Wissen & Substanzen
Kompakte Informationen zu Wirkungen, Risiken und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Prävention wirkt: Unsere Arbeit zielt nicht auf die bloße Abschreckung ab, sondern fördert einen risikokompetenten Umgang. Sucht entsteht oft nicht durch die Substanz allein, sondern durch die Funktion, die der Konsum für den Menschen erfüllt.
Alkohol
Alkohol ist die in Österreich am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz. Der Übergang von Genuss zu Missbrauch und Abhängigkeit ist oft fließend.
Wirkung & Risiko
Alkohol wirkt dämpfend auf das Zentralnervensystem. In geringen Mengen wirkt er entspannend und enthemmend, in höheren Mengen führt er zu Wahrnehmungsstörungen, Koordinationsverlust und Vergiftungserscheinungen.
Recht (Tiroler Jugendschutz)
- Ab 16 Jahren: Kauf und Konsum von Bier und Wein.
- Ab 18 Jahren: Kauf und Konsum von Spirituosen (Schnaps, Likör, Alcopops, Cocktails).
Angebote
Österreichische Dialogwoche Alkohol
Handbuch Alkohol (Statistiken & Gesetze)
Tabak & Nikotin
Nikotin ist ein starkes Nervengift mit hohem Abhängigkeitspotenzial. Neben klassischen Zigaretten gewinnen neue Produkte wie E-Zigaretten, Vapes und Nikotinbeutel ("Snus") an Bedeutung.
Neue Produkte (Pouches/Vapes)
Auch tabakfreie Nikotinbeutel und E-Zigaretten fallen unter den Jugendschutz, da Nikotin gesundheitsschädlich ist und schnell abhängig macht.
Recht
- Ab 18 Jahren: Generelles Verbot von Rauchen und Konsum von Tabakwaren sowie verwandten Erzeugnissen (E-Shisha, Vapes, Nikotinbeutel) für unter 18-Jährige.
- Rauchverbot: In der Gastronomie und öffentlichen Gebäuden gilt Rauchverbot zum Schutz vor Passivrauch.
Illegale Substanzen (Cannabis & Co)
Zu den illegalen Drogen zählen Cannabis, Kokain, Heroin, Amphetamine (Speed), Ecstasy (XTC) und neue psychoaktive Substanzen (NPS).
Cannabis
Die am häufigsten konsumierte illegale Substanz. Kann beruhigend, aber auch angstauslösend wirken. Besonders bei Jugendlichen kann der Konsum die Gehirnentwicklung beeinträchtigen.
Risikominimierung (Safer Use)
Wer konsumiert, sollte Risiken kennen. Drug-Checking (Analyse von Substanzen) bietet in Tirol die Z6 Drogenarbeit an.
Recht
Besitz, Handel und Weitergabe sind nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) verboten. Der Grundsatz "Therapie statt Strafe" steht in Österreich im Vordergrund.
Medikamente
Bestimmte Medikamente besitzen ein hohes Suchtpotenzial, insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) sowie starke Schmerzmittel (Opioide).
Risiko
Die Gefahr der schleichenden Abhängigkeit ("Low-Dose-Dependency") ist hoch, wenn Medikamente länger als ärztlich verordnet eingenommen werden. Mischkonsum mit Alkohol ist lebensgefährlich.
Beratung
Bei Problemen mit Medikamenten bietet die sucht.hilfe BIN spezialisierte Beratung an.
Glücksspiel & Digitale Medien
Glücksspiel & Sportwetten
Ob im Casino, am Automaten oder online: Glücksspiel kann süchtig machen. Besonders Sportwetten sind unter Jugendlichen verbreitet, obwohl oft erst ab 18 erlaubt.
Digitale Medien (Gaming/Social Media)
Exzessive Nutzung von Smartphones, Social Media oder Videospielen kann suchtähnliche Züge annehmen. Problematisch sind oft Mechanismen wie "Lootboxes" in Spielen (Glücksspiel-Elemente).
Sonstiges (Essstörungen, Kaufsucht)
Sucht hat viele Gesichter. Neben Substanzen gibt es verhaltensbezogene Süchte wie Kaufsucht, Arbeitssucht oder Sexsucht.
Essstörungen
Magersucht oder Bulimie sind eigenständige Krankheitsbilder. In Tirol sind hierfür spezialisierte Stellen zuständig:
Disclaimer: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche oder juristische Beratung.
Präventiv aktiv werden?
Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne und klären gemeinsam, was genau Sie tun können.