem Osterwochenende ist die heurige AKTION plusminus zu Ende gegangen, bei der sich wiederum viele Tiroler:innen mit den Fragen "Haben wir, was wir brauchen? Brauchen wir, was wir haben?" auseinandergesetzt haben.
Über 2.500 Fastenstrauchkarten und "Pickerl" für Familien, 1.800 youngSummit-Plakate und hunderte andere Plakate und Materialien wurden bestellt und vom Familienverband verschickt, besonders Kindergärten, Familienverband-Zweigstellen und Volksschulen haben sich sehr aktiv beteiligt.
Auch bei den Mitmach-Aktionen und Rücksendungen waren die Schulen eifrig, so wurden etwa über 1.000 Urkunden an Volksschüler:innen ausgestellt.
Die MS St. Anton am Arlberg hat uns ein Foto des "bearbeiteten" Plakats der Klasse 1b zugesandt, danke dafür!

AKTION plusminus
Weltnichtraucher:innen-Tag 31.5.
Die WHO stellt den heurigen "World No Tobacco Day" (Weltnichtraucher:innen-Tag) am 31.5.2025 unter das Motto "Den Reiz entlarven: Enthüllung der Taktiken der Hersteller von Tabak- und Nikotinprodukten". Als Taktiken der Industrie, die sich (v.a. mit neuen Nikotinprodukten) speziell an Jugendliche richten, nennt die Kampagnenseite:
- "Aromen und Zusatzstoffe: verstärken den Geschmack und überdecken die Schärfe des Tabaks, um seine Attraktivität zu erhöhen;
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gezieltes Marketing: mit elegantem Design, attraktiven Verpackungen und digitalen Medienkampagnen, um schädliche Produkte zu verherrlichen; und
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täuschendes Produktdesign: Herstellung von Produkten, die wie Süßigkeiten oder Spielzeug aussehen und Kinder und Jugendliche direkt ansprechen."
WHO-Pressemeldung
Unsere Vorfahren und der Alkohol
Dass auch Tiere Alkohol konsumieren, ist nichts Neues (typischerweise als vergorene Früchte). Der Standard berichtet jetzt von neuen Forschungsergebnissen:
» Neu an den Beobachtungen aus Guinea-Bissau ist jedoch das soziale Element: Schimpansen teilen die alkoholhaltigen Früchte miteinander. Dieses Verhalten, so betonen die Forschenden, ist bei Schimpansen keineswegs selbstverständlich. "Schimpansen teilen nicht ständig ihr Futter", sagt Kimberley Hockings. "Dieses Verhalten in Zusammenhang mit fermentiertem Obst könnte also von besonderer Bedeutung sein." Hockings sieht darin einen möglichen Hinweis auf frühe Formen eines gemeinschaftlichen Feierns – also ein Verhalten, das beim Menschen längst in Form von Gelagen, Festmahlen oder dem geselligen Umherreichen eines Trinkgefäßes institutionalisiert ist. «
Die Auswirkungen auf die nächste Dialogwoche Alkohol sind noch unbekannt …
Standard-Artikel
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