Oft heißt es, Kino sei ein gutes „Alternativprogramm” bei Regenwetter. Ein klimatisierter kühler Kinosaal kann allerdings auch an heißen Tagen ein angenehmer Zufluchtsort sein – in diesem Sinne präsentieren wir in dieser Ausgabe von sucht+prävention einen außergewöhnlichen neuen Dokumentarfilm; neben den hoffentlich ebenso anregenden anderen Inhalten. – Wir wünschen eine angenehme Lektüre & freuen uns über Feedback.
» Der Crossing Europe Social Awareness Award geht an eine Erstlingsregisseurin, deren frische filmische Sprache eine persönliche Familiengeschichte in eine eindringliche, tief bewegende emotionale Reise verwandelt. Dieser Film hilft, Menschen zu destigmatisieren, die an Alkoholsucht leiden. «
Und die gute Nachricht: Der Film kommt im Rahmen des „International Film Festivals Innsbruck” (IFFI) auch nach Innsbruck und wird am 4.6. und 5.6. im Leokino gezeigt. – Aus der Filmbeschreibung:
» Über fünf Jahre hinweg filmte Pepa Lubojacki ihren Bruder und ihre Beziehung zu ihm. David ist, wie auch zwei Cousins der beiden, schwer alkoholsüchtig und wohnungslos. Wie dieses Leben erzählt werden kann, fragt sich die Künstlerin selbst … Ihr Film ist „brutal ehrlich“, ebenso hart wie zärtlich. Im Vordergrund steht trotz der Krankheit immer: der Mensch. «
Weitere Infos, Spielzeiten, Tickets, Trailer, etc.:
Erlebt bei einem GSW-Seminar: Wenn man sich zwischen 3 bezaubernden Handpuppen nicht entscheiden kann, dem eigenen Instinkt folgt und dann zufällig diejenige wählt, mit der frau outfittechnisch perfekt zusammenpasst. 😊
Kick-off-Veranstaltungen zu den Jugendgesundheitskonferenzen Bezirk Innsbruck und Bezirk Innsbruck-Land
Auch wir von kontakt&co waren bei den Startveranstaltungen dabei und freuen uns, als Kooperationspartner präsent sein zu dürfen. Wir sind schon gespannt auf die vielen großartigen Projekte, die im November 2026 von den Teilnehmer:innen präsentiert werden.
Rückblick: Gemeinsame Abende mit Jugendlichen und Eltern
Am 13. Mai fand ein Abend zum Thema Suchtprävention in der frei-alevitischen Glaubensgemeinschaft in Jenbach (Foto) statt.
Und am 20. Mai stand im Gymnasium Lienz ein vom Elternverein organisierter Abend zu „Handy- und Mediennutzung – aber smart“ am Programm.
Die Abende waren insofern besonders, als sowohl Jugendliche als auch junge Erwachsene und Eltern anwesend waren. Jonas Huser und Armin Staffler gestalteten in Jenbach einen gemeinsamen Einstieg und dann wurde in Kleingruppen weitergearbeitet, bevor beide Gruppen wieder miteinander ins Gespräch kamen. In Lienz wurde die Sicht der Suchtprävention durch Inhalte von Saferinternet.at (Conny Schroffenegger-Bodner) und Berichte von Schüler:innen und Lehrerinnen auf die „Handy-Challenge“ ergänzt. Beides Mal wurde deutlich, wie wertvoll der Perspektivenwechsel zwischen den Generationen ist.
Besonders bereichernd war zu erleben, wie wichtig das In-Kontakt-Bleiben und der offene Austausch für gegenseitiges Vertrauen sind – und wie zentral genau dieses Vertrauen für gelingende suchtpräventive Arbeit ist. Gemeinschaften und sozialer Zusammenhalt können dafür wichtige Räume schaffen: Orte und Zeiten, an denen Menschen miteinander im Gespräch bleiben, aufeinander achten und sich gegenseitig stärken.
Ankündigung: Seminar „Alkohol am Arbeitsplatz – eine lösbare Aufgabe”
Ziel des Führungskräfteseminars von „pib – Prävention in Betrieben” ist die Vermittlung von Grundinformationen zur betrieblichen Suchtprävention und die Sensibilisierung für das Thema „Alkohol am Arbeitsplatz“, ebenso die Klärung und Stärkung der Rolle von Führungskräften im Umgang mit alkoholauffälligen Mitarbeiter:innen – einschließlich der Alkoholfolgen im Betrieb, des rechtlichen Hintergrunds und von Strategien zur Einführung eines Präventionsprogramms im eigenen Bereich.
Wie in den Medien stark rezipiert (Der Standard, ORF) hat die „Gesundheit Österreich GmbH” (GÖG), das österreichiche Public-Health-Institut, Ende April den Epidemiologiebericht Sucht 2025 und den Bericht zur Drogensituation 2025 vorgelegt. Erstmals erfasst wurde dabei der Komplex Glücksspielsucht:
» Etwa vier Prozent der Bevölkerung – rund 300.000 Personen – erfüllen die Kriterien für zumindest eine milde Form pathologischen Glücksspielverhaltens, rund ein Prozent eine schwere Form. «
Bei Nikotin setzt sich der Rückgang des klassischen Rauchens sowie der Anstieg des Konsums von Vapes und Nikotinbeuteln fort, besonders bei Jugendlichen:
» 8,4 Prozent der Buben und 3,6 Prozent der Mädchen konsumieren täglich Nikotinbeutel, im letzten Monat sogar 16 Prozent aller Schüler:innen. Häufig werden mehrere Produkte parallel genutzt. «
Bei Alkohol sind „langfristig sowohl Konsum als auch alkoholbedingte Erkrankungen rückläufig, die absoluten Zahlen bleiben jedoch hoch.”
Bei Opiaten „zeigen die Daten keine Ausweitung des Konsums. Gleichzeitig nehmen jedoch hochriskante Konsummuster zu. Zunehmend problematisch ist insbesondere der Mischkonsum mehrerer Substanzen”.
Bei Cannabis, der am häufigsten probierten illegalen Substanz, gibt es keine Änderungen; jedoch ist „eine zunehmende Relevanz von Kokain und anderen Stimulanzien” zu beobachten. Diskutiert wird auch die Risikogruppe „junge Menschen mit besonders riskanten Konsummustern”.
Wir wissen aus der Wirksamkeitsforschung, dass strukturelle Ansätze (Gestaltung der Umwelt) zu den wirksamstem Suchtpräventionsmaßnahmen gehören. Zu den bekanntesten davon zählen seit langem gesetzliche Maßnahmen, etwa zu Zugänglichkeit, Werbung oder auch Besteuerung.
Im Rahmen der Nikotinpolitik gibt es in letzter Zeit 3 berichtenswerte Neuigkeiten aus unterschiedlichen englischsprachigen Ländern:
UK
Im Vereinigten Königreich haben sich Unterhaus und Oberhaus kürzlich darauf verständigt, dass ab nächstem Jahr alle nach dem 1.1.2009 Geborenen, also alle zu diesem Zeitpunkt Unter-18-Jährigen, keine Nikotinprodukte mehr kaufen können, ihr Leben lang. Auch andere Schutzmaßnahmen, etwa eine Ausweitung der Einschränkungen, wo geraucht oder gevapt werden darf, sind geplant.
Australien ist ein Vorreiter in konsequenter Nikotinpolitik, etwa durch einheitliche Verpackungen und sehr hohe Steuern. Die Anzahl der Raucher:innen geht seit Jahren stark zurück; jüngst wurde allerdings bekannt, dass v.a. die hohen Preise möglicherweise einen unerwünschten Nebeneffekt haben: die Ausbildung eines Zigarettenschwarzmarkts. (Caveat: Wie gewohnt stellt sich die Frage nach Korrelation vs. Kausalität …)
Dass in den USA so manches anders läuft als in anderen Ländern ist mittlerweile nicht zu übersehen, diese Meldung in der Süddeutschen Zeitung überrascht dann aber doch ein bisschen; oder auch nicht mehr … Jedenfalls beginnt der Artikel folgendermaßen:
» In den USA ist von einem neuen Wundermittel zu hören. Nun ja, so ganz so neu ist es eigentlich nicht mehr, die Menschen konsumieren es ja seit Tausenden Jahren. Aber wie führende Experten der regierungsnahen „Make Amerika Healthy Again“-Bewegung (Maha) argumentieren, sind die heilenden Kräfte dieser Substanz allzu lange unterschätzt worden. Denn sie macht angeblich fitter, stärkt die Konzentration, hilft bei der Alzheimer- und Parkinson-Prophylaxe und, wenn die Maha-Bewegten da richtig informiert sind, dann verlängert sie sogar das Leben. Nikotin heißt dieses zauberhafte Mittel. «