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sucht+prävention – 8/2025, Dezember 2025
Editorial
Der Advent hat begonnen, und das Kalenderjahr neigt sich mit Riesenschritten dem Ende zu. Und somit sind auch zuerst die Feiertage und dann das nächste Jahr nicht mehr weit. Wie gewohnt finden Sie in dieser Ausgabe von sucht+prävention Rückblicke und Ausblicke, sozusagen einen Bogen von Herbst bis Frühjahr. – Wir wünschen eine angenehme Lektüre.
Das Team von kontakt+co
Tagung der ARGE Suchtvorbeugung
Das beschauliche Bad Tatzmannsdorf im Mittelburgenland hat im heurigen Herbst mehrfach ungewohnten Besuch erhalten: Zu Gast war etwa die New York Times und schrieb danach darüber, dass in Österreich eine staatliche Kuranstalt wie ein Wellnessbereich ausschauen kann.

Im gleichen Umfeld hielten sich im Oktober Mitarbeiter:innen der Suchtpräventionstellen aus Österreich (und Umgebung) anlässlich der jährlichen Tagung der ARGE Suchtvorbeugung auf, die heuer zum Thema "Brennpunkt Identität – im Fokus Gender & Diversity" stattfand. – Mittlerweile sind die Präsentationen online:
ARGE-Tagung 2025
2. Tiroler Vernetzungstag Sucht

Am 4. November 2025 fand in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums Z6 in Innsbruck der zweite Tiroler Vernetzungstag Sucht statt. Insgesamt 29 Organisationen aus dem Bereich Suchtprävention, Beratung, Behandlung und Nachsorge nutzten die Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und ihre Arbeit vorzustellen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landesrätin Eva Pawlata, die die Bedeutung von Kooperation und Vernetzung im Suchtbereich hervorhob. Der Tag stand ganz im Zeichen des Miteinanders: In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre wurden Erfahrungen geteilt, neue Kontakte geknüpft und gemeinsame Perspektiven entwickelt.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt – bei Kaffee und Kuchen entstanden viele anregende Gespräche und wertvolle Verbindungen. Insgesamt war der zweite Tiroler Vernetzungstag Sucht ein voller Erfolg und zeigte einmal mehr, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen den verschiedenen Einrichtungen und Initiativen im Suchtbereich ist.
PHT: Anmeldung zu "Gemeinsam stark werden" und "Wetterfest"
Schulische Lebenskompetenzprogramme zählen zu den nachgewiesenermaßen wirksamsten Maßnahmen der Suchtprävention, und in Tirol ist die Anmeldung zu unseren Angeboten im Sommersemester, die wir wie gewohnt gemeinsam mit der PHT organisieren, angelaufen:
Gemeinsam stark werden (Volksschule)

» Als universelles Präventionsprogramm orientiert sich "Gemeinsam stark werden" am Lebenskompetenzansatz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und leistet einen Beitrag zur Sucht-, Gewalt- und Suizidprävention sowie zur Prävention psychischer Störungen. Aufbauend auf die Existentielle Pädagogik als Lebens- und Erziehungshaltung bietet "Gemeinsam stark werden" über 200 Übungen zur Förderung der personalen und sozialen Kompetenzen sowie eine Vielzahl von erlebnisorientierten Methoden zur Persönlichkeitsförderung. «
Termine:
- Fr. 13.03.2026 14:30 – 19:30
- Sa. 14.03.2026 08:30 – 13:30
- Fr. 20.03.2026 14:30 – 19:30
- Sa. 21.03.2026 08:30 – 13:30
- Fr. 05.06.2026 16:00 – 19:30
Ort: kontakt+co, Bürgerstraße 18, Innsbruck.
Anmeldung bis 12.1.2026.
Anmeldung (PHT) 7F5.TSK1P50
Wetterfest (ab der 9. Schulstufe)

» Nicht nur in Krisenzeiten ist die Schule als Ort der sozialen Gemeinschaft und der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen besonders bedeutsam. Durch die Förderung von Lebenskompetenzen wie Selbstwahrnehmung, Kommunikation, Problemlösen, Stressbewältigung u.v.m. werden sowohl das Wohlbefinden des/der Einzelnen als auch das Klassenklima gestärkt. Das Programm "Wetterfest" stellt den Lehrpersonen ein Handwerkszeug zur Verfügung, um ihre Schüler:innen für alle Wetterlagen des Lebens zu rüsten. «
Termine:
- Do. 16.04.2026 09:00 – 16:00
- Do. 21.05.2026 14:30 – 17:45
Ort: kontakt+co, Bürgerstraße 18, Innsbruck.
Anmeldung bis 12.1.2026.
Anmeldung (PHT) 7F5.TSK5P51
Altes Jahr, neues Jahr
Wer vom Beginn des Advents überrascht wurde und verspätet doch noch in einen thematischen Adventkalender einsteigen möchte:
Auch heuer gibt es wieder auf www.feel-ok.at, dem internetbasierten Gesundheitsprogramm für Schüler:innen, einen Adventkalender für Jugendliche und Fachpersonen: 24 Tage, 24 abwechslungsreiche Türchen mit Quiz, Tipps, Tests, Aufgaben und Challenges zu aktuellen Themen wie Wohlbefinden, psychische Gesundheit, Finanzen, Stressbewältigung, Sucht, Ernährung und mehr. Geeignet für den Einsatz im Unterricht, in Gruppenstunden oder einfach zum täglichen Entdecken!
Unsere Südtiroler Kolleg:innen vom Forum Prävention laden zu "24 Daily Impulse" ein, dem akustischen Adventskalender für einen achtsamen Advent. Die Inhalte sind bunt gemischt: von Geschichten über Reflexionen und Achtsamkeitsübungen bis hin zu Tipps für einen angenehmen Advent – es ist für jede:n was dabei: Information und Anmeldung.
Und wer schon in die Zukunft jenseits von Silvester blicken mag: Erfahrungsgemäß folgt auf den Dezember der Jänner, und der bietet sich für einen kleinen Selbsttest an: den "Dry January". Vielleicht sicherheitshalber jetzt schon im Kalender markieren :)
Thema: Suchtprävention und Lobbyismus
Die EU-Kommission lädt immer wieder zu Konsultationen hinsichtlich ihrer Vorhaben ein, von der Sommerzeit über Rechte von Zugreisenden bis hin zu – und hier kommen wir zu unserem Thema – einer Novelle der Tabaksteuerrichtlinie. Und dabei ist Interessantes passiert, wie Gesundheitsverbände herausgefunden und Politico veröffentlicht hat:
Die Konsultation wurde von Tausenden Pro-Tabak-Kommentaren geflutet, was nach einem Manipulationsversuch aussieht. Interessant ist etwa, dass die meisten der (häufig anonymen) über 18.000 Stellungnahmen innerhalb weniger Minuten einlangten und typische Begriffe und Argumentationen verwendeten, die auch von der Tabakindustrie häufig benutzt werden. – Für Details siehe
Artikel auf Politico
Thema: Suchtprävention und Sprache
In Deutschland ist vor 1,5 Jahren eine Teilregulierung des Freizeit-Cannabis-Konsums in Kraft getreten, und jetzt liegen auch erste Ergebnisse von Untersuchungen über mögliche Veränderungen im Konsumverhalten in unserem Nachbarland vor. Interessant dabei ist auch die Darstellung in den Medien:
So titelt der Standard: "Cannabis-Studie: Fast jeder zehnte Erwachsene in Deutschland kifft". Ist das jetzt viel oder wenig, ist der Konsum gestiegen oder zurückgegangen oder ist er unverändert? Die Leser:innen wissen es (nach dem Lesen des Titels) nicht, sind aber möglicherweise etwas besorgt (und/oder klickbereit).
Die Tagesschau hingegen titelt "Cannabiskonsum 2024 kaum verändert". Wie hoch der unveränderte Konsum ist erfahren die Leser:innen (im Titel) allerdings auch nicht.
Wie klingt im Vergleich dazu folgende Variante: "Nach Teillegalisierung: Weiterhin konsumieren über 90% kein Cannabis"?
Aus der Forschung: JIM-Studie 2025
Im November wurden die Ergebnisse der jährlichen JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Würrtemberg veröffentlicht:
» Ob für die Schule, zur Recherche oder zur Beantwortung alltäglicher Fragen: Immer mehr Jugendliche verlassen sich auf die Hilfe von KI. Zugleich bleibt das Smartphone ihr ständiger Begleiter und zentrales Medium. Doch obwohl die meisten Jugendlichen wissen, dass ihnen Pausen vom Smartphone guttun, fällt die Selbstregulierung im Umgang mit dem Gerät schwer. «
Presseaussendung und komplette Studie
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